Rettungshubschrauber (Bild: imago images/VIADATA)
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- Notfallrettung per Hubschrauber – Early First View

Das Prinzip des ersten Blicks - also des "First view" - ist häufig in der Notfallrettung. 60 von 100 Notaufnahmen in Deutschland verfügen über das System. Kokret heißt das: Der Patient wird zeitnah systematisch eingestuft - ist es ein Notfall und bis wann muss es einen ersten Arztkontakt geben? Im Helios Klinikum Bad Saarow setzt man sogar auf den "Early First View" - und den gibt's dann auch schon im Rettungshubschrauber ...

Das Helios Klinikum Bad Saarow ist ein zertifiziertes Traumazentrum mit einer so genannten Chest-Pain-Unit (Brustschmerzzentrum). Mit dem Bad Saarower Konzept des "Early First View", also dem "frühen ersten Blick" sollen Patienten in einem akut lebensbedrohlichen Notfall optimal versorgt werden.

Das bedeutet, dass in Bad Saarow bei jedem Flug des DRF-Rettungshubschraubers "Christoph 49" ein Rettungsmediziner mit dabei ist, der am Notfallort ohne Zeitverlust eine erste Diagnose stellt und damit den Weg für die richtige Weiterbehandlung bahnt. Damit soll für den Patienten wertvolle Zeit gewonnen und außerdem mögliche Fehlerquellen in der Informationskette vermieden werden.

Die Notfallprofis von Bad Saarow

18 Rettungsmediziner gibt es in Bad Saarow, die im Wechsel in der Rettungsmedizin und in der Notaufnahme arbeiten. Sie besitzen eine Doppel- und Zusatzqualifikation wie Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, Intensivmedizin, Schmerztherapie und Klinische Akut-und Notfallmedizin. So können bestimmte Untersuchungen schon früh durchgeführt und doppelte Untersuchungen in der Klinik vermieden werden. Die erforderlichen Qualifikationen für Ärzte des Luftrettungsdienstes sind ebenfalls sehr hoch.

Jährlich werden etwa 24.000 Patienten mit akuten und lebensbedrohlichen Erkrankungen oder Unfallverletzungen in Bad Saarow versorgt. Gearbeitet wird mit dem Triage-System, es gibt zwei neue Beobachtungsräume, zwei Warteräume, einen modernen Schockraum, eine HNO-Ambulanz, einen Bettenwartebereich und viele verschiedene Behandlungs-, Eingriffs-, Arbeits- und Dienstzimmer.

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DRF Luftrettung

Die Crew eines Rettungshubschraubers ist in der Regel von früh 7.00 Uhr bis zum Sonnenuntergang im Einsatz. In Brandenburg gibt es neben Bad Saarow noch eine weitere DRF-Rettungsstation in Angermünde. Der Hubschrauber dort heißt "Christoph 64". Die zwei brandenburgischen Rettungshubschrauber wurden insgesamt 2.701 Mal alarmiert, um für Menschen in Not schnelle medizinische Hilfe zu leisten. (Christoph 49 aus Bad Saarow = 1.299 Einsätze, Christoph 64 aus Angermünde = 1.402 Einsätze).

Was viele nicht wissen: Die DRF Luftrettung ist eine gemeinnützige AG. Krankenkassen erstatten nur die Kosten, die dem gesetzlich vorgeschriebenen Leistungsumfang entsprechen. Fortbildungen, Investitionen in Luftfahrzeuge und modernste Medizintechnik, decken die Krankenkassen nicht mit ab. Zur Finanzierung ihrer lebensrettenden Arbeit ist die DRF auf die Unterstützung von Förderern und Spenden angewiesen.

Infotext: Ina Czycykowski
Filmbeitrag: Ulrike Licht

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