Katheteruntersuchung auf OP-Bildschirm (Bild: Colourbox)
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- Katheterablation kann Herzrhythmusstörungen beheben

Bei diesem Eingriff unter örtlicher Betäubung werden mittels eines Ablationskatheters krankhafte Bereiche im Herzmuskelgewebe gezielt verödet. Es sind Zellen, die z.B. für zusätzliche elektrische Impule im Herzen sorgen und damit den Rhythmus stören können. Die verödeten Stellen von nur wenigen Millimetern können bestimmte Herzrhythmusstörungen unterbinden.

Das Herz gilt als Taktgeber des Lebens. Es pumpt unermüdlich, Schlag für Schlag. Doch was ist, wenn die Muskelpumpe aus dem Takt gerät und es zum Beispiel zu Herzrasen kommt? Ist der Herzschlag dauerhaft auf über 100 Schläge pro Minute beschleunigt, sollten Betroffene zum Arzt gehen. Und auch dann, wenn so ein schneller Herzschlag wiederholt auftritt.

Wenn das Herz rast

Typische Beschwerden bei Herzrasen sind:

• ein bedrohliches Stolpern in der Brust
• innere Unruhe
• Druck- oder Engegefühl im Brustkorb
• Kurzatmigkeit
• heftige Schweißausbrüche
• Schwindel und Übelkeit

Herzrasen kann entstehen durch:

• Lagewechsel vom Liegen zum Stehen
• Sport
• starke psychische Belastung
• Zigaretten, Alkohol, Drogen
• hoher Blutdruck
• Überfunktion der Schilddrüse
• Durchblutungsstörungen
• Wechseljahre
• Herz-Kreislauferkranken wie koronare Herzerkrankung oder Herzrhythmusstörungen

Mal sind Herzrhythmusstörungen angeboren, manchmal entwickeln sie sich erst im Laufe des Lebens. Ursachen für den Taktwechsel der elektrischen Herzerregung sind zum Beispiel:

• eine verminderte Durchblutung des Herzens
• zusätzliche Leitungsbahnen
• oder Störungen im Sinusknoten

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung

Beim Vorhofflimmern zieht sich der Vorhof durch unregelmäßige elektrische Reizungen nicht mehr regelmäßig zusammen. Er "zuckt" vielmehr - etwa 350 - 600 Mal in der Minute. Die geordnete Weiterleitung der elektrischen Impulse aus dem Sinusknoten ist unterbrochen, die Herzleistung nimmt ab. Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung: fast 1,8 Millionen Menschen leiden nach neuesten Auswertungen von Krankenkassendaten daran.

Vorhofflimmern selbst ist nicht lebensgefährlich, nur jeder zweite bemerkt es überhaupt. Wird das Blut jedoch aus dem Vorhof nur unvollständig ausgeworfen, drohen Blutgerinnsel. Sie können mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen und dort einen Schlaganfall auslösen. Menschen mit Vorhofflimmern erleiden fünf Mal häufiger einen solchen ischämischen Hirninfarkt als Menschen ohne Herzrhythmusstörung. Verstopfen Blutgerinnsel entsprechend ein kleines Gefäß im Herzen, kommt es zum Herzinfarkt.

"Störerzellen" im Herzen veröden

Wie andere Herzrhythmusstörungen behandeln Ärzte Vorhofflimmern meist zunächst medikamentös, wenn das nicht hilft mit einer sogenannten Katheterablation.

Katheterablationen sind kathetergestützte Spezialeingriffe am Herzmuskelgewebe, mit denen krankhafte elektrische Erregungsherde verödet und dadurch riskante Herzrhythmusstörungen beseitigt werden können. Das Verfahren kommt je nach Rhythmusstörung sofort oder erst dann zum Einsatz, wenn sich eine Rhythmusstörung nicht durch Medikamente kontrollieren lässt.

Nach einer Ablation kehrt das Herz oft dauerhaft in seinen natürlichen Takt zurück. Die anspruchsvollen Behandlungen werden bisweilen auch robotergestützt durchgeführt. Um den Ort der krankhaften Erregung zu lokalisieren nutzen die Mediziner das sogenannten 3D-Mapping: Mit diesem computergestützen Verfahren erstellt man eine dreidimensionale Landkarte, die alle Herzstrukturen und -zellen millimetergenau abgebildet. Durch elektrophysiogische Anwendungen kann so der Ursprungsort der Rhythmusstörungen als Ziel der Verödung definiert werden. Studien zufolge haben etwa 70 bis 80 Prozent der Patienten nach einer Ablation seltener erneute Rhythmusstörungen.  

Therapie von Herzrhythmusstörungen

• Bei der Pulmonalvenenisolation isolieren die Ärzte die Lungenvenen elektrisch vom linken Vorhof. Elektrische Signale, die Vorhofflimmern auslösen, können so nicht mehr von den Lungenvenen in den Vorhof gelangen.

• Bei Vorhofflattern wird die schmale Muskelbrücke zwischen der unteren Hohlvene und dem unteren Teil des Trikuspidalklappenringes zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer verödet. An dieser Stelle wird durch die Katheterablation ein Leitungsblock erzeugt, wodurch die Kreiserregung und damit das Vorhofflattern nicht mehr auftreten kann.

Filmbeitrag: Erika Brettschneider
Infotext: Beate Wagner

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