Frau läuft durch einen Wald (Bild: imago images/Westend61)
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- Gesundheit aus dem Wald

Waldspaziergänge stärken unser Immunsystem und tun dem gesamten Körper gut. Davon sind Mediziner nicht nur überzeugt - Koreanische Forscher haben es kürzlich auch in einer Studie belegt: Vor allem die Waldluft tut dem Herz-Kreislauf-System besonders gut. Die rbb Praxis macht den Test. Welchen Einfluss hat ein Waldspaziergang auf unseren Blutdruck?

In Japan geht man zum "Waldbaden". In Österreich führen Waldtherapeuten ihre Patienten ins Grüne. Auch wir Deutsche fühlen uns mit dem Wald verbunden. Er gilt als Ort der Sehnsucht und des Nachdenkens

Wiener Umweltpsychologen haben herausgefunden, dass der Wald die physische ebenso wie die psychische Gesundheit von Menschen stärkt: Wenn man im Wald spazieren geht, schlägt das Herz messbar ruhiger, der Blutdruck sinkt, die Muskeln entspannen sich. Gleichzeitig werden Angespanntheit, Stress und Erschöpfung minimiert, positive Gefühle erscheinen größer und wichtiger als jene, die einen eher zermürben. Die Ruhe der Natur soll helfen, Depressionen vorzubeugen und auch der Krebsprävention dienen.

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Der Kreislauf beruhigt sich im Wald

Koreanische Forscher haben zudem in einer Studie belegt: Es ist besonders die Waldluft, die dem Herz-Kreislauf-System gut tut. Die Mediziner schickten 43 ältere Frauen auf einen einstündigen Spaziergang durch den Wald und 19 andere durch die Stadt. Vor und nach dem Gang überprüften die Ärzte Blutdruck, Lungenkapazität und Elastizität der Arterien.

Ergebnis: Bei den Waldspaziergängern war der Blutdruck signifikant gesunken, die Lungenkapazität hatte zugenommen und die Arterien waren deutlich elastischer. Keine Unterschiede ergaben hingegen die Messwerte bei den Stadtspaziergängern.

Bioaktive Substanzen in der Waldluft

Doch warum sind Waldspaziergänge so gesund? Diese Frage ist Basis verschiedener Studien. Klar ist bisher: Die gute Waldluft bringt wahrscheinlich viele bioaktive Substanzen in den Organismus. Dazu zählen zum Beispiel sogenannte Terpene, die wir über die Atmung und die Haut aufnehmen.

Terpene sind sekundäre Pflanzenstoffe und ätherische Öle, die aus Blättern, Nadeln und anderen Pflanzenteilen stammen. Sie sind in der Lage, unsere körpereigenen Killerzellen zu aktivieren. Jene Zellen und Teile des Immunsystems also, die unter anderem Krebszellen erkennen und zerstören können.

Doch ganz gleich, welche Substanzen oder Reize im Wald es genau sind, die unsere Gesundheit beeinflussen: Um von ihnen zu profitieren muss niemand mehrere Stunden im Grünen verbringen. Schon ein kurzer Aufenthalt in der Natur senkt den Stress, hebt das Selbstbewusstsein und stärkt messbar das Immunsystem. Na dann – runter vom Sofa und rein in den Wald!

Infotext: Beate Wagner
Filmbeitrag: Pia Kollonitsch

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