Ältere Frau wird zu Hause gepflegt (Quelle: Colourbox)
Colourbox
Bild: Colourbox

- Reha zu Hause

Die Zeit, die Patienten nach einer Operation im Krankenhaus verbringen, wird immer kürzer. Das "Wieder-fit-machen für den Alltag" wird auf die Einrichtungen der Rehabilitation verlagert - auf stationäre, aber auch ambulante Häuser. Doch vor allem ältere Patienten sind nicht in der Lage, jeden Tag zur ambulanten Reha zu fahren oder in einer Klinik Reha zu machen. Für sie gibt es ein besonderes Angebot: die mobile Rehabilitation.

Medizinische Rehabilitationsmaßnahmen sollen einem Patienten im Anschluss an eine Erkrankung, ein Trauma oder eine Operation dabei helfen, seine körperlichen und seelischen Fähigkeiten wiederzuerlangen.

Das Ziel: die Patienten sollen im Alltag so gut wie möglich zurechtkommen und ein Fortschreiten oder eine Verschlimmerung der Beschwerden soll vermieden werden. In erster Linie geht es dabei natürlich um die körperliche Leistungsfähigkeit, die mit Krankengymnastik und ergotherapeutischen Übungen gefördert werden soll. Aber auch Massagen, Heilbäder und psychotherapeutische Gespräche können Teil einer Rehabilitationsmaßnahme sein.

Rehabilitation ist Teamwork

Schon aus den unterschiedlichen Maßnahmen wird klar: eine umfassende Rehabilitation kann nur durch ein interdisziplinäres Team bewerkstelligt werden. Daher werden solche Maßnahmen meist im Rahmen eines stationären Aufenthaltes oder aber in einem ambulanten Rehazentrum angeboten – wo alle Fachdisziplinen unter einem Dach zusammenkommen: Ärzte, Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten, Psychologen und Logopäden.

Reha kommt zum Patienten

Wenn die Patienten nicht in der Lage sind, täglich zum ambulanten Rehabilitations-zentrum zu fahren und ein stationärer Aufenthalt nicht in Frage kommt, kann die mobile Rehabilitation helfen. Nach dem Motto: wenn der Patient nicht zur Reha kommen kann, kommt die Reha zum Patienten. Ein interdisziplinäres Team sucht die Betroffenen in den eigenen vier Wänden auf und erbringt die Rehabilitationsleistungen in der häuslichen Umgebung des Betroffenen. Mögliche Vorteile: die häusliche Umgebung, das soziale Umfeld und Familie der Betroffenen können direkt in die Rehabilitation einbezogen werden. Zudem entfallen Barrieren, die oft auftreten, wenn Patienten nach der stationären Rehabilitation nach Hause entlassen werden, ihre erlernten Übungen aber im häuslichen Umfeld gar nicht durchführen können, weil hier die räumlichen Voraussetzungen ganz andere sind.

Anders herum können die Therapeuten direkt auf problematische Stellen im Haus oder der Wohnung eingehen und mit den Betroffenen üben, diese Gefahrenstellen zu umschiffen. Etwa, dass der Boden nicht eben ist, dass es Stufen, Ecken und Kanten gibt oder Gegenstände im Weg stehen. Diese Stellen können Betroffene dann mit dem Therapeuten ganz gezielt umgehen lernen.

Besonders bei älteren Patienten ein Konzept mit Zukunft

Gerade bei älteren, unter Umständen schon dementen Patienten, ist eine solche mobile Rehabilitation oft der einzige Zugang zu Nachsorge-Maßnahmen nach einem Krankenhausaufenthalt. Denn diese Patienten brauchen ihre gewohnte Umgebung.

Der häufige Personalwechsel und die fehlende räumliche und zeitliche Orientierung in einer Rehaklinik erschweren den Zugang zu den Patienten deutlich. Solche Patienten profitieren ungemein davon, wenn vertraute Therapeuten nach Hause kommen und die Übungen in der vertrauten Umgebung durchgeführt werden.

Als eine Sonderform der ambulanten Rehabilitation trägt die Kosten für eine mobile Rehabilitation die Krankenkasse oder die Rentenversicherung. Dazu muss die Einrichtung, die die mobile Reha anbietet, aber bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Der behandelnde Arzt oder die Station im Krankenhaus kann bei der Auswahl einer Einrichtung und der Beantragung der Rehabilitation behilflich sein – ebenso wie sie es für die Beantragung einer stationären oder ambulanten Rehabilitation sind.

Film: Ursula Stamm
Infotext: Dr. Katrin Krieft

weitere Themen der Sendung

Mann ist beim Arzt (Quelle: Colourbox)
Colourbox

Prostata vergrößert – was hilft?

Ständiger Harndrang, vor allem nachts, dazu das Gefühl, die Blase nicht mehr vollständig entleeren zu können – viele ältere Männer haben Probleme mit einer gutartig vergrößerten Prostata. Nicht wenige empfinden Scheu, darüber mit ihrem Arzt zu sprechen, und haben Angst vor einer Operation. Wie lange helfen pflanzliche Medikamente? Und welche neuen, schonenden Verfahren gibt es für Eingriffe an der Prostata?

Beatmungsgerät (Bild: Colourbox)
Colourbox

Mobiler Lebensretter ECMObil

Wenn der Kreislauf zusammenbricht oder die Lunge komplett versagt, besteht Lebensgefahr. Bei solchen akuten Ereignissen können oft nur Schwerpunktzentren wie die Berliner Charité, das Leben dieser schwerkranken Patienten retten. Bislang gab es jedoch keine Möglichkeit, die Betroffenen sicher zu transportieren. Nun gibt es für solche Notfälle ein spezielles Fahrzeug: Das so genannte ECMObil (Extracorporale Membrane Oxygenation) hält Geräte vor, die einen künstlichen Kreislauf aufrechterhalten und den Körper extern mit Sauerstoff versorgen.

Frau liegt krank im Bett und hustet in die Ellenbeuge (Quelle: imago/photothek)
imago/photothek

Rippenfellentzündung - schmerzhaft und gefährlich

Schmerzen beim Atmen und Husten plagen häufig die Betroffenen mit einer Rippenfellentzündung. Sie fühlen sich kraftlos und krank, auch Fieber kann auftreten. Meist ist die Rippenfellentzündung Folge einer Atemwegsinfektion und kann zu schweren Komplikationen führen.

Mann spielt mit Gymnastikball auf einem Hausdach (Quelle: imago/Westend61)
imago/Westend61

Drums Alive® – Trommeln für’s Leben!

Sport, der Spaß macht – das soll das Trainingsprogramm "Drums Alive®" bieten. Die "lebenden Trommeln" – das sind Gymnastik-Bälle, auf denen gemeinsam Rhythmen geschlagen werden. Das fordert Herz und Hirn gleichermaßen, eine Altersgrenze gibt es nicht.