Frau liegt krank im Bett und hustet in die Ellenbeuge (Quelle: imago/photothek)
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- Rippenfellentzündung - schmerzhaft und gefährlich

Schmerzen beim Atmen und Husten plagen häufig die Betroffenen mit einer Rippenfellentzündung. Sie fühlen sich kraftlos und krank, auch Fieber kann auftreten. Meist ist die Rippenfellentzündung Folge einer Atemwegsinfektion und kann zu schweren Komplikationen führen.

Das Rippenfell umspannt die Lunge und kleidet die Brusthöhle innen aus. Es sorgt zusammen mit dem Lungenfell für eine schmerzfreie Bewegung der Lunge beim Ein- und Ausatmen. Beide Hautschichten, Rippen- und Lungenfell, liegen dicht aneinander und umschließen die Oberfläche der beiden Lungenflügel. Zusammen bilden diese beiden Schichten die so genannte Pleura. Zwischen ihnen befindet sich ein dünner Gleitflüssigkeitsraum (Pleura-Raum), der wie eine Art Puffer wirkt.

Die Pleuritis ist am typischen Geräusch erkennbar

Normalerweise gleiten die beiden Häute aneinander, ohne zu reiben. Bei einer Rippenfellentzündung - medizinisch Pleuritis genannt - ist diese dünne Haut entzündet, das Atmen wird erschwert. Betroffene haben starke Atemnot, atemabhängige, einseitige Schmerzen, oft hohes Fieber, starken trockenen Reizhusten und Nachtschweiß. Die Pleuritis hört sich beim Auskultieren mit dem Stethoskop oft an, als reibe Leder aufeinander.

Experten unterscheiden zwei Formen

Es gibt zwei Formen der Rippenfellentzündung: die feuchte und die trockene Variante. Die trockene Pleuritis geht ohne Atemnot einher und tritt nur selten als eigenständige Krankheit auf. Meist ist sie eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen, vor allem einer Lungenentzündung oder einer Tuberkulose. Bei der feuchten Pleuritis füllt sich der Pleura-Raum mit zu viel Flüssigkeit. Es bildet sich ein so genannter Pleuraerguss. Nimmt der Pleuraerguss stetig an Volumen zu, kann sich die Lunge nicht mehr ausreichend entfalten, die Lungenbewegung ist eingeschränkt, die Atmung wird immer schwieriger. Zunehmende Luftnot ist die Folge.

Die Diagnose der Pleuritis ist oft eine Herausforderung, vor allem bei der trockenen Variante. Der Arzt kann sie durch typische Geräusche beim Abhören erkennen. Die Diagnose der feuchten Pleuritis ist durch die Flüssigkeitsansammlung einfacher. Röntgenbilder inklusive einer Computertomographie der Lunge geben zudem Auskunft über den Erguss. Die Ultraschalluntersuchung des Brustraumes erlaubt eine genaue Lokalisation eines Ergusses.

Mit einem flexiblen Glasfaserkabel (Bronchoskopie) werden Luftröhre und Bronchien gespiegelt, um einen Tumor auszuschließen und Keime für eine gezielte Antibiotikatherapie zu gewinnen. Im Blut werden die Nieren- und Leberfunktion, die Gerinnung und die Blutbildung geprüft. Zusätzlich sucht man nach speziellen Werten, die bei Entzündungen erhöht sind (weiße Blutkörperchen, CRP). Bleibt die Ursache unklar, erfolgt eine Pleurapunktion. Dazu schiebt der Arzt nach einer örtlichen Betäubung eine Hohlnadel in den Erguss und zieht einen Teil der Flüssigkeit ab. Diese wird auf Krankheitserreger, Blutbestandteile und Krebszellen untersucht. Je älter der Erguss ist, desto häufiger muss offen operiert werden.

Die Rippenfellentzündung heilt nur langsam aus

Behandelt wird die Rippenfellentzündung mit Antibiotika. Mitunter bringen pflanzliche Mittel wie beispielsweise Medikamente mit Extrakten aus Arzneipflanzen wie Spitzwegerich, Thymian oder Lindenblüten Linderung. Steckt eine Lungenentzündung hinter den Beschwerden, ist Schonung wichtig. Bis sie ausgeheilt ist, können Wochen vergehen. Fühlt sich der Patient schon besser, sollte er Atemübungen machen, um die Atemwegsmuskulatur zu trainieren und die Lunge zu stärken.

Hat sich ein Pleuraerguss mit viel Flüssigkeit gebildet, muss diese zusätzlich abgesaugt werden. Ausgedehnte, häufig gekammerte Ergüsse können, sofern der Patient narkosefähig ist, minimalinvasiv operiert werden. Dabei wird über kleine Schnitte zwischen den Rippen mit speziellen Instrumenten der Erguss ausgeräumt und so die Lunge wieder zur Ausdehnung gebracht. Der Eingriff ist für die Patienten weniger belastend, weil auf einen großen, schmerzhaften Schnitt verzichtet werden kann. Bei Eiter muss der Arzt mit einem Schlauch den gesamten Erguss aus dem Rippenfellraum entleeren. Man spricht von Pleuradrainage.

Ohne Therapie drohen Verklebungen

Unbehandelt bringt die Rippenfellentzündung meist Komplikationen mit sich, so zum Beispiel die Verdickung und das Verkleben der Pleurablätter durch die Entzündungsvorgänge. Die Pleurablätter können während der Atembewegungen nicht mehr aneinander entlanggleiten – es droht eine bleibende eingeschränkte Lungenentfaltung und damit ein verringertes Atemvolumen.

Betroffen von der Pleuritis sind oft ältere Menschen und Kinder. Frauen haben wesentlich seltener eine Rippenfellentzündung als Männer. Manchmal wird erst durch die Rippenfellentzündung die dahinter verborgene Krankheit entdeckt, so zum Beispiel eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung. In seltenen Fällen kann auch ein Tumor der Auslöser sein.

Film: Nadine Bader
Infotext: Beate Wagner

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