Absperrungsschild auf Straße bei Nacht, Blaulicht spiegelt sich auf Boden (Bild: imago images/vmd images)
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- Mit Medikamenten im Straßenverkehr

Viele wählen in diesen Tagen lieber das Auto als Öffentliche Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit - auch untrainiert, zu ungewohnten Zeiten oder wenn zum Einschlafen ein Medikament nötig war. Und den meisten ist dabei nicht bewusst, dass einige Medikamente die Fahrtüchtigkeit beeinflussen. Laut Verkehrsforschern passieren ca. zehn Prozent aller Verkehrsunfälle unter diesem Einfluss. Wir zeigen, bei welchen Mitteln Sie vorsichtig sein müssen.

Viele Menschen haben bereits Erfahrung mit Schlafmitteln - doch die Bedeutung für den Strassenverkehr ist nicht allen klar. Und der Bedarf an medikamentöser Hilfe wächst: Der Verbrauch von Schlaf-und Beruhigungsmittel ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. In einer Panelbefragung unter ApothekerInnen und Apothekenpersonal gaben diese an, dass sowohl verordnete, wie auch frei verkäufliche Schlafmittel 50 , bzw. 58 Prozent häufiger nachgefragt würden, als noch vor fünf Jahren.

In einer forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse von 2017 gaben 24 Prozent der Befragten an Schlaftabletten oder natürliche Schlafpräparate täglich einzusetzen, immerhin noch 16 Prozent nutzten sie mehrmals pro Monat und 55 Prozent seltener. Besonders oft werden Schlafmittel in den Zeitabschnitten rund um den Wechsel von Sommerzeit auf Winterzeit und umgekehrt in Anspruch genommen.

Kein Mittel für eine Schlaflose Nacht

Es ist wichtig, die Einnahmehinweise der Beipackzettel genau zu beachten, sagt Anette Dumin von Przychowski, Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Berlin: "Stellen Sie eine ausreichend lange Schlafdauer sicher. Mindestens acht Stunden nach der Einnahme von diesem Arzneimittel sind sicher. Es ist ganz wichtig bei Schlaftabletten, daß man das nicht erst morgens um fünf nimmt, wenn man die ganze Nacht durchwacht hat, weil  dann ist man einerseits auf jeden Fall unausgeschlafen und morgens um acht auch nicht mehr fit, um ausreichend reaktionsschnell zu sein fürs Autofahren."

Nicht nur Schlafmittel haben Einfluss

Die Fahrtüchtigkeit kann auch beeinträchtigt sein durch:

  • Mittel gegen Allergien
  • Starke Schmerzmittel
  • Erkältungsmittel oder
  • Augenpräparate

Rechtslage nicht eindeutig

Die Frage, wer die Verantwortung trägt, wenn es unter Medikamenteneinfluss zu einem Unfall kommt, beschäftigt schon lange Juristen, bestätigt auch Allgemeinmediziner Dr. Peter Karsten: "Es gibt bei den wenigsten Medikamenten einen genauen Cut, wo man sagt, da ist es erlaubt, da nicht. Das ist eine gemeinsame Verantwortung vom Arzt und Patienten. Ich muss mir ein Bild von meinem Patienten machen und sagen: Traue ich mir das zu, wenn er Schmerztabletten nimmt, dann muss ich ihn darauf hinweisen. Wenn er stabil darauf eingestellt ist, darf er fahren, aber nur wenn er sich dazu auch in der Lage fühlt. Es ist ein Stück weit Verantwortung und es gibt kein standardisiertes Testverfahren."

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