Junge Hand hält alte Hand (Bild: colourbox)
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- Palliativversorgung in Brandenburg

Für das Lebensende wünschen sich die meisten Menschen: die letzten Wochen, Tage und Stunden zu Hause bei den Liebsten zu verbringen. Die Realität sieht oft anders aus: Viele erleben ihre letzte Lebenszeit in Kliniken oder Heimen. Doch das muss nicht sein: in Brandenburg gibt es für Schwerkranke eine "Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung" (SAPV), die eine intensive Betreuung im letzten Lebensabschnitt zu Hause ermöglicht.

Das Ziel der "Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung" (SAPV) ist, dass die Patienten ihre letzte Lebenszeit möglichst schmerzfrei zu Hause verbringen und dass die Angehörigen entlastet werden. Neben der Erfahrung im Umgang mit sterbenden Patienten liegt die Stärke der SAPV in der engen interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachärzte und Krankengymnasten. Zu den Leistungen gehört auch die professionelle psychologische Unterstützung für die Patienten und ihre Familie.  

Für schwerkranke Patienten mit begrenzter Lebenserwartung

Das Angebot der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) richtet sich an schwerkranke Patienten mit einer begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders aufwändige Versorgung benötigen, um nicht im Krankenhaus sterben zu müssen. Mit einer Verordnung für diese zusätzliche medizinische Versorgung vom Hausarzt ist die Kostenübernahme durch die Krankenkasse gesichert. Die Teams bilden sich aus speziell ausgebildeten Ärzten und Pflegern: Onkologen, Schmerztherapeuten, Internisten, Psychologen, Pflegekräfte und ehrenamtliche Helfer betreuen zusammen unheilbar kranke Menschen im häuslichen Umfeld - damit diese ihren letzten Weg in ihrer gewohnten Umgebung gehen können.

Experten im Beitrag

  • Dr. Michael Fischer, Immanuel Klinik Rüdersdorf

  • Dr. Kerstin Stahlhut, Palliativmedizin, Immanuel Klinik Rüdersdorf

  • Ines Geissler, Palliative-Care-Koordinatorin

Was SAPV leistet

Mit dem SAPV haben Patienten und Angehörige einen Ansprechpartner, an den sie sich wenden können. Der SAPV besorgt den Palliativarzt, schaut, welcher Pflegedienst wobei helfen kann und ist Ansprechpartner in Not- und Krisensituationen. Angehörige erfahren hier alles über mögliche Leistungen wie einen ehrenamtlichen Hospizdienst. Mindestens einmal in der Woche steht die Visite durch Arzt und Pflegedienstleitung an, von SAPV bestellt. Die Teams sind 24 Stunden am Tag sieben Tage die Woche erreichbar.

Im Notfall oder wenn sich die Beschwerden der Patienten verschlechtern, bietet die Hotline des "Palliativ Care Teams" schnelle und passende Hilfe. Verstirbt ein Patient, kümmern sich die Mitarbeiter um die trauernden Angehörigen und unterstützen sie bei der nötigen Organisation.

SAPV in Berlin und Brandenburg

Das Immanuel-Klinikum in Rüdersdorf ist ein Zentrum für Palliativmedizin in Brandenburg. Seit sechs Jahren wird hier auch die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV, angeboten. Der Stützpunkt ist einer von zehn im Land Brandenburg, der die ambulante Begleitung von schwerkranken Menschen koordiniert. In Berlin wird die SAPV Versorgung vorwiegend von Ärzten geleistet, die dem Verein Home Care angehören. Alle SAPV-Stützpunkte in Brandenburg haben wir hier auf einer interaktiven Karte für Sie zusammengestellt.  

Filmbeitrag: Jana Kalms
Infotext: Constanze Löffler

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