Gedächtnis- und Konzentrationstraining mit Riesentouchscreen (Bild: rbb)
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- Innovative Ergotherapie für Arme & Hände

Die Fachklinik Wolletzsee bietet Patienten nach Schlaganfall in der Ergotherapie neueste Therapiekonzepte. Seit 2017 verfügt die Klinik über robotikgestützte Geräte, die die Armreha erheblich erweitern. Ob bei Schlaganfallpatienten mit Spastiken, Lähmungen oder bei Schulterschmerzen: Die neuen, smarten Geräte bieten Training in allen Bewegungsausmaßen und auf jedem Level.

Trainingsgeräte, die sich so individuell auf den Patienten einlassen, wie es sonst nur ein Physiotherapeut könnte - das ist der Vorteil der smarten Software und Robotik, die in der Fachklinik Wolletzsee zur Rehabilitation eingesetzt wird. Und dadurch wird vor allem eines möglich: die so wichtige Wiederholung.

So können Patienten beispielsweise tausendfach wiederholte Bewegung für gelähmte Finger schaffen. Eine Rate, die diese ohne das Gerät nicht erzielen könnten oder - mangels Motivation - wollen würden. Es ist aber gerade die Wiederholung, die im Gehirn die neue Verknüpfung von Nerven anregt.

Die Rehabilitation von Funktionsstörungen der Arme, aber auch von Beeinträchtigungen der Gleichgewichts- und Rumpfkontrolle und neuropsychologische Einschränkungen wie Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Wahrnehmungsstörungen können mit den Geräten erweitert werden.

Gamification in der Reha

Die Patienten sitzen während des Trainings vor einem Monitor. Der Computer gibt ihnen Anweisungen, wie stark sie beispielsweise die in dem Übungsarm befestigte Hand zur Faust ballen oder wie oft sie den Unterarm heben sollen. Die Therapeuten kennen die Möglichkeiten und Grenzen ihrer Patienten genau und stimmen deshalb das Übungsprogramm genau auf sie ab. Mithilfe einer bestimmten Software lassen sich die Wirkungen der Rehabilitation und deren Verlauf lückenlos dokumentieren und nachvollziehen.

Die Software bietet auch ein Riesenangebot an Therapiespielen, welche die Motivation und Kontrolle über den Rehabilitationsverlauf verbessern. Alle Therapiegeräte sind individuell anpassbar und lassen Ärzten und Therapeuten genügend Freiraum, um die Rehabilitation kreativ und perfekt auf den Patienten zugeschnitten zu gestalten.

In zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Anzahl der Wiederholungen von Bewegungsabläufen ein wesentlicher Faktor für die Wiederherstellung verlorengegangener Funktionen ist.

Geräte für die smarte Reha

Natürliche Greifbewegung wieder erlernen, auch wenn jeder einzelne Finger unterschiedlich gut neuronal mit dem Gehrin verschaltet ist - das zu ermöglichen, dabei kann das Gerät Amadeu helfen. Je nach Grad der neurologischen Schädigung ist ein rein passives, teilaktives und aktives Training der Finger- und Handfunktionen möglich.

Die Arm-Rehabilitation lässt sich mit einer Mischung aus Schwimm-Spiel und Seilzug gestalten: Im Gerät steckt genau genommen auch ein robotik-gestütztes Schlingensystem, das durch eine intelligente Gewichtsentlastung (IGC) die Arm-Rehabilitation in allen Phasen der Therapie vereinfacht.

Ein sensorgestütztes Therapiegerät erinnert an ein Arcade-Spiel aus alten Zeiten, samt Joystick. Was drin steckt ist aber hoch modern: Sensoren, Software und sensibler "Griff" ermöglichen die aktive Hand-Rehabilitation und so schafft das Gerät zusätzliche Therapieoptionen für die Rumpf-Kontrolle und das Balance-Training.

Besondere Bedeutung erlangt die Therapie der oberen Extremitäten, da Hände wichtigstes Werkzeug für die Menschen sind und darüber hinaus entscheidend für das Alltags- und Berufsleben.

Filmbeitrag: Cornelia Fischer-Börold
Infotext: Beate Wagner

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