René Schörnick spendet live im Studio Blut.
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- Blut spenden, Leben retten!

Deutschland braucht Blut. 15.000 Spenden werden jeden Tag benötigt. Eine einzige davon kann bis zu drei Schwerkranken oder Verletzten helfen. Doch es fehlen Spender, und vor allem im Sommer wird der Nachschub knapp. Warum ist die Medizin immer noch so dringend auf Spenderblut angewiesen? Wer kann Spender werden? Und welchen Weg nimmt das Blut, nachdem es gespendet wurde?

Blutspender sind Lebensretter. Denn Spenderblut ist für die Versorgung von Unfallpatienten und Schwerkranken unentbehrlich. Etwa jeder Dritte ist einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Insgesamt spenden derzeit jedoch nur knapp drei Prozent der Bevölkerung Blut.

Nötig wäre das Doppelte, um die Bevölkerung in Deutschland langfristig zu versorgen. Hintergrund: Bis heute kennt die Medizin keine Möglichkeit, Blut künstlich herzustellen. Blut ist einzigartig in seiner Zusammensetzung. Für viele Erkrankungen sind aus menschlichem Blut gewonnene Präparate die einzige Behandlungs- oder Heilungsmöglichkeit.

Dafür wird Blut gebraucht

Das Spenderblut wird zunächst in seine Bestandteile aufgetrennt. So kann aus einem halben Liter Blut ein Erythrozytenkonzentrat - die klassische Blutkonserve -, ein Plasmapräparat und ein Thrombozytenpräparat (Blutplättchen) gewonnen werden. Jedes für sich kommt individuell in der Behandlung Schwerkranker zum Einsatz. Bis zu drei Empfänger profitieren von einer Spende. Für diese Zwecke werden Blutspenden eingesetzt:
• Zur Behandlung von Krebspatienten: Chemotherapie und Bestrahlung schädigen zumindest vorübergehend auch die blutbildenden Zellen.
• Bei Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten
• Bei Sport- und Verkehrsunfällen
• Bei Organtransplantationen
• Bei schweren Unfällen. Hier müssen wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen.

Wie schnell regeneriert sich der Körper?

Spender geben etwa einen halben Liter Blut ab. Diese Menge fällt im Vergleich zur Gesamtblutmenge von fünf bis sechs Liter so gering aus, dass sie der Körper sehr schnell wieder kompensiert.
• Der Flüssigkeitsverlust ist durch die Umverteilung des Körperwassers innerhalb von zwei Stunden ausgeglichen.
• Die weißen Blutkörperchen, die für die Infekt-Abwehr zuständig sind, sowie die Blutflüssigkeit, also das Plasma, produziert der Körper innerhalb eines Tages nach.
• Die roten Blutkörperchen erreichen nach zwei bis drei Wochen die alten Werte.

Infektionsquelle Blutspende?

Vor einer Infektionsübertragung bei der Blutspende muss niemand Angst haben - weder als Spender noch als Empfänger. Für die Entnahme werden ausschließlich sterile Einweg-Kanülen verwendet. Eine Ansteckung mit HIV oder anderen Erregern ist daher ausgeschlossen. Vor ihrer Verwendung wird jede Blutspende auf Auffälligkeiten getestet. Bevor nicht alles Testergebnisse da sind, wird die Spende auch nicht weitergeleitet.

Gesunde Wirkungen der Blutspende

Blutspenden ist für gesunde Menschen völlig unbedenklich. Die Spende bringt sogar Vorteile:
• Die regelmäßige Entnahme des halben Liter Bluts trainiert den Kreislauf, so dass der Organismus bei einem Blutverlust, beispielsweise in Folge eines Unfalls, besser mit einem Blutmangel umgehen kann.
• Der regelmäßige Aderlass soll zusätzlich sogar vor schweren Erkrankungen schützen. So gibt es Hinweise darauf, dass die Blutspende möglicherweise den Blutdruck senken und sogar Herzinfarkte vermeiden kann. Um das zu bestätigen, bedarf es allerdings noch umfangreicher Studien.
• Für den Spender bedeutet das regelmäßige Blutspenden auch immer eine Kontrolle der eigenen Gesundheit. Der Blutspender erhält mit jeder Spende einen umfangreichen Gesundheitscheck mit Überprüfung von Puls, Blutdruck, Körpertemperatur sowie des Eisenwertes. Außerdem wird das Blut auf Hepatitis und HIV untersucht.

Wer darf spenden?

Wer unsicher ist, ob er die Spenderkriterien erfüllt, kann sich beim nächsten Blutspendedienst oder im Internet informieren. Grundsätzlich gelten folgende Kriterien:
• Jeder gesunde Erwachsene mit einem Mindestgewicht von 50 kg ab 18 Jahren kann Blut spenden - natürlich immer abhängig vom Gesundheitszustand des Einzelnen .
• Männer dürfen pro Jahr maximal 6 Mal, Frauen 4 Mal spenden.
• Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von acht Wochen (Tag der Blutspende plus 56 Tage) liegen.

Filmbeitrag: Carola Welt
Infotext: Constanze Löffler

Blutspender werden - Leben retten

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