Augenärztin schaut durch Linse (Quelle: imago/Westend61)
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- Nachstar - trübe Linse nach Augen-OP

Die Operation eines Grauen Stars ist wie ein kleines medizinisches Wunder: Vorher nehmen Betroffene die Welt durch einen milchigen Schleier wahr, nach der OP ist der Blick wieder klar. Wie das geht? Der Augenchirurg ersetzt die körpereigene, getrübte Linse durch eine Kunstlinse. Die Hülle der eigenen Linse bleibt dabei zurück. Und kann erneut eintrüben. Was ist beim sogenannten Nachstar zu tun? Die rbb Praxis hat sich erkundigt.

Bei Menschen im Alter über 60 Jahren trübt die Augenlinse nach und nach ein. Die Trübung entwickelt sich in der Regel langsam über Monate bis Jahre hinweg. Zu Beginn sind die Symptome kaum wahrnehmbar, am Ende schränkt die abnehmende Sehqualität den Alltag ein. Eine medikamentöse Behandlung gegen den Grauen Star gibt es nicht. Doch durch den Austausch der getrübten Linse gewinnen Patienten wieder klare Sicht.

Häufiger Eingriff

Mit rund 650.000 operierten Augen pro Jahr gehört die Grauer Star-Operation zu den häufigsten, sichersten und erfolgreichsten Eingriffen in Deutschland. Vor dem Eingriff erfolgt eine genaue Diagnostik. Je nach Befund wählt der Augenarzt gemeinsam mit dem Patienten eine passende künstliche Linse aus, die zukünftig die getrübte menschliche Linse ersetzt. Der Einsatz von Speziallinsen ermöglicht zusätzlich noch die Korrektur von Fehlsichtigkeit und Alterssichtigkeit – und macht damit eine Brille überflüssig.

Getrübtes dünnes Häutchen hinter Kunstlinse

Zurück bleibt die körpereigene Hülle oder Sack der Linse. Bei einem Viertel bis zur Hälfte der Patienten trübt nach der Katarakt-Operation die Linsenhinterkapsel ein. Der sogenannte Nachstar entsteht, weil nach der Implantation der Kunstlinse unvermeidlich Zellen der Linse im Kapselsack verbleiben und sich vermehren. Demnach ist der Nachstar eine natürliche Vernarbung oder leichte Eintrübung des Kapselsacks, in den die Linse implantiert wurde. Mit der Qualität der Grauen Star-Operation hat das Auftreten eines Nachstars nichts zu tun.

Einfach Behandlung

Ein Nachstar kann sich einige Monate nach der Grauen Star-Operation ausbilden, aber auch erst viele Jahre später. Er lässt sich schnell und schmerzfrei mit dem YAG-Laser entfernen (YAG-Laser-Kapsulotomie). Dafür wird mit Augentropfen zunächst die Pupille weitgestellt und dann das Auge betäubt. Dann setzt der Augenchirurg ein Kontaktglas auf das Auge. Dadurch sieht er die eingetrübte Linsenhinterkapsel vergrößert. Dann richtet er den Laserstrahl des YAG-Lasers direkt auf das Häutchen. Durch die Laserenergie entstehen im Häutchen kleine Löcher. Das Licht kann wieder ungehindert ins Auge gelangen; die Sicht ist wieder klar. Nach der Laserbehandlung tritt in der Regel kein erneuter Nachstar mehr auf.

Filmbeitrag: Pia Kollonitsch
Infotext: Constanze Löffler

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