Schriftzug "Diabetes" in roter Farbe (Quelle: rbb)
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- Diabetes - Wege aus der Zuckerkrankheit

Wer an Diabetes erkrankt ist, braucht umfassende Beratung, nicht nur, um seine Zuckerwerte zu senken. Auch Folgeprobleme an den Augen oder den Füßen müssen rechtzeitig therapiert oder am besten verhindert werden. Welche Fortschritte es in der Behandlung gibt und was Diabetiker selbst tun können, klärt die rbb Praxis mit Experten und Patienten.

Volksleiden und drohende Epidemie: Diabetes mellitus oder die Zuckerkrankheit. Aktuell sind etwa neun Millionen Menschen hierzulande daran erkrankt, darunter etwa zwei Millionen, die noch nichts von ihrer Erkrankung wissen.

Und stetig werden es mehr: Jedes Jahr trifft es der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) zufolge rund 300.000 Menschen neu. Der überwiegende Teil der Patienten, etwa 95 Prozent, leidet an Typ 2-Diabetes. Ihre Körperzellen sprechen immer weniger auf Insulin an. Häufigster Grund: Übergewicht.

Bei Werten bis 140 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) gilt der Blutzucker als normal, zwischen 140 und 199 mg/dl liegt eine sogenannte gestörte Glukosetoleranz vor, die als Vorstufe von Diabetes gilt. Werte ab 200 mg/dl gelten als krankhaft; es liegt ein Diabetes vor.

Wenn so ein erhöhter Blutzucker zehn oder zwanzig Jahre unbemerkt und unbehandelt bleibt, ist auf Dauer mit gesundheitlichen Problemen zu rechnen. Der Grund: Die Zuckermoleküle lagern sich überall im Körper - vorzugsweise in feinsten Gefäßen, den Kapillaren - ab, so dass sie sich verengen. Nerven, die von solch feinen Blutgefäßen versorgt werden, erhalten nicht mehr ausreichend Sauerstoff und Nährstoffe. Nervenimpulse werden nicht mehr richtig weitergeleitet. Alles zusammen führt zu zahlreichen Folgeerscheinungen wie Empfindungsstörungen an den Füßen, eine abnehmende Sehkraft oder schlechter arbeitende Nieren.

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weitere Themen der Sendung

Insulinspritze (Quelle: imago/Niehoff)
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Blutzucker automatisch einstellen - Diabetes Typ 1

Viele Erkrankte träumen von einer künstlichen Bauchspeicheldrüse: eine Insulinpumpe, die computergesteuert die Insulinzufuhr überwacht und regelt. Doch die Industrie tut sich schwer damit, ein solches Gerät auf den Markt zu bringen.

Diabetischer Fuss in Schiene (Quelle: rbb)
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Eine Operation kann helfen - Der diabetische Fuß

Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker greift Nerven und Gefäße an; Nerven sind weniger empfindlich und Gefäße verstopfen. Die Füße sind davon besonders betroffen. Verletzungen bleiben hier oft unbemerkt - und unbehandelt. In der Folge entstehen tiefe Geschwüre, die nicht abheilen und sogar zur Amputation führen können.

Personal im Operationssaal eines Krankenhauses
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Diabetes - Magen-Operation senkt Blutzuckerwerte

Wenn eine Gewichtsreduktion nicht möglich ist, kann bei Diabetes Typ 2 eine Magen-OP helfen: Mit dem Magenbypass gelingt es in den meisten Fällen, die Blutzuckerwerte deutlich zu senken. Viele Patienten müssen nach der Operation kein Insulin mehr spritzen. Das Risiko für gefährliche Diabetes-Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Augen-, Gefäß- und Nierenleiden sinkt. Die rbb Praxis hat eine Patientin bei dem Eingriff begleitet.

Frau beim Augenarzt (Quelle: imago/Westend61)
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Krankhafte Veränderung der Netzhaut - Das diabetische Auge

Bei Diabetikern sind Gefäße in allen Teilen des Körpers in Mitleidenschaft gezogen - auch im Auge. Sehstörungen wie unscharfes Sehen, Verzerrungen, kleine Punkte im Sichtfeld aber auch eine veränderte Hornhaut oder ein geschädigter Sehnerv sind typische Diabeteskomplikationen. Jedes Jahr erblinden 2.000 Menschen infolge ihrer Zuckerkrankheit. Die rbb Praxis zeigt, wie das Augenlicht speziell bei einer diabetischen Retinopathie gerettet werden kann.