Lungenbelastungstest im Klinikum (Quelle: rbb)
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Lungenbelastung bei Asthma (Quelle: rbb) | Bild: rbb

- Lungenfunktionstest

Menschen mit Erkrankungen der Lunge wie zum Beispiel Asthma müssen sich schonen – so die landläufige Meinung. Tatsächlich aber gehört Lungensport heute zum Therapieplan. Denn Sportarten wie Laufen, Schwimmen, Tanzen oder In-Line-Skaten erhöhen den Sauerstofftransport im Blut und steigern die Kondition. Bei Asthmatikern lässt sich so tatsächlich ein nächster Asthmaanfall für acht Stunden hinauszögern. Doch bevor die Patienten starten, sollte ihre Belastbarkeit geprüft werden: mit einer Lungenfunktionsanalyse und vor allem einer Spiroergometrie. Die rbb-Praxis ist live dabei, wie die Lungenbelastung einer 23-jährigen Asthmatikerin im Helios-Krankenhaus Emil von Behring, Lungenklinik Heckeshorn, geprüft wird.

Asthma bronchiale ist eine entzündliche und meist chronische Erkrankung der Atemwege. Für Menschen mit einer Veranlagung kann sich die Bronchialschleimhaut durch verschiedene Auslöser entzünden. Dazu zählen:

· Medikamente
· Allergene wie Pollen
· kalte Luft
· Infekte der oberen Luftwege
· Sodbrennen

Durch die Entzündung der Bronchialschleimhaut:
1. werden in der Folge Entzündungsbotenstoffe angeschwemmt, die die krankhaften Prozesse an der Bronchialschleimhaut in Gang halten.
2. lagert sich Flüssigkeit in der Schleimhaut ein, sie gibt vermehrt zähen Schleim ab.
3. verkrampfen die Muskeln der Bronchien.
4. wird die eingeatmete Luft gegen einen höheren Widerstand abgeatmet.  

Neben verschiedenen Medikamenten gegen Asthma ist Sport ein wichtiger Therapiebestandteil. Asthmatiker, die Sport machen, haben eine deutlich bessere Lebensqualität und brauchen oft weniger Medikamente als Nicht-Sportler. Ein Beispiel: In einer Untersuchung benötigten Patienten, die ein Vierteljahr keinen Sport machten, im Durchschnitt 14 Tage im Monat ein Asthmaspray. Diejenigen, die eine Stunde pro Woche aktiv waren, brauchten das Spray nur an sechs Tagen. Oft helfen schon die kleinen Aktivitätseinheiten: Treppe statt Fahrstuhl, Fahrrad statt Auto. Bevor Asthmatiker jedoch mit einem neuen Sportprogramm starten, sollten sie ihre Lungenfunktion und die Belastungsfähigkeit- und grenze ihrer Lungen testen lassen.

Dafür gibt es verschiedene Verfahren:

1) Die Spirometrie oder Lungenfunktionsprüfung testet zunächst die Funktion der Lunge: Nach tiefem Ausatmen atmet der Patient wieder ein. Dabei misst das Gerät die maximale Lungenvolumen (Vitalkapazität). Nun versucht der Patient, so schnell und kräftig wie möglich auszuatmen. Die Maschine ermittelt nun das maximal in einer Sekunde abgeatmete Volumen (Einsekundenkapazität). Diese und eine Reihe weiterer Messwerte geben Hinweise darauf, ob der Patient durch sein Asthma ein vermindertes Lungenvolumen hat und ob seine Ausatmung behindert ist.

2) Anders als die Spirometrie misst die "große Lungenfunktion" (Bodyplethysmographie) das Luftvolumen in der Lunge sowie der Atemwiderstand in den verengten Bronchien objektiv und unabhängig von der Mitarbeit des Patienten. Die Bodyplethysmographie erfasst also die Bronchialverkrampfung und die Überblähung der Lungenbläschen beim chronischen Asthma.

3) Bei der Spiroergometrie prüft der Lungenfacharzt die Belastbarkeit der Lunge und zusätzlich die Belastung des Herzkreislaufsystems. Dabei strampelt der Patient auf einem Fahrrad oder läuft auf dem Band. Die Ärzte messen während der körperlichen Anstrengung die Herzerregung mit dem EKG und dem Puls. Über eine Gesichtsmaske erfassen sie die Atemgase, also die Konzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Atemluft unter körperlicher Belastung. Die Atemgase geben Auskunft über die körperliche Belastungsgrenze der Patienten. Die Spiroergometrie wird in der Sportmedizin eingesetzt, um die Leistungsfähigkeit und den Trainingserfolg gesunder Sportler zu beurteilen. Sie hilft Experten zudem dabei, Lungenschäden aufzudecken, die zum Beispiel ausschließlich bei körperlicher Belastung sichtbar werden.

Eingesetzt wird die Spiroergometrie zum Beispiel bei Krankheiten wie:
• Asthma
• Angina pectoris
• Herzschwäche
• Chronisch obstruktive Bronchitis
• Hausstauballergie

Filmbeitrag: Erika Brettschneider

Infotext: Beate Wagner

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