Leeres Gemueseregal in einem Berliner Supermarkt. (Quelle: dpa/Jochen Eckel)
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- Corona-Virus – Was hilft gegen die Angst?

Die Angst vor einem Virus kann für Menschen genauso ansteckend sein, wie das Virus selbst. Das zeigen im Moment nicht zuletzt leer gekaufte Klopapierregale. Doch welche Ängste vor SARS-CoV-2, kurz "Corona" beschäftigen uns im Moment am meisten? Und wie bekommen wir sie in den Griff? Die rbb Praxis fragt einen in Angsterkrankungen erfahrenen Psychologen nach seinen Tipps.

Angsterkrankungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen überhaupt. Betroffen ist jeder fünfte Deutsche, jeder siebte muss deswegen behandelt werden. Wie ängstlich wir sind, hängt von den individuellen genetischen, sozialen und biologischen Faktoren ab. Häufig sind Ängste vererbt. Aber auch gesellschaftliche Umstände führen zu Angstgefühlen: finanzielle Sorgen, Arbeitslosigkeit, Angst vor sozialem Abstieg – und auch ganz neue Ängste, die mit dem neuartigen Corona-Virus auftauchen.

Im Moment treibt viele die Sorge um die eigene Gesundheit um. Vor allem gilt das für so genannte "RisikopatientInnen". Wer jung ist und keine Risikofaktoren hat, der sorgt sich auch um nahe Angehörige, die Eltern, Großeltern oder Menschen mit Vorerkrankungen. Ob Risikopatient oder nicht – wer sonst regelmäßigen und engen Kontakt zu seinen Angehörigen hat, muss jetzt einiges aushalten: Besuchsverbote in Kliniken und Pflegeheimen, Kontaktsperre mit denen, die zu Hause sind.

Wirtschaftliche Angst

Dazu kommen akute Existenzängste: Viele Menschen machen sich derzeit Sorgen um ihre Zukunft. Wer angestellt ist, dem drohen Arbeitslosigkeit oder Gehaltseinbußen. Selbständige und Unternehmer sehen sich schon wenige Tage und Wochen nach Beginn der Corona-Krise sogar in existenzieller Not: Veranstaltungen abgesagt, Kulturbetriebe und Geschäfte geschlossen, Restaurants und Gasstätten nur noch geringfügig geöffnet – überall drohen gravierende Umsatzeinbußen.

Im klassischen Sinne gehören die aktuell weit verbreiteten Existenzängste nicht zu den Angsterkrankungen. Sie können jedoch verstärkend an der Entstehung von psychischen Störungen beteiligt sein.

Symptome der Angst

Wenn Sorgen zu Schlaflosigkeit, Unruhe und Ängsten führen, dann können Entspannungsmethoden, Bewegung und andere Strategien helfen, mit der Belastung besser umzugehen. Eigene Ressourcen wie sozialer Rückhalt und Selbstwertgefühl können gestärkt werden.

An den äußeren Umständen lässt sich therapeutisch nun mal nichts ändern. Doch Therapeuten können Patienten beibringen, anders mit der Angst umzugehen. In Zeit von Corona geht das auch per Videosprechstunde.

Filmbeitrag: Pia Kollonitsch
Infotext: Constanze Löffler

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