Mettbrötchen mit Zwiebeln, Gurken und Petersilie (Quelle: imago/imagebroker)
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- Hepatitis E durch Mettbrötchen?

Sie locken als Schnittchen auf vielen Festen: knusprige Brötchen mit frischem Mett und ein paar Zwiebelringen. Aber sie bergen eine Gefahr: Hepatitis E-Viren. Insbesondere immungeschwächte Menschen, Schwangere oder Kinder sind gefährdet, aufgrund dieser Viren eine schwere Leberentzündung zu bekommen. Und die Zahl der Infizierten in Deutschland nimmt zu. 

Eine unterschätzte Infektionskrankheit

Der Verzehr von rohem Fleisch ist einer der Hauptwege bei der Übertragung von Krankheitskeimen vom Tier auf den Menschen. Dazu gehört auch Hepatitis E: Die Viruserkrankung wird insbesondere durch rohes Schweinefleisch übertragen. Denn in Deutschland und den Industrienationen stellt das Hausschwein das wahrscheinlich wichtigste Erreger-Reservoir da. Das heißt: die meisten Menschen stecken sich durch den Verzehr von rohem Schweinefleisch an, das besonders häufig mit Hepatitis-E-Viren kontaminiert ist.

Studien zufolge sind etwa 17 Prozent der Deutschen schon einmal mit Hepatits-E-Viren in Kontakt gekommen, wobei nicht jeder Infizierte auch erkrankt ist. Allerdings nimmt die Zahl der Erkrankungsfälle stark zu: Während es im Jahr 2013 noch 458 Erkrankungen gab, stieg die Zahl 2015 auf 1.246. Im Jahr 2018 wurden rund 3.000 Infektionen mit Hepatitis E gemeldet. Wissenschaftler vermuten jedoch, dass das auch auf eine frühere und bessere Diagnostik zurückzuführen ist. Das bedeutet: Die Erkrankungszahlen nehmen wahrscheinlich nicht tatsächlich zu, es werden aber mehr Erkrankte erkannt. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass die Dunkelziffer höher liegen dürfte.

Leberschäden möglich

Gesunde, junge Menschen überstehen eine Hepatitis-E-Infektion oft beschwerdefrei und komplikationslos.

Nach einer Inkubationszeit von 15 bis 64 Tagen kann es aber auch zu den klassischen Symptomen einer Leberentzündung kommen:
• Gelbfärbung von Haut und Augen
• Dunkelfärbung des Urins
• Entfärbung des Stuhls
• Fieber
• Oberbauchschmerzen
• Müdigkeit
• Appetitverlust

Es können aber auch andere Organe betroffen sein, wie etwa das Nervensystem oder die Nieren. Bei Leberkranken oder Menschen mit schwachem Immunsystem kann die Infektion mit Hepatitis E dramatische Verläufe annehmen, aber auch vollkommen beschwerdefrei bleiben und dennoch eine Leberzirrhose hervorrufen – insbesondere wenn es zu einer chronischen Hepatitis E kommt. Auch Kinder sind gefährdet. Bei etwa 20 Prozent der Erkrankten verläuft die Infektion sogar tödlich. Bei Schwangeren wurden ebenfalls schwere Verläufe beschrieben, allerdings eher in Gebieten, in denen ein anderer Virustyp vorherrscht - wie etwa in Afrika und Asien, und hier insbesondere in Nordindien und Bangladesch. Für den in Deutschland häufigen Virustyp gibt es bisher keine Hinweise dafür, dass die Infektion durch die Schwangerschaft schwerer verläuft.

Besonders gefährdet durch Hepatitis E:
• Immungeschwächte Menschen
• Patienten mit Lebererkrankungen
• Schwangere
• Kinder

Verzicht ist der beste Schutz

Ein Impfstoff gegen die Hepatitis E ist zwar in China zugelassen, steht in Europa aber nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) nicht zur Verfügung. Der einzige Weg, sich zu schützen, ist daher das Vermeiden von Infektionsquellen. Schweinefleisch und Wildfleisch sollten immer gut durchgegart werden, denn dadurch werden die Viren abgetötet. Besonders gefährdete Personen sollten auf den Verzehr von rohem Schweinefleisch verzichten. Dazu zählen nicht nur Mett, sondern auch kurz gereifte Rohwürste, zum Beispiel Salami oder Cabanossi. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat Bestandteile von Hepatitis-E-Erregern in mehr als 100 verschiedenen Wurstsorten nachgewiesen.

Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Dr. Katrin Krieft

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