Ein Arzt mit aufgezogener Spritze (Quelle: imago/McPHOTO)
imago/McPHOTO
Bild: imago/McPHOTO

- Die Angst vor dem Pieks

Spritzen sind unangenehm - das empfindet fast jeder. Doch bei einigen ist die Angst vor dem Pieks und vor Blut so ausgeprägt, dass sie selbst wichtige Arztbesuche meiden. So kann eine Spritzenphobie auch lebensgefährlich werden. Doch es gibt einen Weg aus der Angst-Spirale.

Wenn beim Arzt die Angst kommt, das Herz rast, Übelkeit auftritt, es heiß und kalt wird, der Schweiß ausbricht - dann können das Anzeichen für eine Spritzenphobie sein. Oft hören die Betroffenen: "Das bilden Sie sich nur ein. Niemand mag Spritzen, stellen Sie sich nicht so an." Helfen tut das den Spritzenphobikern nicht. Es kann sogar fatale Folgen haben, wenn sie notwendige Spritzenbehandlungen ablehnen. Meist werden die Betroffenen und ihre Phobie erst ernst genommen, wenn sie in Ohnmacht fallen.

Rot wird über Assoziationsketten zu Angst

Wie groß diese Angst vor Spritzen, Blut oder gar rote Objekte sein kann, dass erzählt Thomas Manz: "Mit der Farbe Rot verknüpfen sich Assoziationsketten. Und irgendwie schafft der Kopf es immer, von einem harmlosen Reiz zu einer Spritze zukommen. Der Kopf baut sich dann Wege, dahin zukommen was mir Angst macht."

Sogar ein Gespräch von Arzt und Patient über Spritzen, Blutabnehmen oder ähnliches im Nebenzimmer, hat bei Manz jahrelang zu Angstzuständen und im schlimmsten Fall zur Ohnmacht geführt. Als Folge hat er sämtliche Arztbesuche gemieden. Und nicht nur das: Er hat seine Ausbildung abgebrochen und sich nur noch selten aus dem Haus getraut.

Vom Fahrradunfall zur Therapie

Ein Fahrradunfall, bei dem ihm die Notfallsanitäter einen Venenzugang legen wollten und Manz wieder Panik bekam ohnmächtig zu werden, hat ihm den Impuls gegeben, umzudenken und etwas ändern zu wollen. Er hat sich in der Humboldt-Universität seiner Angst gestellt: Einmal pro Woche geht der 31-Jährige nun zur Therapie. Die Verhaltenstherapeutin Melanie Köppe hat sich auf Spritzen- und  Blutangstpatienten spezialisiert. Ziel der Therapie ist es: durch Kontakt mit Reizen, die seine Phobie auslösen, diese zu senken.

Konfrontationstraining zähmt die angstmachenden Reize

Während des sogenannten Konfrontationstrainings werden Manz zunächst Accessoires gezeigt, die zum Blutabnehmen notwendig sind, wie beispielsweise eine Manschette, Desinfektionsspray bis hin zur Spritze. In einem Protokoll notiert er in jeder Therapiestunde die Veränderung seines Angstgefühls. Das Protokoll belegt: Am Anfang der Therapiestunden ist seine Angst sehr groß. Doch nach und nach gewöhnt er sich an die angstmachenden Reize. Ziel ist es: In diesem vertrauten Rahmen dem Patienten eine Spritze zu setzen. Nach und nach sollen die Angstzustände von guten Erfahrungen mit Spritzen und Blut verdrängt werden. So dass sich Manz irgendwann wieder mit Mut in eine Arztpraxis trauen kann.

Filmbeitrag: Pia Busch

weitere Themen der Sendung

Gerötete und trockene Augen einer Frau (Bild: Colourbox)
Colourbox

Tränende Augen im Frühling

Wem jetzt die Augen tränen, der denkt an eine Allergie: Heuschnupfen ist tatsächlich ein häufiger Grund, wenn das Auge juckt und nässt. Doch leicht werden andere Ursachen dabei übersehen: das trockene Auge zum Beispiel. Das klingt paradox, kann aber Menschen aller Altersgruppen neben anderen Beschwerden auch tränende Augen bescheren. Diagnose und Therapie zeigt die rbb Praxis.

Blutdruck messen (Bild: imago/Westend61)
imago/Westend61

Bluthochdruck: Richtig messen, natürlich senken

Seine Blutdruckwerte sollte jeder kennen. Wichtig ist dabei aber auch, dass die Werte richtig bestimmt werden. Die rbb Praxis zeigt, worauf Sie bei der Messung achten sollten und welches Gerät für die Messung zu Hause das passende ist. Und wir haben Tipps, wie der Blutdruck natürlich gesenkt werden kann, vielleicht auch ganz ohne Medikamente.

Ältere Hände halten alte Hände (Bild: imago/JOKER)
imago/JOKER

Entlastung für pflegende Angehörige

Die Versorgung älterer Menschen ist oft nicht einfach: In Heimen und ambulanten Diensten ist Personalmangel oft ein Problem. Doch was gäbe es erst für Komplikationen, wenn der Pflegedienst Nummer 1, die Familie, ausfiele. Allein in Berlin und Brandenburg kümmern sich derzeit 270.000 Angehörige um nahestehende Menschen. Wie können sie mit der Mehrfachbelastung besser umgehen? Die rbb Praxis zeigt Hilfsangebote.