Arteriosklerose im 3D-Bild (Bild: imago images/Science Photo Library)
imago images/Science Photo Library
Bild: imago images/Science Photo Library

- Arteriosklerose: Früherkennung kann Leben retten

Bei einer Arteriosklerose verengen sich die Arterien zunehmend, die Durchblutung nimmt ab. Gefährliche Folgen sind Herzinfarkt oder Schlaganfall. Aber auch Durchblutungsstörungen der Beine, die so genannte "Schaufensterkrankheit", sind Folge einer Gefäßverkalkung. Am besten lässt man es gar nicht so weit kommen. Die rbb Praxis zeigt eine einfache und schmerzfreie Methode, die eine drohende Arteriosklerose erkennt

Hierzulande leidet etwa eine Million Menschen an schmerzhaften Durchblutungsstörungen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK). Auslöser sind verengte Arterien im Becken und in den Beinen. Schuld trägt fast immer eine Arteriosklerose. In den Gefäßwänden lagern sich Blutfette, Blutgerinnsel, Bindegewebe oder Kalk ab. Die Folge: Zu wenig Blut und Sauerstoff gelangen ins Gewebe. Der Sauerstoffmangel zwingt die Betroffenen, alle paar Meter stehen zu bleiben, um zu warten, bis das Brennen in den Beinen nachlässt, ganz so, als spazierten sie vom Schaufenster eines Ladens zum nächsten. Der Volksmund spricht deshalb von der Schaufensterkrankheit. Patienten, die daran leiden, haben ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Auf Risikofaktoren und Warnzeichen achten

Gefäßverengungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Patienten mit Risikofaktoren, das sind vor allem Männer in höherem Alter, aktive oder Ex-Raucher, Personen mit Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck. Sie sollten sich rechtzeitig untersuchen lassen – insbesondere, wenn sich typische Warnsignale der pAVK bemerkbar machen:
• Schmerzen beim Gehen,
• nicht heilende Wunden,
• unterschiedliches Wachstum der Zehennägel an linkem und rechtem Fuß sowie
• fehlender Haarwuchs am Schienbein als Hinweis auf eine schlechte Durchblutung.

Mitunter kann sogar eine erektile Dysfunktion das erste Symptom einer pAVK sein. Hinweise gibt auch die nachlassende Ausdauer: Treten beim Gehen wiederholt Schmerzen immer in der gleichen Muskelgruppe an Wade und Oberschenkel auf, ist eine Schaufensterkrankheit und damit eine Durchblutungsstörung der Arterien wahrscheinlich.

Zum Thema

Grafik von Cholesterin im Blutgefäß (Bild: imago/Science Photo Library)
imago/Science Photo Library

Gute Fette, böse Fette - Cholesterin: Je niedriger, desto besser?

Cholesterin - wir brauchen es für die Zellen, andererseits erhöht es das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Manche Ärzte verschreiben darum cholesterinsenkende Statine. Doch viele Patienten haben Angst vor Nebenwirkungen oder zweifeln daran die Medikamente wirklich zu brauchen. Gibt es das "gute" und "böse" Cholesterin noch? Und was können die Medikamente? rbb Praxis klärt auf.

Früh erkannt, früh behandelt

Bei schlechter Durchblutung der Beine wird schmerzfreies Gehen unmöglich, bei Arterienverengungen am Herzen droht ein Herzinfarkt, zugesetzte Gefäße im Hirn lösen einen Schlaganfall aus. Früherkennung ist somit extrem wichtig. Um eine pAVK zu erkennen, tastet der Gefäßspezialist die Fußpulse und führt eine spezielle Druckmessung an Arterien an Arm und Knöchel durch. Damit bestimmt er den sogenannten Knöchel-Arm-Index oder Ankle-Brachial-Index (ABI). Die klassische Untersuchung ähnelt einer Blutdruckmessung mit Ultraschall, inzwischen gibt es aber auch Geräte, die den ABI mit einer simultanen Blutdruckmessung an Armen und Knöcheln ermitteln. Der Test tut nicht weh, ist beliebig wiederholbar und ohne Risiko beim Hausarzt durchführbar. Der ABI-Index aus dem Blutdruck in Unterschenkel und Arm gibt an, wie stark Gefäßablagerungen die Blutzirkulation behindern. Bei einem ABI-Wert unter 0,9 ist die Diagnose pAVK gesichert.

