Patient im Einzelzimmer (Quelle: rbb)
rbb
Bild: rbb

- Abenteuer Diagnose: Morbus Weil

Morbus Weil ist eine meldepflichtige Infektionskrankheit. Sie wird durch den Erreger Leptospira interrogans ausgelöst und deshalb auch als Leptospirose bezeichnet. Die Bakterien werden meist durch kontaminiertes Wasser übertragen, deshalb sind in Industrieländern häufig Kanalarbeiter betroffen. Aber auch der Kot infizierter Ratten oder Mäuse kann eine Leptospirose auslösen, wenn er über die Schleimhäute oder Wunden in den menschlichen Körper gelangt. Auch eine Übertragung über die Atemwege ist möglich.

Symptome des Morbus Weil

Nach der Inkubationszeit von einer Woche können diese Symptome auftreten:
- biphasisches Fieber:starken Fieberschub gefolgt von einem Sinken und erneuten Anstieg der - Körpertemperatur
- Schüttelfrost
- Erbrechen
- Durchfall
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Schwellung der Leber mit Gelbfärbung der Haut und der Lederhaut im Auge
- Nierenentzündung (hämorrhagische Glomerulonephritis)
- Hautausschlag (wie bei Scharlach) am Körper, am nicht im Gesicht
- Hirnhautentzündung

Diagnose und Therapie

Diagnostiziert wird Morbus Weil im Labor durch einen Nachweis der Leptospiren im Blut oder Hirnwasser. Zur Behandlung werden hochdosierte Antibiotika eingesetzt, die möglichst frühzeitig gegeben werden sollten, damit es nicht zu einer problematischen Ausschüttung von Bakteriengiften (Jarisch-Herxheimer-Reaktion) kommt. Die Genesung nach einem Morbus Weil dauert sehr lange. Jeder vierte Betroffene überlebt diese Erkrankung nicht.

Filmbeitrag: Volker Präkelt
Infotext: NDR

weitere Themen der Sendung

Mann schnarcht, Frau hält sich Ohren zu (Bild: imago/Panthermedia)
imago/Panthermedia

Ruhige Nacht! – Schluss mit dem Schnarchen

Über nächtliche Sägegeräusche im Schlafzimmer werden gerne Witze gemacht. Doch für Betroffene ist die Situation alles andere als komisch: Mit dem Schnarchen gehen oft gefährliche Atemaussetzer einher. Und Partner oder Partnerin suchen sich ruhigere Schlafzimmer. Doch es gibt medizinische Auswege - bis hin zu neuen Operationstechniken.

Laborwerte mit hervorgehobenem Eisenwert (Bild: imago/STPP)
imago/STPP

Hämochromatose - gefährlicher Eisenüberschuss

Ständig müde und schlapp? Viele würden da an einen Eisenmangel denken. Doch genau das Gegenteil kann die Ursache sein: ein Eisenüberschuss. Die Eisenspeicherkrankheit oder Hämochromatose betrifft hierzulande rund eine Viertel Million Menschen. Typische Beschwerden wie Müdigkeit oder Gelenkschmerzen treten meist erst nach dem 40. Lebensjahr auf. Doch damit Schäden an Organen vermieden werden, sollte die Krankheit möglichst früh festgestellt werden. Die rbb Praxis zeigt die Diagnose und auch die Therapie: einen Aderlass.

Collage von 3D-Gehirn und Rettungswagen bei Nacht (Bild: imago/Dirk Sattler/Colourbox)
imago/Dirk Sattler/Colourbox

Schlaganfall-Therapie – auch spät noch wirksam?

Je früher das Blutgerinnsel im Kopf aufgelöst oder entfernt wird, desto größer die Chance, den Schlaganfall unbeschadet zu überstehen. Doch was, wenn der Patient erst viele Stunden nach dem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt? Bisher wurde dann in vielen Fällen das Gerinnsel nicht mehr aufgelöst – wegen mangelnder Erfolgsaussichten. Doch das könnte ein Fehler gewesen sein, wie eine neue Studie zeigt.

Mann sitzt auf Parkbank und putzt sich die Nase (Quelle: colourbox)
colourbox

Die besten Hausmittel gegen Erkältung

Irgendwann erwischt es uns alle, und dann schlagen sie zu: Schnupfen und Husten. Was tun, um schnell wieder auf dem Damm zu sein? Wir haben die besten Hausmittel gegen Erkältung zusammengetragen. Von A wie "Antibiotika aus der Natur" bis Z wie "Zink ist für jeden etwas dabei.