Junger Mann klettern in der Halle (Quelle: imago/Becker&Bredel)
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- Ist Klettern gesund?

Für den Trendsport Klettern kann man nicht nur an Naturfelsen sondern auch in der Halle oder draußen an Kunstfelsen trainieren. Wie kann man durch Klettern seine Gesundheit erhalten? Und was kann diese Sportart noch? Das haben wir im rbb Praxis Studio live für Sie getestet.

Es gibt zwei Variationen wie geklettert werden kann: Klettern mit Seil und Gurt oder Klettern ohne Seil. Letzteres heißt Bouldern. Dabei wird in geringer Höhe über einer Matte geklettert.  

Klettern kann, richtig angewendet förderlich für die Rückenmuskulatur sein.  Die Streckbewegungen können helfen Verspannungen zu lösen. Außerdem bewegen wir unsere Muskeln beim Klettern dynamisch, die vielen wiederkehrenden Bewegungen sind ein besonders intensives Training für die Muskeln. Klettern gehört zu den Sportarten, die ein intensives Kraftausdauertraining fördern. Wichtig ist es allerdings, Gegendehnungen zu machen, sonst droht bei intensivem Training der Kletterbuckel.

Insbesondere ist beim Klettern auf Sicherheit zu achten: Bei einem Sturz ins Seil drohen etwa schwere Rückenverletzungen, aber auch beim Bouldern können Verstauchungen die Folge eines Sturzes sein.

Bouldern gilt generell als weniger riskant, da in geringer Höhe über einer Matte geklettert wird. Doch beim Bouldern kommt es tatsächlich häufiger zu Verletzungen als beim Seilklettern. Allerdings sind die Verletzungen beim Bouldern in der Regel nicht so groß.

Therapeutisches Klettern

Eine weitere besondere Form ist das Therapeutische Klettern. Diese Therapieform wird gerade an der Uni Potsdam mit mehreren Probanden jeden Alters erforscht. Ziel ist es, Patienten mit Krankheiten an der Wirbelsäule - wie Skoliose, aber auch Schlaganfall-Patienten und Patienten mit Psychischen Problemen zu therapieren.

Bei einem Schlaganfall-Patienten kann über das Klettern die Koordination von Armen und Beinen wieder neu erlernt werden. Bei Skoliose-Patienten soll die mehrfach hintereinander durchgeführte Bewegung beim Klettern der Rotation der Wirbelkörper entgegen wirken. Und bei Menschen mit psychologischen Problemen wird Klettern als Vertrauensübung angewandt.

Therapeutisches Klettern wird derzeit noch nicht von den Krankenkassen übernommen. Es gibt aber Grauzonen: "Momentan kann man therapeutisches Klettern nicht auf Rezept verordnen lassen, es gibt aber die Möglichkeit, "Krankengymnastik-Gerät" verschrieben zu bekommen und darüber  Therapeutisches Klettern abzurechenn", sagt Dr. René Kittel, Sportwissenschaftler Universität Potsdam.

Die Therapeuten, die es einsetzen, werden immer mehr: In den vergangenen Jahren haben Kittel und sein Team dutzende Physio-Therapeuten ausgebildet. Und auch die Charité Berlin nutzt Therapeutisches Klettern.

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