Opa und Enkeltochter spielen zusammen Gitarre (Quelle: imago/Westend61)
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- Freude an Musik – in jedem Alter

Musik öffnet Türen und überwindet Grenzen, selbst Babys sind schon empfänglich dafür. Und dieses Interesse geht im Laufe des Lebens nicht verloren. Die Effekte von Musik auf Körper und Psyche nutzt auch die "Musikgeragogik", eine neue Fachdisziplin im Schnittfeld zwischen Musikpädagogik und Geragogik, ausgerichtet auf das Arbeiten mit Musik für Senioren bzw. Hochbetagte. Besonders bei dementen Personen werden dabei ergänzend so genannte Kommunikationspuppen eingesetzt, als hilfreiche Unterstützung.

Noch ist diese Fachdisziplin relativ jung. Die Deutsche Gesellschaft für Musikgeragogik wurde beispielsweise vor nicht einmal zehn Jahren gegründet. Dieses neue Fach mit Elementen Musikpädagogik und der Geriatrie nutzt Musik als Anregung. Sie kann älteren und besonders auch dementen Menschen helfen, sich zu erinnern und in ihrer eigenen Biographie zu verorten.

Die Ereignisse des letzten Tages mögen schnell in Vergessenheit geraten, den Name des eigenen Enkels zu erinnern schwerfallen: Kinderlieder können die meisten Demenzkranken dennoch textsicher mitsingen. Einer der Gründe ist, dass das emotionale Erinnerungsvermögen das letzte ist, was bei Demenz verloren geht. Und da Musik sehr auf Emotionen zielt, kann man die Menschen oft noch immer gut mit Musik erreichen.

Häufig werden in der Musikgeragogik auch sogenannte Kommunikationspuppen genutzt. Im ersten Moment mag es befremdlich erscheinen, aber die großen Handpuppen ermöglichen es, dass auch ein schwer an Demenz erkrankter Mensch, sich wieder als eigenständiger, kompetenter Erwachsener fühlen kann.

Hauptaugenmerk legen viele Musikgeragogen auf das "Machen". Es geht weniger um Theorie und darum, musikalische Inhalte zu vermitteln, als vielmehr um Praxis. Und so wird in musikgeragogischen Sitzungen vor allem eines: zusammen musiziert, getanzt und gesungen.
Die Kommunikationspuppe dient dabei als Tür- und Herzöffner. Sie erleichtert in vielen Fällen den Zugang zu den Menschen, denn die sind oft sofort neugierig, fröhlicher und konzentrieren sich voll auf die Kommunikationspuppe, die sie dann auch einfacher zum Mitmachen animieren kann.
Gerade Demenzkranke "entdecken" in den Kommunikationspuppen so etwas wie eine Bezugsperson, zu der sie leicht und spielerisch Kontakt aufnehmen können. Zusammen mit der Musik bietet das den Therapeuten auf einem sehr emotionalen Weg Zugang zu Menschen, die häufig auf anderen Kommunikationswegen kaum noch erreicht werden können.

Filmbeitrag: Britta Wulf
Infotext: Dr. Katrin Krieft

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