LED-Leuchten (Quelle: imago/imagebroker)
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- LED-Lampen – können sie unseren Augen schaden?

LED-Lampen bieten viel Helligkeit bei gleichzeitig langlebigen Leuchtkörpern – aber sind sie tatsächlich ungefährlich? Augenärzte zeigen sich beunruhigt, dass LEDs auf Dauer die gefürchtete Makuladegeneration auslösen könnten. Zudem soll die Schlafqualität leiden. Was ist dran an den Warnungen und wie kann man möglichen Gefahren vorbeugen?

LED-Lampen haben Glühbirnen und Halogenleuchtern schon vor Jahren den Rang abgelaufen. Mit LED lässt sich bekanntermaßen Strom und damit Geld sparen. Doch das Licht könnte medizinisch große Nachteile haben: Statt des warmen Lichts der Glühbirne mit viel roter Farbe im Spektrum hat die LED-Lampe einen hohen Blauanteil. Experten vermuten nun, dass das nicht nur ungemütlich ist, sondern vor allem den Sehzellen im Auge schadet. Zudem könnte blaues Licht zu Schlafstörungen führen.

Hinweise, dass LED-Licht die Augen schädigt, liefert zum Beispiel eine Studie des französischen Instituts für Gesundheit und Medizinforschung. Der Untersuchung zufolge kann der hohe Anteil an blauem Licht die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) fördern. Die Makula ist der sogenannte "gelbe Fleck" inmitten der Netzhaut, in der die farbempfindlichen Sinneszellen am dichtesten beieinander sitzen. Bei der AMD sammeln sich dort über die Zeit Stoffwechselprodukte, es kommt zu Umbauprozessen.

Langfristig werden die Sehzellen so geschädigt, dass bei den Betroffenen mit AMD

• Umrisse verschwimmen,
• Farben blasser als sonst erscheinen,
• die Sehkraft plötzlich nachlässt.

Das blaue Licht von LED-Lampen fördert diesen Prozess wahrscheinlich, weil es

• die Hornhaut ungehindert passieren kann,
• die Überproduktion eines Eiweißstoffes ankurbelt, der wiederum den Tod der Sehzellen provoziert,
• die Pigmentzellen der Netzhaut schädigen,
• Entzündungsprozesse in der Makula auslöst.

Bislang wurden diese Effekte nur experimentell im Tierversuch nachgewiesen. Die französischen Wissenschaftler haben die Effekte beispielsweise an Ratten untersucht. Langzeituntersuchungen am Menschen fehlen bisher. In der Rattenstudie wurde eine Gruppe der Tiere Licht aus LED-Lampen ausgesetzt, eine Gruppe Licht aus herkömmlichen Glühlampen und eine Gruppe Licht aus Leuchtröhren.

Ergebnis:
1) Bei einer hohen Lichtintensität von 6.000 Lux führten alle Lichtquellen zu Entzündungsprozessen, die das Absterben der Sehzellen förderten.
2) Bei einer geringeren Lichtintensität von 500 Lux, wie sie in vielen Innenräumen herrscht, beeinträchtigte nur das Licht der LED-Lampen die Netzhaut der Ratten.

Schlafstörungen durch blaues Licht

Besonders groß ist die negative Wirkung des blauen Lichtes nachts. Fällt es auf das Auge, wird die Melatoninproduktion gedrosselt. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das zentral den Schlaf stimuliert. Das blaue Licht der LED-Lampen kann folglich durch Störung der Hormonproduktion den Schlafrhythmus stören. Langfristige weitere Folgen von Schlafstörungen sind zum Beispiel Übergewicht und Diabetes.

Augen vor LED-Licht schützen

Die Lichtintensität von LED-Lampen im Haushalt regelt eine EU-Norm. Warm-weißes Licht aus LED-Lampen gilt als weniger gefährlich für die Augen als kalt-weißes Licht. Wer das Risiko senken möchte, kann das Licht von Computermonitoren oder Smartphones daher in den gelblichen Bereich ("Nachtmodus") umstellen. Besonders helle LED-Leuchten sollten so eingestellt werden, dass man nicht direkt hineinschauen kann. Beim Lesen auf Bildschirmen und beim Fernsehen sollte man noch eine andere Lichtquelle im Raum einschalten. Im Dunklen sind die Pupillen sonst so weit gestellt, dass viel blaues Bildschirmlicht ins Auge gelangt. Mittlerweile gibt es auch LED-Lampen mit einem gelb-orange eingefärbten Glaskörper. Sie heißen "Retro", "Vintage" oder "Kaminfeuer". Diese Produkte sind für die Augen weniger schädlich, denn die Tönung filtert das blaue Spektrum fast komplett heraus.

Film: Ulrike Heimes
Infotext: Beate Wagner

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