Hand hält schmerzende Ferse (Bild: imago images/Panthermedia)
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- Fersenschmerz – was steckt dahinter?

Bei jedem Auftreten fährt ein Stich durch den Fuß - die Ferse schmerzt. Oft verbirgt sich dahinter eine Gewebeveränderung in der Sehnenplatte der Fußsohle. Doch was ist die Ursache? Wirken Stoßwellen gegen die Schmerzen? Und wann wird eine OP nötig? Die rbb Praxis gibt Infos und zeigt außerdem, was Betroffene selbst zuhause tun können, um Beschwerden im Fuß zu lindern.

Schmerzen im Bereich der Ferse werden als Tarsalgie bezeichnet. Fersenschmerz ist ein häufiges Phänomen: rund zehn Prozent der Bevölkerung leiden einmal in ihrem Leben darunter. Typischerweise treten die Schmerzen an der Fersenregion, teilweise auch an der gesamten Fußsohle auf.

Betroffene klagen über Schmerzen bei den ersten Schritten am Morgen, nach längerem Rasten, Stehen und Gehen. Im Laufe des Tages verschwindet der Schmerz, um am nächsten Morgen ähnlich schlimm oder schlimmer wieder aufzutauchen. Die Beschwerden beginnen häufig um das 40. Lebensjahr, denn dann wird das Fettpolster, das als natürlicher Dämpfer unter der Ferse sitzt, zunehmend geringer.

Schmerz ist oft Folge einer Entzündung

Oft treten die Schmerzen in Folge einer sogenannten Plantarfasziitis auf, eine Entzündung der großen Sehnenplatte am Ansatz des Fersenbeins. Dabei verändert sich das Gewebe in der Sehnenplatte der Fußsohle, die sogenannte Plantarfaszie. Dieses starke Band erstreckt sich von der Ferse bis zu den Zehen. Seine Hauptfunktion: das Fußgewölbe zu erhalten. Im Stehen und Gehen ist die Plantarfaszie gespannt und wird mechanisch gedehnt. Die Kraft wird wiederum auf die Ansatzstelle am Fersenbein übertragen.

Wenn sich ein Fersensporn bildet

Die vermehrte Druck- und Zugbelastung der Plantarfaszie kann dazu führen, dass sich ein Fersensporn bildet: Die erhöhte Zugbelastung der Sehne am Fersenbein, feinste Risse sowie kleine Verletzungen am Übergang zwischen Sehnen und Knochen führen zu Umbauprozessen, die wiederum Kalkeinlagerungen begünstigen. Die Ansatzstelle der Sehne verhärtet daraufhin, es entsteht am Sehnenende ein knochenähnlicher Fersensporn. Aufgrund permanenter Aktivität und dem vermehrten Druck durch den Fremdkörper entzündet sich das umliegende Gewebe im weiteren Verlauf und es entstehen Schmerzen beim Auftreten.

Fälschlicherweise wird der Kalksporn als Ursache des Schmerzes angesehen. Dagegen spricht, dass etwa 10 bis 20 Prozent der Menschen mit einem Fersensporn keine Schmerzen haben. Und mehr als die Hälfte der Patienten mit Fersenschmerzen haben keinen nachweisbaren Fersensporn. Auslöser für Schmerzen sind vielmehr:

•    starke Überbeanspruchung,
•    Übergewicht sowie
•    Hohl- und Knick-Senkfüße.

Oft schmerzt die Ferse auch ohne erkennbare Ursache in Folge von wiederholten kleinen Verletzungen nach alltäglichen Tätigkeiten. In allen Fällen muss die durch Überlastung bedingte Entzündung der Sehnenplatte behandelt werden.

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Schmerzbestrahlung kann helfen

Betroffene können von einer speziellen Physiotherapie profitieren. Zudem helfen Einlagen. Operiert wird nur in Ausnahmefällen. Hilfreich bei Schmerzen kann eine Therapie mit Stoßwellen sein. Stoßwellen sind stark gebündelte Druckwellen, die Schallwellen ähneln. Sie werden unter anderem zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzt.

Die Behandlung der Ferse mit Stoßwellen soll die Entzündungsreaktion hemmen und damit Schmerzen reduzieren. Die Krankenkassen bezahlen die Behandlung bei Patienten, die seit mindestens sechs Monaten unter dem Fersenschmerz leiden und während dieser Zeit mit anderen Therapiemaßnahmen, Dehnübungen oder Schuheinlagen keine Besserung erreichen konnten.

Auch Röntgenstrahlen können die Beschwerden lindern: Die zielgerichteten Strahlen beeinflussen Zellfunktionen und setzen damit antientzündliche und schmerzlindernde Prozesse in Gang. Die Therapie dauert jeweils nur wenige Sekunden und wird maximal fünfmal - über zwei Wochen verteilt - durchgeführt. Rechtzeitig angewendet ist sie bei etwa 80 Prozent der Patienten erfolgreich. Die Behandlung wird von den Krankenkassen bezahlt. Weil es dabei zu einer erhöhten Strahlenbelastung kommt, ist die Therapie nur für Betroffene über 60 Jahren geeignet.

Filmbeitrag: Jutta Rosbach
Infotext: Constanze Löffler

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