Notizbuch zwischen verschiedenen Kräutern und Gewürzen (Quellle Colourbox)
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- Darmfreundliche Ernährung

Wer einen empfindlichen Darm hat oder gar an einem Reizdarm leidet, der profitiert von einer Ernährung, die folgende Faktoren berücksichtigt: warm, regelmäßig, leicht verdaulich. Dabei gilt: schwer verdaulich sind Fleisch, Wurst, Fisch, Eis, sehr Fettiges (Frittiertes etc.), Käse, Kuchen, Brot, Quark, Ei, Joghurt, Blattsalat. Entlastend hingegen Zucchini, Kartoffeln, Kürbis (generell Wurzel- und Kürbisgemüse), Naturreis, Mungobohnen, Dinkel, Couscous, Bulgur, Quinoa, Ghee, Olivenöl, Sesamöl, milde Gewürze, süßes Obst. Zusätzlich können bestimmte Gewürze helfen.

Gerade die Ayurvedische Lehre schreibt vielen Gewürzen bestimmte Eigenschaften zu. Frische Ingwerwurzel etwa fördere Aufspaltung und Stoffwechsel, aktiviert nach der ayurvedischen Lehre das agni genannte Verdauungsfeuer und wärmt. Fenchel, Kümmel, Anis, Kreuzkümmel, Kardamom entspannen den Darm und lösen Gase. Der Curcuma genannte Gelbwurz sei gut für das Leber-Galle-System, fördere dadurch die Fettverdauung und die Ausscheidung von schädlichen Substanzen.

Safran, als die "Königin unter den Gewürzen" sei ebenfalls gut für Leber-Galle-System, Herz und Gehirn und fördere eine gute Hautqualität. Süßholz etwa als Tee sei gut für gereizte und entzündete Schleimhäute und bei starker Säurebildung. Gewürznelken entspannen den Darm und regen ebenfalls das agni an, seien aber auch gut für die Atemwege.

Viele Tipps bei unterschiedlichen Verdauungsproblemen kennen wir hingegen auch aus der heimischen Küche. Gegen Verstopfungen helfen Backpflaumen und Feigen, aber auch Weintrauben, Rosinen und Kuhmilch. Bei Durchfall wirken Banane und Heidelbeeren, Muskatnuss, Naturreis, (Ziegen-)Joghurt, Ziegenmilch und Granatäpfel. Gegen Gase die bereits oben beschriebenen Gewürze Anis, Kümmel, Kreuzkümmel und Fenchel, gegen Übelkeit: Ingwer, Kardamom oder Gewürznelken. Und wer unangenehmen Mundgeruch loswerden will, sollte zu Kardamom, Nelken und Fenchel greifen.

Bei Blähungen und zur Anregung von Aufspaltung und Stoffwechsel (agni = Verdauungsfeuer) hilft das Hingvashtaka-curna, das "Acht-Winde-Pulver".

Dazu werden folgende Zutaten im Mörser oder der Kaffeemühle zerkleinert:
Stinkwurz, rosafarbenes Steinsalz, ganze schwarze Pfefferkörner, Pippali ("Langer Pfeffer" als Pulver, nicht die Früchte), Ingwerpulver, Kreuzkümmelsamen, Kümmelsamen, Königskümmelsamen.
Einen gestrichenen Teelöffel mit etwas Ghee (oder Oliven- bzw. Sesamöl) mit dem ersten Bissen einer großen Mahlzeit vermengt einnehmen (mittags und abends).

Rezept: Der schnelle Frühstückszauber

Couscous mit Backpflaumen und Mandelstiften

Rezept für 4 Personen:
- 1 kleine Handvoll ungeschwefelte Backpflaumen (möglichst bio)
- 120 g Couscous (möglichst aus Dinkel, bio)
- 150-200 ml kochendes Wasser
- 2 TL Zimt
- 10g Waldhonig
- 100g Mandelstifte

Backpflaumen über Nacht in etwas Wasser einweichen.

200ml Wasser im Wasserkocher erhitzen und davon 150ml über den Couscous gießen und wenige Minuten quellen lassen. Bei Bedarf mehr Wasser hinzufügen.

Backpflaumen, Mandelstifte und Zimt unterheben. Mit Waldhonig nach Bedarf süßen.

Tipp: Die Mandelstifte lassen sich bei niedrigster Hitze für ein bis zwei Minuten unter Schwenken anrösten und werden dann aromatischer und bekömmlicher.
1-3 TL Ghee (Butterreinfett) verbessern zudem den Geschmack und befeuchten den Magendarmtrakt. Mit anderen „Weihnachtsgewürzen“ (Kardamom, Safran, Ingwer, Vanille etc.) lässt sich der Geschmack verfeinern und der Stoffwechsel anregen. Insbesondere ein halber bis ganzer Teelöffel Gelbwurzpulver (Curcuma) verleiht der Speise Geschmackstiefe.

Infotext: Dr. Katrin Krieft

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