Mann bedeckt sein Gesicht bei Kälte, Foto: colourbox
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- Kälte - Gefahr für die Augen?

Die kurzen Wintertage bedeuten Stress für unsere Augen - wenig Tageslicht und blendende Scheinwerfer verlangen uns Höchstleistungen ab. Dazu kommen Kälte und ständige Temperaturwechsel von drinnen nach draußen. Wie reagieren unsere Augen - wie müssen wir sie schützen?

Fahrzeuge haben Heizung und Frostschutzmittel. Unsere Augen sind mit Wimpern, Augenlidern und einer salzigen Tränenflüssigkeit versehen, um den tieferen Temperaturen zu widerstehen. Aber nicht die Kälte, sondern vor allem die Heizungsluft macht unseren Augen im Winter zu schaffen. Selbst Menschen, die sonst damit keine Probleme haben, bekommen trockene Augen, die sich dann auch noch leichter entzünden können. Insbesondere das Wechselbad zwischen der Kälte und Heizungsluft ist für die Augen ungesund. Besonders betroffen: Menschen, die durch den Job viel vom beheizten Auto in die Kälte und zurück wechseln.

Welche Symptome verursacht ein trockenes Auge?

Das trockene Auge kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen. Dazu gehören Rötungen, Fremdkörpergefühl, Kratzen, Brennen, Schleimabsonderung, Lichtempfindlichkeit, müde Augen, geschwollene Augenlider, Unverträglichkeit von Kontaktlinsen, Probleme bei Bildschirmarbeit, Unverträglichkeit von Kosmetika und Schmerzen bei Luftzug. Aber auch das Tränen der Augen kann paradoxerweise infolge gestörter Benetzung vorkommen. Das Auge tränt, weil es versucht, mit einer vermehrten Tränenproduktion die Trockenheit auszugleichen. Die Augen von Kontaktlinsenträgern sind übrigens besonders vom Austrocknen gefährdet.

Was hilft gegen trockene Augen?

Häufig reicht schon regelmäßiges Stoßlüften, um die Augen zu schonen. Wasserschalen auf den Heizkörpern in der Wohnung und im Büro reichern die Luft mit Feuchtigkeit an. Auch Luftbefeuchter sorgen für eine bessere Luftfeuchtigkeit, die idealerweise bei 50 bis 60 Prozent liegt. Häufiges Blinzeln hält den natürlichen Tränenfilm des Auges aufrecht. Der bewusste Lidschlag wringt die Tränendrüse aus, die Tränenflüssigkeit verteilt sich besser über das Auge. Die entleerte Drüse stellt frische, sauerstoff- und nährstoffreiche Tränenflüssigkeit für den nächsten Lidschlag bereit. Bewusstes Kneifen der Augen und das Trinken von mindestens zweieinhalb Liter Flüssigkeit soll die Tränenproduktion fördern.

Zugluft kann der Augenoberfläche zusätzlich Feuchtigkeit entziehen und sollte deshalb gemieden werden. Trockene, gestresste Augen reagieren noch empfindlicher auf einseitige Belastungen wie langes Starren auf den Bildschirm. Regelmäßige Bildschirmpausen, bei denen Sie in die Ferne schauen, und bewusst häufiges Zwinkern sind daher in den kalten Wintermonaten Pflicht. Auch draußen sind wir den Naturgewalten nicht schutzlos ausgeliefert: Zum einen hilft sich das Auge bei Kälte selbst, indem es anfängt zu tränen. Häufiges Blinzeln sowie das Tragen einer Brille oder Schutzbrille beugen dem Austrocknen ebenso vor.

Trockene Augen: Wann sollten Sie zum Augenarzt?

Wer dauerhaft trockene Augen hat, sollte zum Augenarzt gehen. Mit Hilfe verschiedener Untersuchungen schaut er, ob das Auge genug Tränenflüssigkeit bildet und ob diese stabil die Augenoberfläche benetzt. Je nach Ursache rät er zu verschiedenen Therapien. Die Verwendung benetzender Augentropfen sehen Experten als widersprüchlich. Während einige dazu raten, lehnen andere die Mittel ab, da sie die dreischichtige Tränenkomposition zerstören und es mehrere Stunden dauern kann, bis der Tränenfilm mit seinen Schichten wieder so aufgebaut ist, wie er sein muss.

Vorsicht auf dem Berg

Eigentlich sind unsere Augen für die Kälte bestens ausgestattet. Nicht ohne Grund sind sie das einzige Organ, welches nicht abgedeckt werden muss, wenn man sich extremer Kälte aussetzt. Mit einigen Vorsorgemaßnahmen lassen sich die Augen zusätzlich vor der Winterkälte schützen: Eine Sonnenbrille wehrt nicht nur den kalten Wind ab, sondern schützt die Augen auch vor UV-Strahlung, die natürlich auch im Winter da ist. Die sollten auch Skifahrer tragen. Ohne schützende Maßnahmen können UV-Strahlen der intensiven Wintersonne zu Entzündungen der Hornhaut oder der Bindehaut, in seltenen Fällen und auf Dauer sogar zu Eintrübungen der Linse mit Sichteinschränkungen führen. Eine Skibrille bietet zusätzlichen Schutz vor der frostigen Zugluft bei Skiabfahrten, und wenn sie getönt ist, umso besser.

Filmbeitrag: Stefan Sperfeld
Infotext: Constanze Löffler

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