Zellveränderungen auf der Haut (Bild: imago images/Science Photo Library)
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- Weißer Hautkrebs - wie eine Hautverpflanzung nach der OP helfen kann

Der Weiße Hautkrebs ist die häufigste Hautkrebsart. Eine Form dieser Erkrankung ist das so genannte Basaliom. Es tritt besonders oft an Gesicht und Hals auf. Bei einer OP entstehen dann mitunter Wunden und Narben, die kosmetisch sehr stören. Die rbb Praxis zeigt, wie Betroffene von einer Hauttransplantation profitieren können.

Dass zu viel Sonne der Haut schadet, weiß mittlerweile jedes Kind. In den 1970er Jahren war das noch anders: Wer damals Sonnencreme benutzte, hatte oft eher das Ziel möglichst braun zu werden, als seine Haut vor Krebs zu schützen. Die verwendeten Sonnenschutzcremes hatten oft nur Lichtschutzfaktor 2 - 6. Heute ist ein Lichtschutzfaktor von 50, mindestens aber von 30 üblich.

Der eine oder andere Sonnenbrand galt damals als Beweis für einen gelungenen Sommerurlaub. Heute dagegen sind die Sonnenbrände von früher die Grundlage für Probleme, mit denen viele ehemalige Sonnenanbeter zu kämpfen haben. Denn die Körperhülle weiß zwar Strahlung durch dunkle Hautpigmente abzuwehren und so Schäden in den Zellen zu reparieren. Doch die Belastungen summieren sich. Irgendwann ist der Eigenschutz der Haut erschöpft. Dermatologen sprechen von einem "Sonnenkonto" der Haut. Unter den über 40-jährigen ist dieses Konto heute häufig bedrohlich leer.

Rötliche Verhornung keine übliche Alterserschienung

Wiederholte, intensive UV-Strahlung verursacht in der oberen Hautschicht chronische Schäden. Wer sich über Jahre weder um den UV-Schutz noch die Sonnenbadezeit geschert hat, muss daher mit der Zeit mit Verhornungsstörungen der Haut rechnen. Experten sprechen von aktinischer Keratose. Das sind rötliche, trockene und schuppende Stellen, die sich rau und etwas vorstehend anfühlen. Die Betroffenen halten die Stellen meist für eine normale Alterserscheinung. Doch das ist ein Irrtum.

Denn aus zunächst schorfigen Rötungen entwickeln sich im fortgeschrittenen Stadium kleine Gruppen von rötlichen Papeln, die bis einen Zentimeter groß werden. Diese Aktinischen Keratosen gelten als Vorstufe von weißem Hautkrebs - allerdings nur so lange, wie die mutierten Zellen auf die Oberhaut beschränkt bleiben.

Aktinische Keratosen treten vor allem an Stellen auf, die der Sonne über Jahrzehnte hinweg ausgesetzt waren:
- Kopf,
- Gesicht, Nase, Ohren,
- Stirn,
- Hände,
- Unterarme,
- Bei Frauen das Dekolleté,
- Bei Männern später die Glatze.

Betroffen sind vor allem:
- hellhäutige Menschen ab dem 50. Lebensjahr,
- Männer häufiger als Frauen,
- Menschen wie Bademeister, Weinbauer oder Landschaftsgärtner, die berufsbedingt viel an der frischen Luft arbeiten.

Gute Behandlung dank vielfältiger Therapien

Aktinische Keratosen können gut behandelt werden. Die Therapie richtet sich nach der Art der Flecken, der Körperstelle und der Größe des befallenen Areals. Meist kombinieren Ärzte verschiedene Methoden. Dazu zählen zum Beispiel:

- Energiereiches Laserlicht zerstört vereinzelte betroffene Stellen in der Haut.
- Bei der Kryotherapie werden einzelne Läsionen mit einem Spray tiefgefroren und sterben ab. Narben oder helle Hautstellen können zurückbleiben.
- Kürettage: Abschaben oder Ausschneiden einzelner, kleiner Herde.
- Cremes: Mehrere Präparate mit unterschiedlichem Wirkmechanismus stehen zur Verfügung, aus denen der Arzt das jeweils geeignete wählt.
- Photodynamische Therapie: Lichtgeschädigte Haut lässt sich mit Licht kurieren. Die betroffenen Areale werden zunächst mit Cremes eingeschmiert, deren Wirkstoffe sich in den erkrankten Zellen anreichern und diese für die nachfolgende Lichttherapie empfindlich machen.

