Mann friert drußen in Winterjacke (Quelle: imago/Panthermedia)
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- Trockene Luft: Gefahr für die Schleimhäute!

Nicht für jeden ist der Winter ein Wunderland mit glitzernden Eiskristallen und einer schön verschneiten Landschaft. Gerade Krebspatienten oder chronisch Kranke haben bei dem nasskalten Wetter keine leichte Zeit. Aufgrund der geschwächten Immunabwehr und den damit einhergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Durch die Chemotherapie werden die Schleimhäute in Mitleidenschaft gezogen. Viele Patienten klagen über entzündete Mund- und Rachenschleimhaut. Im Winter kommen der ständige Temperaturwechsel zwischen drinnen und draußen und die trockene Heizungsluft hinzu. Das reizt auch bei Gesunden die Schleimhäute.

Abhilfe schafft eine gute Befeuchtung der Raumluft. Stellen Sie Wasserschalen auf den Heizkörper oder nutzen sie einen Luftbefeuchter. Auch Inhalieren kann helfen - ohne starke ätherische Öle, die die Schleimhäute zusätzlich reizen.

Schnee und Glätte: Sturzgefahr!

Stürze können für Krebspatienten gefährlich sein, wenn es bereits Tumorabsiedlungen in den Knochen gibt und diese dadurch brüchiger werden. Zudem kann eine - durch die Chemotherapie verursachte - Blutungsneigung aus einer leichten Prellung eine langwierige Verletzung machen.

Einkäufe deshalb bei Tageslicht erledigen und damit solange warten, bis die Gehwege geräumt sind. Bequemes, festes Schuhwerk mit guter Profilsohle sind wichtig, bei Bedarf können auch Spikes untergeschnallt werden.

Auf frische Luft und Bewegung sollten Sie trotzdem nicht verzichten. Denn das kann gegen ein weiteres krebsbedingtes Leiden helfen: die Fatigue - eine chronische Müdigkeit.

Dunkle Tage: Gefahr für die Stimmung!

Als Fatigue bezeichnen Mediziner eine starke körperliche und seelische Erschöpfung, die Krebspatienten oft während oder nach einer Therapie verspüren. Tumoren wachsen nicht "nur" einfach so - sie nehmen auch Einfluss auf den Stoffwechsel und den Hormonhaushalt. So können sie den Schlaf-Wach-Rhythmus stören und auch die Ausschüttung von Stress- und Wohlfühlhormonen wie etwa Adrenalin und Serotonin beeinflussen. Das sind mögliche Auslöser für die Fatigue. Werden im Winter die Tage immer kürzer und das Wetter trübe, kann das zusätzlich auf die Stimmung drücken.

Helfen kann hier eine behagliche Beleuchtung. Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte, egal ob persönlich oder nur am Telefon. Und bewegen Sie sich: Ärzte empfehlen ein mildes Bewegungsprogramm, um die Erschöpfungssymptome zu mildern.

Infekten vorbeugen - gewusst wie

Insbesondere vor oder während der Therapien sind Krebspatienten anfälliger für Infekte. Für die Chemotherapie ist das bekannt, aber auch eine Bestrahlungstherapie, bei der das Knochenmark mit bestrahlt wird, kann die Immunabwehr schwächen. Hinzu kommt gerade bei fortgeschrittenem Krebs und bei älteren Patienten häufig ein Gewichtsverlust mit Mangelernährung. All das ist der perfekte Nährboden für Infekte. Die sind zwar meist harmlos, können aber eine Unterbrechung der Therapie zur Folge haben. Denn einem Krebspatienten, der erkältet ist, wird keine Chemotherapie gegeben.

Vermeiden Sie:
- große Menschenansammlungen
- Aufenthalte in überfüllten Wartezimmern, Bussen oder Bahnen
- mit ungewaschenen Händen, Mund Augen oder Nase berühren
- Händeschütteln

+ Waschen Sie regelmäßig Ihre Hände mit lauwarmen Wasser und seifenfreier Lotion.
+ Niesen und Husten Sie in ein Taschentuch oder Ihre Armbeuge.
+ Wenden Sie sich ab, wenn jemand in Ihrer Umgebung hustet oder niest.

Auch Nasenduschen sind sehr beliebt in der kalten Jahreszeit, Menschen mit Immunschwäche wird allerdings dringend davon abgeraten. Denn ob regelmäßiges Nasenduschen hilft, einem Infekt vorzubeugen, beurteilen Experten unterschiedlich. Zudem kann die Nasendusche bei mangelnder Reinigung auch zu einer Keimschleuder werden. Und wer unabgekochtes Wasser aus der Leitung nutzt, kann durch die Nasendusche zusätzliche Erreger wie Pilze, Bakterien, Viren oder Amöben in die Nase spülen.

Das Trinken von Leitungswasser ist hingegen unproblematisch, weil der Magen mithilfe seiner Säure die Erreger in Schach hält. Eine solche chemische Waffe hat unser Nase leider nicht.

Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Dr. Katrin Krieft

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