Tanzende Beine auf Parkett (Bild: rbb)
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- Tanzen gegen Demenz

Bewegung ist gesund. Besonders Tanzen fördert die körperliche Fitness und scheint zudem einen messbaren Effekt auf das Gehirn zu haben: Laut einer aktuellen neurowissenschaftlichen Untersuchung ist Tanzen damit sogar wertvoll für die Demenzprävention und hat auch positive Auswirkungen bei leichten Symptomen einer Demenzerkrankung.

Körperliche Bewegung, Rhythmusgefühl, soziale Interaktion, Erinnern, Erlernen, Wiedererkennen von Mustern, Musik hören und reagieren: Tanzen ist eine komplexe Sache. Tänzerische Bewegungen stimulieren gleichzeitig viele unterschiedliche Hirnareale. Wie verschiedene Studien zeigen, regt Tanzen die Plastizität des Gehirns an.

Eine aktuelle Untersuchung griechischer Neurowissenschaftler bestätigt das. Die Forscher teilten 44 gesunde Menschen über 60 Jahre zufällig in zwei Gruppen auf: in eine Tanzgruppe und eine aktive Kontrollgruppe. Die Gruppenteilnehmer unterschieden sich nicht in ihrer Denkleistung, Gewicht und dem Ausbildungsniveau. Es gab gleich viele Männer und Frauen.

Die Tänzer erlernten zweimal wöchentlich für je eine Stunde über 24 Wochen griechische Tänze. Die Probanden der Kontrollgruppe sahen hingegen lehrreiche Videos über geschichtliche und kulturelle Themen und beantworteten Fragen.

Ein bis vierzehn Tage vor und nach Trainingsbeginn sowie nach Abschluss der Trainingsphase maßen die Forscher bei allen Probanden mit dem Elektroenzephalogramm (EEG) die Gehirnaktivität, analysierten deren körperliche Fitness und führten psychologische Tests durch.

Gehirn von Demenzkranken kommuniziert eingeschränkt

Konkret untersuchten sie zum Beispiel, ob das Gehirn der Tänzer stärker weitreichend vernetzt kommuniziert oder eher in kleinen Gruppen von Zellverbänden aktiv ist. Frühere Studien hatten gezeigt, dass das Gehirn von Menschen mit Alzheimer-Demenz im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen weniger über verschiedene Gehirnbereiche hinweg kommuniziert – und Netzwerkverbindungen zunehmend verloren gehen.

Das Ergebnis der griechischen Untersuchung

1) Die Tänzer waren nach dem Training - anders als die Kontrollgruppe - körperlich fitter als vorher.
2) Ihr Gehirn wies im Vergleich zu vorher auch eine komplexere Kommunikation zwischen verschiedenen Bereichen auf. Informationen wurden schneller aufgenommen und verarbeitet. Das Gehirn hatte sich also an das Tanzen angepasst und veränderte Wissensnetzwerke geschaffen.
3) Zudem entdeckten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der körperlichen Verfassung und der Denkleistung der Teilnehmer: Je fitter diese körperlich wurden, desto besser schnitten sie auch bei Kriterien wie Aufmerksamkeit, Bewegungsplanung und -ausführung ab, desto mehr schien also ihr Gehirnnetzwerk zu profitieren.

Die Forscher zogen daraus den Schluss, dass ein Tanztraining den Prozess der Neuroplastizität im Gehirn älterer Menschen anregen kann. Sie bewerteten das Tanzen einerseits als ein wertvolles Element zur Demenzprävention. Andererseits könne es auch Menschen mit bereits leichten Symptomen einer Demenzerkrankung unterstützen.

Filmbeitrag: Erika Brettschneider
Infotext: Beate Wagner

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