Beatmungsgerät (Bild: Colourbox)
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- Mobiler Lebensretter ECMObil

Wenn der Kreislauf zusammenbricht oder die Lunge komplett versagt, besteht Lebensgefahr. Bei solchen akuten Ereignissen können oft nur Schwerpunktzentren wie die Berliner Charité, das Leben dieser schwerkranken Patienten retten. Bislang gab es jedoch keine Möglichkeit, die Betroffenen sicher zu transportieren. Nun gibt es für solche Notfälle ein spezielles Fahrzeug: Das so genannte ECMObil (Extracorporale Membrane Oxygenation) hält Geräte vor, die einen künstlichen Kreislauf aufrechterhalten und den Körper extern mit Sauerstoff versorgen.

Bei Patienten mit schwerem Schock, Kreislaufstillstand oder Lungenversagen kann oftmals nur noch spezielle intensivmedizinische Versorgung helfen. Denn dann reichen Medikamente, herkömmliche Beatmungsgeräte oder eine Herz-Druckmassage nicht mehr aus, um das Leben der Patienten retten. Die Rettung ist dann eine Herz-Lungen-Maschine: Sie kann einen künstlichen Kreislauf aufrechterhalten und das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff anreichern. Außerdem wird das Kohlendioxid entfernt. Dazu werden ähnlich wie bei einer Dialyse spezielle Schlauchsysteme in den Körper eingeführt und das Blut dann durch das Gerät geführt. Dabei müssen die Mediziner auch darauf achten, dass sie die Gefäße nicht verletzen und die Blutgerinnung unter Kontrolle halten, damit das Blut nicht im Körper oder der Maschine verklumpt. Eine herausfordernde Aufgabe.

Diese so genannte "Extracorporale Membran Oxygenierung", kurz ECMO, gab es bislang nur fest auf Intensivstationen in Schwerpunktzentren.

Nun haben die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Berliner Rote Kreuz (mit seiner Tochtergesellschaft DRK Rettungsdienst Berlin gGmbH) ein spezielles Einsatzfahrzeug, das ECMObil, in Betrieb genommen. Mit dem Fahrzeug kann ein intensivmedizinisches Team mit einer mobilen ECMO, also einer transportablen Herz-Lungen-Maschine zu schwerstkranken Patienten gebracht werden. Und nach Anlage der mobilen ECMO im externen Krankenhaus können die Patienten ohne Unterbrechung der lebenserhaltenden Maßnahmen, von einem Behandlungsort zum anderen transportiert werden - beispielsweise an eine Spezialabteilung der Charité.

Herz-Lungen-Maschine nimmt Fahrt auf

Seit März 2018 ist am Campus Virchow der Berliner Charité nun so eine mobile ECMO stationiert. Das Fahrzeug kann von Medizinern bei entsprechender Indikation über eine spezielle Hotline rund um die Uhr angefordert werden.
Momentan können die schwerkranken Patienten nur von einem Krankenhaus aus verlegt werden. Zukünftig soll der Einsatz auch direkt am Unfallort oder im häuslichen Umfeld erfolgen können.

Film: Ulrike Licht
Infotext: Dr. Katrin Krieft

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