Mücke (Quelle: Colourbox)
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- Vorsicht bei entzündeten Mückenstichen

Neue Mückenarten machen den Experten zur Zeit große Sorgen, denn ihre vermeintlich harmlosen Stiche können schwere Auswirkungen haben.  

Weltweit gibt es an die 3500 Stechmückenarten. In Deutschland wurden bisher 50 Arten nachgewiesen. Faktoren wie Globalisierung und die Klimaveränderung begünstigen die Einschleppung und Ansiedlung bisher nicht heimischer Mückenarten. In diesem Jahr könnte die Mückenplage wieder heftig werden: Entscheidend für ihre Ausbreitung sind die Witterungsverhältnisse im Frühling. Finden die blutsaugenden Insekten dann genug feuchte Brutplätze, um ihre Eier abzulegen, gibt’s viele Mücken. Insofern gilt: Nasser Frühling - guter Start für die Mücken. Die Erfahrung zeigt zudem, dass zunehmend Patienten mit schwerwiegenden Entzündungen in der Klinik landen. In seltenen Fällen kann es zur Blutvergiftung (Sepsis) oder sogar dem Verlust von Extremitäten kommen.  

Einheimische Mücken (noch) ungefährlich

Normalerweise sind Mückenstiche ungefährlich. Sie können allerdings mit einem unangenehmen Juckreiz einhergehen. Mit dem Stich der Mücke gelangt ein örtlich betäubendes und blutgerinnungshemmendes Sekret in die Stichwunde. Der Körper setzt daraufhin den Botenstoff Histamin frei, der für Juckreiz und Quaddelbildung sorgt.
Sobald die Mücke sticht, pumpt sie Eiweißstoffe in die Wunde, damit sie offen bleibt. Darauf reagieren einige Menschen mit heftigen Ausschlägen. Die Ursache für starke Schwellungen und Entzündungen sind Bakterien, die mit jedem Mückenstich übertragen werden können, beispielsweise, wenn Fäkalkeime aus dem Kot von Weidetieren am Stechrüssel der Mücke haften. Außerdem können auch Keime zum Problem werden, die wir ohnehin auf unserer Haut tragen. Mit dem Kratzen landen die Erreger unter die Haut und führen zu Entzündungen mit vergrößerten Lymphknoten und Wasseransammlungen im Gewebe.

Mehr als 50 Mückenarten in Deutschland

Diese teilweise heftigen Körperreaktionen könnten noch zunehmen. Das liegt auch an den neuen Mückenarten, die hier einwandern, wie die Japanische Buschmücke oder die Asiatische Tigermücke. Um an unser Blut zu kommen, spritzen sie beim Stechen einen Wirkstoffcocktail, den unser Abwehrsystem noch nicht kennt. Es reagiert daraufhin besonders heftig. Und es droht Gefahr von anderer Seite: Diese tropischen Mücken können prinzipiell schwere Tropen-Krankheiten wie West-Nil-, Chikungunya-, Dengue- oder auch Zika-Fieber auf den Menschen übertragen. Je wärmer es in Deutschland wird, umso besser sind übrigens die Bedingungen dafür, dass sich die gefährlichen Tropenviren in den Mücken vervielfältigen.

Mückenatlas zeigt Verbreitung

Um die Auswirkungen der Mücken besser zu verstehen, gibt es seit 2012 den Mückenatlas.
Er erfasst und kartiert ihre Verbreitung. Aus ganz Deutschland werden Mücken eingeschickt, bestimmt und eingetragen. So lässt sich feststellen, wie weit sich bei uns schon exotische Mückenarten wie Tiger- oder die Buschmücken ausgebreitet haben. Die Forscherinnen und Forscher haben ein großes Interesse, von möglichst vielen Standorten in Deutschland Mücken zu erhalten. Deshalb sind Bürgerinnen und Bürger zur "Mückenjagd" aufgerufen. Im vergangenen Jahr gab es knapp 3.000 Einsendungen mit fast 11.000 Mücken. Darunter waren 34 Exemplare der Asiatischen Tigermücke, doppelt so viele wie noch 2017.

So kann man Mückenstichen vorbeugen

Um so wichtiger ist der Schutz vor Mückenstichen. Dazu gehört, den juckenden Mückenstich auf keinen Fall aufzukratzen. Sonst gelangen Hautkeime in den Körper. Wenn die Stichstelle stark anschwillt und dazu Fieber auftritt, gehen Sie sofort zum Arzt. Die sogenannte Wundrose gilt als Notfall und erfordert eine Infusion mit Antibiotika. Auch diese Ratschläge schützen Sie vor den Folgen von Mückenstichen:
• Mückenschutzmittel auf die Haut auftragen
• Auf stark riechende Parfums und Kosmetika verzichten
• Helle, lange Kleidung aus dicht gewebtem Stoff tragen
• Fliegengitter und Moskitonetze verwenden
• Mückenstecker anbringen. Aber: regelmäßig lüften, da diese Pestizide ausdünsten
• Sich bei Auslandsreisen gegen von Mücken übertragene Krankheiten impfen lassen, Gelbfieber beispielsweise. Malaria kann medikamentös vorgebeugt werden.
• Schwangere sollten Länder wie Brasilien meiden, in denen das Zika-Virus grassiert. Die Infektion führt zu Fehlbildungen bei Ungeborenen. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Film: Volker Ide
Infotext: Constanze Löffler

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Quelle: rbb

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