Die Hand einer Mutter berührt das Neugeborene auf dem Rücken (Quelle: imago/PhotoAlto)
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- Kaiserschnitt verhindern

Die Kaiserschnittrate steigt. Und das, obwohl eine natürliche Geburt besser für Kind und Mutter ist als ein operativer Eingriff - es sei denn, er ist aus medizinischer Sicht ein Muss. Sogar bei Beckenendlage gibt es mittlerweile Möglichkeiten, einen Kaiserschnitt zu umgehen. Dr. Larry Hinkson hat dafür eine sanfte Form der äußeren Wendung entwickelt.

Dr. Larry Hinkson ist Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe an der Klinik für Geburtsmedizin der Charité Berlin. Seit über 20 Jahren arbeitet er in der Geburtsmedizin. Immer schon hat er die natürliche Geburt empfohlen und auch Wendungen bei Beckenendlage angeboten. Seitdem seine Kinder auf der Welt sind und Neugeborenenreflexe besser untersucht wurden, hat er eine besonders sanfte Form der Wendung entwickelt, die sich die natürlichen frühkindlichen Reflexe zu Nutzen macht. Mit einer Art Bauchmassage regt Hinkson die Babys im Bauch an, sich umzudrehen. Die Erfolgsrate ist damit von 40 auf 72 Prozent gestiegen. Die Angst der meisten Frauen, die Wendung könne Schmerzen verursachen, ist unbegründet.

Dr. Larry Hinkson

Der Kaiserschnitt ist eine große Operation mit vielen Komplikationen: wie Infektionen, Verletzungen, Blutungen, Anästhesieproblemen und Thrombosegefahr.

Auch wenn die Wendung nicht gelingt, ist ein Kaiserschnitt nicht zwingend notwendig.  Erfahrene Hebammen wie Kerstin Müller, Charité Berlin, begleiten eine natürliche Geburt auch bei einer Beckenendlage. Der Po kommt bei dieser Geburt zuerst und wenn die Schulter da ist, sollte der Kopf schnell nachkommen. Zur Sicherheit ist immer ein Arzt bei einer Geburt mit Beckenendlage dabei.

Viele Frauen entscheiden sich für einen Kaiserschnitt, um den Geburtsschmerzen zu entgehen. Hebamme Kerstin Müller empfiehlt in diesem Fall insbesondere eine gute Geburtsvorbereitung und ein Informationsgespräch mit den zuständigen Hebammen. Sie können darüber informieren, wie die Schmerzen reduziert werden können, und damit den Schwangeren die Angst nehmen.  

Auch bei Zwillingsgeburten ist ein Kaiserschnitt nicht zwingend, wenn alle Voraussetzungen stimmen. Professor Wolfgang Henrich, Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Charité Berlin sagt dazu: "Wir haben an der Charité über 200 Zwillinge pro Jahr. Dadurch haben wir natürlich viel Erfahrung mit Zwillingsgeburten. Wir haben eine gute Narkosevorbereitung. Das heißt, die Frau sollte eine PDA bekommen, das ist eine regionale Betäubung, um entspannt zu sein. Und sie muss es wollen. Der erfahrene Geburtshelfer ist immer dabei, der Oberarzt und ein Facharzt. Auch der Kinderarzt steht im Hintergrund bereit, im Falle einer Notsituation. Mit so guter Unterstützung sind wir Freunde und Fans der natürlichen Geburt bei Zwillingen.“

Filmbeitrag: Svenja Weber

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