Frau inhaliert über Schüssel (Quelle: imago/HRSchulz)
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- Inhalieren – was hilft wirklich?

Kamille, Minze oder Salz? Kochend heiß oder nur leicht dampfend? Elektrischer Inhalator oder Kochtopf mit Handtuch? Es gibt viele Arten zu inhalieren. Aber nicht jede ist auch in jedem Fall sinnvoll. Bei welcher Krankheit welche Art der Inhalation helfen kann und worauf Erkältete besser verzichten sollten, erfahren Sie in der rbb Praxis.

Bei sensiblen oder trockenen Schleimhäuten verwendet man am besten nur heißes Wasser zum Inhalieren. Das Wasser sollte auf 40 bis 50 °C abgekühlt sein, ansonsten könnten die Flimmerhärchen in den Atemwegen Schaden nehmen. Für Kinder kann das Wasser noch ein paar Grad weniger haben. Der Wasserdampf sollte 10 bis 20 Minuten eingeatmet werden.

Ätherische Öle vorsichtig nutzen

Zusätze wie Kamille oder ätherische Öle wie Eukalyptus oder Kampfer sind beliebt, können aber zu allergischen Reaktionen führen, insbesondere bei Kindern. Bei ihnen besteht sogar die Gefahr für eine krampfartige Verengung der Luftwege. Aus therapeutischer Sicht können die Zusätze allerdings Sinn ergeben: Die leicht flüchtigen Stoffe werden mit dem Wasserdampf zu den Schleimhäuten transportiert und sollen dort entzündungshemmend und keimtötend wirken, den Schleim verflüssigen und die Flimmerhärchen aktivieren, die den Schleim in Richtung Rachen abtransportieren.

Spezielle Inhalationsapparate

Mit speziellen Inhalationsapparaten gelingt das Inhalieren besonders gut. Sie vernebeln destilliertes Wasser oder medizinische Kochsalzlösung (NaCl 0,9%) zu winzigen Tröpfchen, die leichter und damit tiefer in die Atemwege gelangen. Weil bei diesen Geräten das Wasser kalt vernebelt wird, ist es besonders wichtig auf Keimfreiheit zu achten – idealerweise also abgepackte Lösung aus der Apotheke verwenden. Bei aktiver Vernebelung können je nach Gerätetyp ganz verschiedene Tröpfchengrößen erzeugt werden. Die Größe der Wassertröpfchen entscheidet darüber, wie tief diese in die Atemwege gelangen. Sehr kleine Tröpfchen erreichen auch die Bronchiolen und den zentralen Lungenbereich. Allerdings sollten Inhalationsapparate nicht von mehreren Familienmitgliedern gleichzeitig verwendet werden – denn dann können sich die Geräte zu wahren Keimschleudern entwickeln.

Bei Lungenkrankheiten mit medikamentösen Zusätzen

Bei Asthma und chronischer Bronchitis reicht das Inhalieren puren Wasserdampfs nicht aus. Hier verschreiben die Ärzte höherkonzentrierte Kochsalzlösungen und Medikamente, die die Bronchien erweitern. Vernebler vernebeln die Wirkstoffe besonders gut, so dass die Schleimhäute die Wirkstoffe besser aufnehmen können.

Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext:  Constanze Löffler

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