Frau kratzt sich juckenden, geröteten Unterarm 8Bild: Colourbox)
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- Trockene Haut im Winter - Neues zur Neurodermitis

Die chronische Hautkrankheit Neurodermitis ist nicht heilbar, aber behandelbar. Zum Standard gehören Salben und Cremes - mit und ohne Wirkstoffe. Aber gibt es auch Methoden, die helfen, ohne direkt an der Haut anzusetzen? Eine Studie der Berliner Charité hat Osteopathie und Akupunktur unter die Lupe genommen. Aber auch für die einfache "trockene Winterhaut" haben wir Tipps und Hausmittel.

Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung und geht mit einer trockenen, schuppigen und geröteten Haut einher. Die Schutzfunktion der Haut ist herabgesetzt, so dass schon der kurze Kontakt mit mikrobiologischen, chemischen oder physikalischen Reizen Entzündungen auslösen kann. Neben dem oft stark ausgeprägten Juckreiz sind Betroffene vor allem psychisch belastet.

Studie untersucht Effekt komplementärer Methoden

In einer aktuellen Studie der Berliner Hochschulambulanz untersuchen Ärzte nun, ob auch ergänzende Heilmethoden wie Osteopathie und Akupunktur gegen Neurodermitis helfen können. Erste positive Ergebnisse für die Akupunktur gibt es bereits aus kleineren Studien. Die Wirkung der Osteopathie bei Neurodermitis war bisher noch nicht erforscht.

Osteopathie auch bei Erkrankungen innerer Organe

Die Osteopathie benutzt manuelle Diagnostik- und Therapieverfahren. Sie arbeitet mit speziellen Druck- und Zugtechniken, die Verspannungen und Blockaden im Gewebe und in den Organen lösen sollen. Zudem aktiviert sie Anwendern zufolge die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Osteopathen sehen den gesamten Körper als eine Einheit: Symptome, die sich auf der Haut zeigen, können demnach auch durch Probleme in anderen Bereichen des Körpers hervorgerufen werden. Neben orthopädischen Erkrankungen, die mit Schmerz, Steifigkeit und Funktionsstörungen einhergehen, soll die Osteopathie auch bei Erkrankungen der inneren Organe und Hauterkrankungen wirksam sein.

Feine Nadeln gegen den Schmerz

Die Akupunktur ist ein wichtiger Bestandteil der Chinesischen Medizin (TCM), bei der feine Nadeln an definierten Körperpunkten durch die Haut gestochen werden. Auch die Akupunktur wird häufig bei schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Weitere Einsatzgebiete sind:

• Kopfschmerzen,
• Schmerzen bei der Menstruation,
• Asthma,
• allergischer Schnupfen.

Die Berliner Studie

In der Berliner Studie wurden insgesamt 120 Probanden per Zufallsprinzip in je eine von drei Gruppen eingeteilt. Über zehn Wochen erhielten sie dann kostenlos entweder sofort oder nach 12 Wochen:

• 5 Osteopathie-Behandlungen oder
• 8 Akupunktur-Behandlungen.

Da Osteopathie und Akupunktur keine oder nur bei bestimmten Indikationen Kassenleistung sind, müssen Patienten normalerweise den Großteil der Therapien selbst bezahlen. Die Studie ist noch nicht abgeschlossen und die Forscher hoffen noch rund 50 Berliner und Brandenburger dafür zu gewinnen.

Schutz vor Erkältung: Trockene Luft meiden

"Hatschi!" In trockener Luft vermehren sich Viren rasant. In der kalten Jahreszeit sind die Wartezimmer der Hausärzte voll mit Erkrankten, die an Erkältungssymptomen wie Husten und Schnupfen leiden. Dass sich Viren vor allem im Herbst und Winter so rasant verbreiten, liegt aber nicht an der Kälte im Freien, sondern an der trockenen Luft.

In der Heizperiode ist die Luft auch in Wohnungen viel zu trocken. Dadurch trocknen die Flimmerhärchen (Zilien) der Nasenschleimhaut aus, die eigentlich die Aufgabe haben, Fremdkörper und Krankheitserreger aus der Nase zu transportieren.
Die Trockenheit der Nasenschleimhaut beeinträchtigt die Beweglichkeit der Zilien, so dass ihre Reinigungsleistung nachlässt und Erreger leichter eindringen können. Nicht alle Menschen reagieren gleich sensibel auf trockene Heizungsluft, aber tendenziell schwächt sie alle.

Erkältungsviren überleben länger in trockener Luft

Beim Niesen und Husten werden Erkältungsviren in relativ großen Tropfen aus Wasser und Schleim in die Luft geschleudert. Liegt die Luftfeuchtigkeit in einem Innenraum im optimalen Bereich von 40 bis 60 Prozent, fliegen die Tropfen nicht weit und fallen schnell zu Boden. Bei trockener Heizungsluft, also bei einer Luftfeuchtigkeit von weniger als 40 Prozent, verdunsten die Tropfen aus Wasser und Schleim. Zurück bleiben winzige Tropfenkerne mit den Viren, die stundenlang im Raum schweben können - auch wenn der Erkältete den Raum längst verlassen hat. Die infektiösen Tropfen sind so winzig, dass sie tief in die Atemwege eindringen können.

Tipps zum Schutz vor Infektionen

So können Sie das Risiko von Infektionen senken:

• Für ein gutes Raumklima sorgen feuchte Tücher über der Heizung. Auch Pflanzen und Wasserschalen - idealerweise unversiegelte Tongefäße - auf der Heizung erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Elektrische Luftbefeuchter müssen gereinigt und gepflegt werden, sonst raten Experten ab, weil sie Keime in der Luft verteilen können.
• Ausreichend trinken - das beugt einem Flüssigkeitsverlust der Haut und Schleimhäute vor. Nur feuchte Schleimhäute sind in der Lage, Viren abzuwehren.
• Salben oder Nasensprays aus Salzlösung können die Nasenschleimhaut auch unterwegs feucht und geschmeidig halten.

Beitrag: Thomas Förster
Infotext: Beate Wagner

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