Schwitzende Frau tupft sich Stirn mit Handtuch (Bild: imago/Westend61)
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- Herzprobleme bei Hitze

Heiße Sommertage – was den einen freut, belastet die Gesundheit des anderen. Für Menschen mit Herzproblemen kann die Hitze eine große Herausforderung werden. Häufig kommt es zu vermehrter Müdigkeit, Erschöpfung und Konzentrationsstörungen bis hin zu Muskelkrämpfen oder Herzrhythmusstörungen.

Bluthochdruck und Temperaturen hängen eng zusammen. Wenn die Temperaturen steigen, weiten sich die Blutgefäße der Haut. Ganz normal. Denn so fließt mehr Blut durch die Gefäße, und der Körper kann über die Haut Wärme abgeben. Schwitzen unterstützt die Abkühlung. Die Verdunstungskälte kühlt die Hautoberfläche, so dass selbst bei einer Lufttemperatur über 37° Celsius noch Körperwärme abgeführt werden kann. Bei jungen Menschen passiert das, ohne dass sie es merken. Ältere reagieren empfindlicher: Sinkt ihr Blutdruck ab, schwächelt oft auch der Kreislauf: Schwindel oder Augenflimmern sind die Folge.

Wärme bei Bluthochdruck

Noch gravierendere Auswirkungen haben hohe Temperaturen bei Menschen mit Herz- und Kreislauferkrankungen, beispielsweise mit Bluthochdruck. Schon Werte über 25 Grad Celsius können für sie zur Belastung werden: Die blutdrucksenkenden Medikamente verstärken die Wirkung auf den Kreislauf; der Blutdruck rutscht dauerhaft auf Niedrigwerte. Die Folgen: Übelkeit, Schwindel und Kreislaufprobleme. Zudem können die Mittel die natürliche Wärmeregulation behindern.

Fragen Sie Ihren Arzt

Der Blutdruck kann allerdings unter hohen Temperaturen auch steigen. Die wetterabhängige Hypertonie ist mit Medikamenten gut behandelbar. Allerdings kann ein Hypertonie-Medikament im Sommer anders wirken als im Winter. Bei Hitzeperioden kann es deshalb sinnvoll sein, die Dosis einzelner Medikamente zu reduzieren. Welche und in welchem Umfang, das sollte unbedingt mit dem Arzt besprochen werden. Die Deutsche Hochdruckliga (DHL) rät deshalb Bluthochdruck-Patienten bei Hitze, täglich ihren Blutdruck zu kontrollieren. Wenn die Werte stark abweichen, ist es besser, Rücksprache mit dem Arzt zu halten. Auch vor Reisen in warme Gebiete sollten Vorkehrungen getroffen werden.

Temperaturschwankungen und Herzinfarkt

Die Herzinfarktgefahr für Menschen mit Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt um rund 60 Prozent, sobald die Außentemperaturen von einem auf den nächsten Tag um mehr als fünf Grad ansteigen. Das Risiko besteht auch, wenn die Temperatur stark abfällt oder der Luftdruck schwankt. In allen Fällen können sich die Herzkranzgefäße verkrampfen, sagen Herzspezialisten.

Selbsthilfe

Um Herz- und Kreislaufproblemen bei hohen Temperaturen vorzubeugen, hilft es kurzfristig reichlich Flüssigkeit wie Mineralwasser, Saftschorlen oder gekühlten Tee zu trinken. Bier und andere alkoholische Getränke sind nicht zu empfehlen, weil sie die Gefäße zusätzlich weiten. Langfristig macht sich die Sauna bezahlt. Durch das vorbeugende Training des Körpers von heiß auf kalt kann sich der Körper im Falle einer Hitzeperiode schneller darauf einstellen.

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Filmbeitrag: Anja Herr

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