Wenn der Hautkrebs sich tiefer gräbt

Diagnostiziert der Dermatologe die veränderten Zellen hingegen bereits in der Lederhaut, spricht er von fortgeschrittenen weißem Hautkrebs. Ärzte unterscheiden das Basaliom und das Spinaliom. Das Basaliom ist in Europa, den USA und Australien der häufigste weiße Hauttumor. Männer und Frauen sind hierbei gleichermaßen betroffen. Das Durchschnittsalter liegt bei 60 Jahren, jedoch ist in den letzten Jahren eine Häufung auch bei jüngeren Patienten zu beobachten. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder dritte Mensch im Laufe seines Lebens an einem Basaliom erkranken wird.

Weißer Hautkrebs wird meist operiert

Das Basaliom geht von der sogenannten Basalzellschicht der Haut und den Wurzelscheiden der Haarfollikel aus. Meist ist der tumoröse Knoten gelblich-rötlich verfärbt und lässt kleine Blutgefäße erkennen. Er bildet so gut wie keine Tochtergeschwulste, kann aber tiefer in die Hautschichten eindringen, in benachbartes Gewebe wachsen und dort zum Beispiel Knochen und Knorpelgewebe zerstören. Das Basaliom sollte, vor allem bei Betroffenen mit Tumoren in sichtbaren Hautregionen wie dem Gesicht, frühzeitig behandelt werden – meist wird es operiert.

Zunächst entnehmen Hautärzte dabei zunächst eine Gewebeprobe, die dann im Labor untersucht wird. Die Wunde wird danach zunächst provisorisch verschlossen. Bestätigt der pathologische Befund am nächsten Tag im Labor den Verdacht auf tumorös veränderte Zellen, werden diese entfernt und die Wunde verschlossen.

Das Problem: Oft muss dabei auch viel gesundes Gewebe entfernt werden. Es entstehen in der Folge nicht selten recht großflächige Verletzungen zum Beispiel im Gesicht, die starke kosmetische Auswirkungen haben. Mit der sogenannten Defektdeckung verschließen Experten diese großflächigen Wunden.

Zwei Varianten der Defektdeckung

Die erste chirurgische Möglichkeit, um die Folgen des operativen Entfernens von weißem Hautkrebs zu überdecken, heißt "Verschiebe-Schwenk-Lappen-Technik". Dabei lösen die Chirurgen benachbarte Haut vom dem darunter liegenden Gewebe ab und ziehen sie, mit einem "Stiel", der die weitere Blutversorgung sichert, über die betreffende Stelle.

Eine zweite Variante ist die Entnahme von Haut von einem gänzlich anderen Hautbereich. Muss also zum Beispiel ein Defekt im Gesicht gedeckt werden, erfolgt die Entnahme von Haut aus dem Bereich vor dem Ohr. Der Schnitt erfolgt ähnlich wie bei einer Gesichtsstraffung und ist nach dem Verheilen der Narbe kaum sichtbar.

Hauttransplantationen auch ambulant und als Kassenleistung

Was viele Menschen nicht wissen: Diese Hauttransplantationen erfolgen keineswegs immer in Vollnarkose, sondern auch ambulant - und werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Betroffene Patienten erhalten nur ein leichtes Beruhigungsmittel, die Haut wird lokal betäubt. Nach etwa einer Woche bestellen die Hautchirurgen die Operierten wieder zur Kontrolle ein und ziehen die Fäden. Das Transplantat heilt dann über mehrere Wochen ein und fügt sich wie ein Puzzlestück in das Hautbild.

Damit sich postoperativ keine Entzündung durch Keime von außen bildet, erhalten die Patienten oft vorbeugend ein Antibiotikum. Patienten, die schon einmal ein Basaliom hatten, sollten nach der Behandlung regelmäßig zur hautärztlichen Kontrolle gehen.

Filmbeitrag: Pia Kollonitsch
Infotext: Beate Wagner

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