Wuchernde Krebszelle (Bild: imago images/Westend61)
imago images/Westend61
Bild: imago images/Westend61

- Hyperthermie – Hitze im Kampf gegen Krebszellen

Hyperthermie bedeutet in der Krebsmedizin: eine gezielte Überwärmung einzelner Körperteile oder Zellen von außen. Diese Behandlungsmethode kann übliche Standardtherapien wie Chemotherapie und Bestrahlung in ihrer lokalen Wirksamkeit deutlich verbessern.

Hyperthermie verstärkt therapeutische Wirkung

An einigen Krebszentren arbeiten Onkologen mit einer häufig noch unbekannten Methode: der Hyperthermie. Diese Erwärmungstherapie wird in Kombination mit Chemo- und Strahlentherapie eingesetzt und kann deren therapeutische Wirkung verstärken. Hyperthermie ist keine "Naturheilkunde" und keine "schonende Alternativtherapie". Studien zeigen, dass durch die kombinierte Anwendung das Tumorwachstum stärker gebremst wird oder der Tumor mehr geschrumpft wird, als ohne Wärme.

Die Hyperthermie ist anerkannt bei:
• Weichteilkrebs,
• wieder auftretendem Brustkrebs,
• wieder auftretendem Gebärmutterhalskrebs
• Bauchspeicheldrüsenkrebs im Rahmen von Studien.

Was passiert bei der Behandlung?

Hyperthermie bedeutet wörtlich "Überwärmung". Der Tumor oder die Metastasen werden
• mithilfe von elektromagnetischen Wellen wie zum Beispiel Mikro-, Radio- oder Ultraschallwellen oder Infrarotstrahlen auf etwa 40 – 44°C erwärmt.
• Die sogenannte regionale Tiefen-Hyperthermie richtet sich gegen tiefliegende Tumore.
• Mit Temperatursonden, die in nahegelegene Körperöffnungen oder direkt im Gewebe eingesetzt werden, kann die Temperatur exakt gesteuert werden.
• Die lokale Oberflächenhyperthermie erreicht oberflächliche Tumore.

Die Hyperthermie selbst ist nicht schmerzhaft. Sie wird von vielen Patienten jedoch als sehr anstrengend empfunden. Die Behandlung dauert je nach Ausdehnung der Überwärmung zwischen ein bis drei Stunden und wird meist einmal wöchentlich durchgeführt.

Mehrere Mechanismen spielen bei der Behandlung eine Rolle:

• Für die Methode nutzt man die Tatsache, dass bösartige Zellen besonders hitzeempfindlich sind. Wird die Zellmembran durch die Hitze beschädigt, können die Krebszellen vom körpereigenen Abwehrsystem besser erkannt und bekämpft werden.
• Durch die Wärme gebildete Hitzeproteine stimulieren das Immunsystem, die Tumorzellen zu bekämpfen.
• Infolge der Überwärmung erhöht sich die Empfindlichkeit der Tumorzellen auf eine Bestrahlung.
• Durch die Wärmeeinwirkung wird die Durchblutung angeregt, so dass Chemotherapeutika sich besser verteilen.

Was sagt die Forschung zur Hyperthermie?

Wichtige internationale und nationale Studien mit Vergleichsgruppen haben die Wirksamkeit der Hyperthermie in Kombination mit Strahlen- und/oder Chemotherapie
bei einigen Erkrankungen gezeigt. Bei bestimmten Tumorerkrankungen gingen Krebsherde zum Teil vollständig zurück. Trotz der bislang vielversprechenden experimentellen und klinischen Erfahrungen sind weitere Forschungen in der Hyperthermie erforderlich.

Für wen eignet sich die Hyperthermie?

Vornehmlich wird Hyperthermie bei Patienten eingesetzt, die:
• auf herkömmliche Therapien nur schlecht angesprochen haben,
• einen Rückfall erlitten haben,
• die bereits Metastasen gebildet haben.

In unserer Region gibt es derzeit drei Hyperthermie-Zentren:

• Helios Klinikum Bad Saarow
• Helios Klinikum Berlin-Buch
• Charité, Berlin

Infotext: Ina Czycykowski
Filmbeitrag: Angelika Wörthmüller

weitere Themen der Sendung

Rettungshubschrauber (Bild: imago images/VIADATA)
imago images/VIADATA

Notfallrettung per Hubschrauber – Early First View

Das Prinzip des ersten Blicks - also des "First view" - ist häufig in der Notfallrettung. 60 von 100 Notaufnahmen in Deutschland verfügen über das System. Kokret heißt das: Der Patient wird zeitnah systematisch eingestuft - ist es ein Notfall und bis wann muss es einen ersten Arztkontakt geben? Im Helios Klinikum Bad Saarow setzt man sogar auf den "Early First View" - und den gibt's dann auch schon im Rettungshubschrauber ...

Collage: Krankenwagen und Hand mit Handy vor Notfallnummer 116117 (Bild: Imago images/Gottfried Czepluch/Panthermedia)
Imago images/Gottfried Czepluch/Panthermedia

Rettungswagen oder Ärztlicher Bereitschaftsdienst?

Wer im Notfall dringend einen Rettungswagen braucht, wählt die 112. Was aber wenn man Hilfe benötigt, es nicht gleich der Krankenwagen sein muss, aber die Arztpraxis bereits geschlossen hat? Viele gehen dann in die Rettungsstelle der nächsten Klinik und warten stundenlang. Dabei gibt es einen anderen Service für solche Fälle: den ärztlichen Bereitschaftsdienst – zentral erreichbar unter 116 117.

Frau läuft durch einen Wald (Bild: imago images/Westend61)
imago images/Westend61

Gesundheit aus dem Wald

Waldspaziergänge stärken unser Immunsystem und tun dem gesamten Körper gut. Davon sind Mediziner nicht nur überzeugt - Koreanische Forscher haben es kürzlich auch in einer Studie belegt: Vor allem die Waldluft tut dem Herz-Kreislauf-System besonders gut. Die rbb Praxis macht den Test. Welchen Einfluss hat ein Waldspaziergang auf unseren Blutdruck?

Neurochirurg bei der OP vor einem Monitor (Bild: rbb)
rbb

Spitzenmedizin: Die Neuro-Docs aus Bad Saarow

In Brandenburg gibt es viele hochspezialisierte Zentren für Spitzenmedizin. Eines davon: das Helios Klinikum in Bad Saarow. Hier operieren Neurochirurgen Patienten mit Rückenschmerzen, entfernen Hirntumore und geben dabei den ganzen Tag ihr Wissen an Studenten weiter. Die rbb Praxis hat Privatdozent Dr. Julius Dengler drei Tage bei der Arbeit begleitet.

Hände voller Schlamm grifen aus Moorbad (Bild: imago images/Gerhard Leber)
imago images/Gerhard Leber

Moorbaden in der Saarow Therme

Das Bad Saarower Niedertorfmoor ist reich an Huminsäuren, Mineralstoffen und östrogenhaltigen Substanzen. Regelmäßige Gutachten bestätigen, dass es besonders bei der Behandlung von Gelenkschmerzen, Rheuma, Wirbelsäulenerkrankungen, Erkrankungen der Atemwege und des Nervensystems eingesetzt werden kann. Und das Moor gibt gespeicherte Wärme gleichmäßig ab, wirkt entzündungshemmend und pflegend.