Barfußschuh auf Straße (Bild: rbb)
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- Wie gesund sind eigentlich... Barfußschuhe?

Barfußlaufen ist gesund. Der Fuß muss sich an die Unebenheiten des Bodens anpassen – das stärkt die Muskeln und beugt Fehlstellungen vor. Unsere Vorfahren haben sich lange Zeit ohne Schuhe fortbewegt. Es liegt also in unserer Natur, schuhlos durchs Leben zu gehen. Wer sich bisher nicht fürs Barfußlaufen begeistern konnte, für den gibt’s jetzt Barfußschuhe. Sie schützen vor Scherben, Steinchen, Schmutz und Nässe. Und man geht so gesund wie barfuß – behaupten die Hersteller. Doch stimmt das auch?

Barfußschuhe sind im Trend. Entsprechend groß ist mittlerweile das Angebot: Die Schuhe können aussehen wie ein Handschuh für den Fuß, oder sie sind kaum von einem normalem Turnschuh zu unterscheiden. Barfußschuhe haben eine besonders dünne Sohle ohne Fußbett, dadurch dämpfen sie kaum. Das reduziert auch ihr Gewicht: Normalerweise wiegen sie weniger als 350 Gramm.

Barfußschuhe sind grundsätzlich eine gute Erfindung, weil sie keinerlei Stützfunktion bieten und die Fußmuskeln ihre eigentliche Funktion übernehmen müssen. Damit ähnelt das Laufen in den Schuhen sehr dem natürlichen Barfußgehen. Immer mehr Läufer schwören mittlerweile auf das Training in Barfußschuhen. Aber sind solche Schuhe auch unter Belastung so gesund wie barfuß zu laufen?

Aus sportwissenschaftlicher Sicht ist das Laufen in Barfußschuhen dem Joggen in herkömmlichen Schuhen tatsächlich überlegen: Wer mit den barfußartigen Schuhen läuft, tritt eher auf dem Vorfuß auf. Dadurch nimmt man mehr Energie im Sprunggelenk auf und entlastet so das Kniegelenk. Im normalen Joggingschuh kommt man dagegen mit der Ferse auf. Daher ist der Auftritt insgesamt steifer, und das Kniegelenk mehr belastet.

Also sollten Gesundheitsbewusste ganz auf Sportschuhe verzichten und nur noch Barfußschuhe tragen? Davon raten Experten ab. Denn die neuen Barfußschuhe bieten auch Risiken, die zu Verletzungen führen. Beispielsweise beginnen viele Läufer zu früh damit, die Schuhe zu lange tragen. Die Folge sind Überlastungsbeschwerden wie Achillessehnen-Schmerzen bis hin zu Stressfrakturen in der Ferse.

Besser ist es, Barfußschuhe als Trainingsgeräte zu verstehen – und sie nur gelegentlich und ganz bewusst einzusetzen. Experten raten, sich langsam an die Schuhe zu gewöhnen. Dazu gehört das rechtzeitige Training der Fußmuskulatur. Folgende einfachen Trainingsmöglichkeiten gibt es:

• Zehen hochziehen, dann langsam senken und dabei trotzdem das Längsgewölbe des Fußes halten. Übung 30 Mal pro Tag über mehrere Wochen durchführen.
• Auf die Fußballen kommen, 2 Sekunden halten und dann die Fersen senken.

Wer mit Barfußschuhen joggen will, nutzt sie anfänglich nur für kurze Läufe von 3 bis 5 Minuten. So können sich Füße und Wadenmuskulatur langsam an das neue Laufen gewöhnen.

Bei starkem Übergewicht sind Barfußschuhe weniger geeignet, weil die Dämpfungseigenschaften der Schuhe fast vollkommen fehlen. Dadurch können schneller Überlastungsbeschwerden auftreten. Und wie sollten sich Menschen mit Fußfehlstellungen verhalten? Beim Ballenzeh kann es gefährlich sein, mit den barfußähnlichen Schuhen zu laufen, weil die Vorfußdämpfung fehlt. Bei einem Senkfuß ist das Laufen in den Schuhen eher von Vorteil, weil man durch das Training das Längsgewölbe aufbauen kann.

Fazit:

Barfußschuhe sind gesund, wenn man sich langsam an sie gewöhnt. Sportler sollten ihren Laufstil vorher analysieren lassen. Bei Übergewicht, Fußfehlstellungen oder anderen Fußbeschwerden sollte man sich vorher sportorthopädischen Rat holen, ob die Schuhe für einen geeignet sind.

Filmbeitrag: Carola Welt
Infotext: Beate Wagner

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