Frau pflegt Rhododendron (Quelle: imago/Westend61)
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- Gesundes Gärtnern – ohne Niesen und Schniefen durchs Jahr

Wenn Blumen, Gräser und Bäume blühen, sind Pollen meist nicht weit. Das freut die Pflanzen- und Tierwelt, kann aber Allergikern das Gärtnern auf dem Balkon oder im Garten gehörig vermiesen. Die rbb Praxis stellt ihnen "allergiefreundliche" Pflanzen vor. Und wir testen spezielle Utensilien gegen Heuschnupfen und Asthma-Beschwerden.

Gartenarbeit gleich Schwerstarbeit. Das kann sogar krank machen. Wer schmerzhafte Folgen beispielsweise für den Rücken, die Gelenke oder das sonstige Muskel-Skelettsystem verhindern will, sollte:

• ergonomisch arbeiten – und sich beispielsweise bei Tätigkeiten am Boden, also in Kniehaltung, das Gelenk auf 90 Grad halten und immer eine polsternde Unterlage aus dem Baumarkt oder ein Kissen unterlegen.
• bei der Arbeit am Hochbeet das Bein anheben. So wird das Becken gerade gestellt, der Rücken und die Wirbelsäule werden automatisch entlastet.
• bei Arbeiten über Kopf Schmerzen in Schulter oder Nacken verhindern, indem man regelmäßige Pausen einlegt.

• richtig Tragen: Das heißt, schwere Gegenstände dicht an den Körper drücken. Beim Absetzen und Hochheben schwerer Lasten stehen die Knie dann am besten breit auseinander, das Gesäß geht tief nach unten.
• Aufpassen, dass man beim Rasenmähen einen geraden Rücken behält. Ein krummer Rücken entsteht meist durch eine falsche Arbeitshöhe: Der Griff des Mähers ist dann viel zu tief eingestellt. Besser sollte der Griff so eingestellt sein, dass der Gärtner das Gerät mit einem rechten Winkel im Arm ganz leicht schieben kann.

Gesundes Gärtnern für Allergiker

Auch Allergiker sollten bei ihrem Hobby Gärtnern ein paar Regeln beachten und sich folgende Fragen stellen: Welche Pflanzen sind allergikerfreundlich? Wie können sich Betroffene selbst schützen?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, worauf man allergisch reagiert. Dann sollte man sich umfassend über die Pflanzenfamilien, auf die man allergisch reagiert und eventuellen Kreuzallergien informieren.

Welche Pflanzen sind für Allergiker nicht geeignet?

• Generell windblütige Bäume und Gräser, die Ihre Pollen mit dem Wind verwehen lassen (Hohe Pollenkonzentration). Typische Windbestäuber sind: Haselnuss, Schwarz-Erle, Birke, Korbweide, Trauerweide, Kopfweide
• Nadelbäume mit Zapfen
• Blühpflanzen: Korbblüter, wie Beifuß, Schafgarbe, Kamille, Löwenzahn, Chrysantheme, Arnika
• Achtung, auch Kreuzallergien beachten: Bei Beifuß-Allergie könnte es auch Probleme mit Kreuzblütern und Kräutern, wie Oregano, Thymian, Pfeffer geben.
• Exotische Pflanzen gelten als besonders allergieauslösend, da sie vor lauter Stress in der ungewöhnlichen Umgebung und durch ungewöhnliche Temperaturen besonders viele Pollen abgeben. Zum Beispiel: Olivenbaum (Eschenallergiker), Bambus (Graspollenallergiker) Zypressen, Thuja
• Diese Pflanzen enthalten Giftstoffe, auf die Allergiker sensibel reagieren: Blauregen, Maiglöckchen, Oleander
• Kontaktallergie: Eine typische Kontaktallergie wird durch die Blühpflanze Primel ausgelöst (Schutzkleidung! Handschuhe, Mundschutz, bei Gartenarbeit nicht ins Gesicht fassen)

Welche Pflanzen sind für Allergiker geeignet?

• Generell sind Insektenbestäubte Pflanzen weniger allergieauslösend. Ihre Pollen sind klebrig und schwerer als die von Windbestäubern. Daher verteilen sie sich nicht so leicht im Luftraum. Die insektenbestäubten Pflanzen sind oft besonders farbenfroh - als Lockmittel für die Insekten. Insbesondere die Lippenblütler, wie das Tränende Herz oder das Löwenmäulchen, haben komplizierte Blüten, in die die Insekten erst hineinkriechen müssen, um an den Nektar und damit auch an die Pollen zu gelangen. Es gilt daher die Regel: Je bunter die Blume und je aufwendiger die Blüte, desto weniger allergieauslösend ist die Pflanze.
• Pollenarme Blühpflanzen: Petunie, Hornveilchen, Gartensalbei, Passionsblume, Elfenspiegel, Kapuzinerkresse, Narzisse, Iris, Prunkwinde, Schwarzäugige Susanne, Dahlie, Pantoffelblume, Lobelie, Fleißiges Lieschen, Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht
• Auch geeignet: Obstbäume, Magnolie, Spierstrauch, Ahorn, Berberitze, Weigelie, Forsythie, Kolkwitzie, Rotdorn, Schneeball, Azaleen und Rhododendren, Kornelkirsche, Hartriegel
• Rosengewächse, Clematis
• Stauden: Heuchera, Sedum, Tränendes Herz, Montbretie, Storchschnabel, Hortensie, Lenzrose, Akelei, Malven, Pfingstrosen

Was können Allergiker anbauen?

• Obstbäume sind – da insektenbestäubt – unbedenklich. Auch die meisten Gemüsearten wie Radieschen, Salat und Kohlarten sind es, da sie meist vor dem Blühen geerntet werden.
• Haselnusssträucher und Rhabarber sind ungeeignet: Die Blüte vom Rhabarber gibt eine enorme Anzahl von Pollen frei.

Was hilft noch?

• Hecken als Schutz sind ungeeignet, insbesondere beim Heckenschnitt werden die Pollen, die sich dort abgelagert haben wieder durch die Luft gewirbelt. Besser ist es, einen Holzzaun als Sichtschutz und gleichzeitigem Pollenschutz aufzubauen. Regelmäßiges Abspritzen mit Wasser, spült die Pollen ab.
• Keinen Kompost im Garten lagern! Hier lauert die Gefahr der Pilzsporen!
• Schutzkleidung tragen: Schuhe, Handschuhe, Mundschutz.
• Nach der Gartenarbeit sollten Allergiker duschen, um Pollen nicht mit ins Bett zu tragen.
• Kleidung nach der Gartenarbeit in Beutel packen oder direkt waschen.
• Während der Blütezeit können Sträucher und Hecken regelmäßig mit Wasser besprenkelt werden - so können Pollen auf ihren Blättern nicht wieder in die Umgebungsluft gelangen.
• Pollenschutzgitter ans Fenster anbringen. In geschlossenen Räumen verstärkt sich die Allergie.
• Nur Schnittblumen ins Haus bringen, von denen keine "Gefahr" ausgeht.

Infotext: Beate Wagner

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