Therapie konservativ beginnen

Zunächst steht bei der Schaufensterkrankheit die konservative Therapie im Vordergrund. Dazu gehören:
• gesunde Ernährung,
• körperliche Bewegung,
• Gewichtsabnahme,
• Nikotinverzicht sowie
• Blutdruckkontrolle.

Zudem sollten Patienten ihre Medikamente regelmäßig und dauerhaft einnehmen. Dazu zählt eine Blutverdünnung mit Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (ASS). Alternativ kommt der Blutverdünner Clopidogrel zum Einsatz. Weitere wichtige begleitende Medikamente sind Blutdruck- und Blutfettsenker. Angiologen setzen zunehmend aber auch auf die Selbstheilungskräfte der Patienten. Ihr Ziel: das Gefäßsystem der Betroffenen durch geeignete Unterstützung so zu stimulieren, dass es wieder neue Blutgefäße sprießen lässt. Die Äderchen lenken das Blut wie Umgehungsstraßen um die verengten Bereiche herum. Als besonders effektiv in puncto Gefäßneubildung erweist sich ein Gehtraining unter Anleitung. In fortgeschrittenem Stadium raten Ärzte bei pAVK meist zum Eingriff an den Gefäßen.

weitere Themen der Sendung

Cannabispflanze neben einer Medikamentenflasche (Quelle: imago / Panthermedia)
imago / Panthermedia

CBD-Öl: Echte Hilfe gegen Schlaflosigkeit?

Als Nahrungsergänzungsmittel taucht CBD-Öl in Drogeriemärkten und Apotheken auf. Auch im Internet boomt der Verkauf. Was ist dran an dem Hype um die Tropfen und Kapseln, von denen viele sich Abhilfe bei Schmerzen oder Schlafstörungen versprechen? Können Ratsuchende bedenkenlos zugreifen?  

Frau inhaliert über Schüssel (Quelle: imago/HRSchulz)
imago/HRSchulz

Inhalieren – was hilft wirklich?

Kamille, Minze oder Salz? Kochend heiß oder nur leicht dampfend? Elektrischer Inhalator oder Kochtopf mit Handtuch? Es gibt viele Arten zu inhalieren. Aber nicht jede ist auch in jedem Fall sinnvoll. Bei welcher Krankheit welche Art der Inhalation helfen kann und worauf Erkältete besser verzichten sollten, erfahren Sie in der rbb Praxis.

Mann hält sich schmerzendes Knie (Bild: imago images/Panthermedia)
imago images/Panthermedia

Kreuzbandriss – Heilung ohne OP

Es gibt stetig bessere Möglichkeiten, ein gerissenes Kreuzband operativ wieder in Funktion zu bringen. Oft folgt dennoch ein monatelanger Ausfall, der auch für Nicht-Profisportler zum Problem werden kann. Die rbb Praxis hat eine Betroffene viele Monate begleitet, die ihr Knie ohne Operation wieder fit und stabil bekommen will. Dafür hat sie an einem Forschungsprojekt der Berliner Charité teilgenommen. Kann sie damit auch eine Arthrose verhindern, eine gefürchtete Folge eines Kreuzbandrisses?

Mann hält sich den Bauch (Quelle: imago / Panthermedia)
imago / Panthermedia

Abenteuer Diagnose: Durchfall durch Olmesartan

Eine Enteropathie ist eine Erkrankung des Darms. Wird sie durch Medikamente ausgelöst, sprechen Ärzte von einer "medikamentenassoziierten Enteropathie". Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Antibiotika oder in seltenen Fällen bestimmte Blutdrucksenker wie Olmesartan.