Hand kneift in Oberarm (Quelle: imago/Bernd Friedel)
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- Kryolipolyse – Fett absaugen durch Kälte

Fettabsaugen durch Kälte ist ganz groß in Mode und wird von vielen angeboten, auch von Nichtmedizinern. Der Vorteil der Kryolipolyse: Das Fettabsaugen funktioniert ohne chirurgischen Eingriff und Vollnarkose. Was kann die Methode leisten? Und welche Risiken birgt sie? Kann sie getrost von Nichtmedizinern angewendet werden?

Obwohl sie zweimal in der Woche sportlich aktiv ist, stört Petra Koch ihr schlaffer Oberarm, wie sie sagt: "Der Winke-Winke-Arm". Im Kryolipolyse-Zentrum in Berlin-Biesdorf will sie sich ihre Oberarme "liften" lassen: durch Fettabsaugen mit Hilfe von Kälte. Überzeugt hat Petra Koch die Kryolipolyse-Methode, da sie ohne Narkose und Operation auskommt. Dr. Andrea Caletti, FA für plastische und ästhetische Chirurgie führt den Eingriff bei ihr durch.

Kälte statt OP und Narkose

Bei der Kryolipolise entzieht die Kälte aus den Kühlapplikatoren den Fettzellen Energie. Der Stoffwechsel der Zellen kommt dadurch zum Erliegen und die Zellen sterben ab. Dr. Andrea Caletti rät dringend, sich nur von Fachärzten behandeln zu lassen, da in der Regel nur ein Facharzt für plastische und ästhetische Chirurgie einschätzen kann, ob die Behandlungsmethode für einen Patienten geeignet ist.

Nicht für jeden geeignet

Für Patienten mit chronischen Herzkrankheiten ist die Methode beispielsweise tabu. Auch für Schwangere oder Menschen, die regelmäßig Blutverdünner einnehmen müssen ist Kryolipolyse nicht geeignet. Menschen mit Hautkrankheiten müssen speziell beraten werden.

Methode für besondere Stellen

Eine Diät ersetzt das Verfahren nicht. Sinnvoll kann es aber an Stellen sein, an denen durch eine normale Gewichtsreduktion wenig zu erreichen ist. Wie beim Oberarm von Petra Koch. Die Behandlung erfolgte bei Ihr zweimal mit einer vierwöchigen Pause. Nach drei Monaten wurde dann gemessen: Um drei cm hat sich der Armumfang verringert - für Petra Koch ein gutes Ergebnis.

In der Regel kostet eine Behandlung mit zwei Sitzungen zwischen vier- und fünfhundert Euro. Die Kassen bezahlen nur in Ausnahmefällen.

Filmbeitrag: Johannes Mayer

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