Fahrradfahrer hält sich das Knie vor Schmerz (Quelle: imago/MITO)
imago/MITO
Bild: imago/MITO

- Meniskusschaden: Operation oder Physiotherapie?

Jeder Mensch hat insgesamt vier Menisken. Pro Kniegelenk gibt es einen inneren und einen äußeren Meniskus. Die Menisken unterteilen die Gelenkhöhle des Kniegelenks unvollständig und vermitteln zwischen den stark gekrümmten Gelenkköpfen des Oberschenkelknochens und der flachen Gelenkpfanne des Schienbeins. Vergleichbar mit den Bremsklötzen eines Autos dämpfen sie Stöße, stabilisieren das Gelenk und verteilen Lasten, die auf das Kniegelenk wirken.

Toleranz gegenüber unphysiologisch wirkenden Kräften zum Beispiel beim Sport wird vor allem dem inneren Meniskus abverlangt. Er ist fest mit dem benachbarten Seitenband des Kniegelenks verwachsen und so weniger beweglich als die äußere Scheibe. Doch nicht nur traumatische Erlebnisse beim Sport erschweren das Leben der faserigen Gelenkringe.

Meniskuserkrankungen entstehen auch durch
• ständiges Arbeiten in der Hocke
• Achsenfehlstellungen des Beins
• normale Alterungsprozesse

Häufige Folgen sind:
• Schmerzen
• Risse
• der Verschleiß und die Zerstörung von Knorpelgewebe

Macht der geschädigte Meniskus Beschwerden, gibt es zwei Möglichkeiten: die konservative Physiotherapie, die vor allem die Beinmuskulatur stärkt und das Knie stabilisiert. Und die operative Kniegelenksspiegelung, bei der der kaputte Meniskus genäht und/oder die geschädigten Knorpelteile entfernt werden.

Meniskusoperation zählt zu den häufigsten OPs

Die Operation eines Meniskusrisses gehört zu den häufigsten orthopädischen Eingriffen in Deutschland, allein 300.000 werden jedes Jahr arthroskopisch durchgeführt. Der Nutzen ist bei Experten jedoch umstritten. Aktuell haben dänische Wissenschaftler Studien zu dem Thema ausgewertet und kommen zu dem Schluss: Beide Therapien sind gleichwertig.

Wann welches Verfahren das bessere ist, entscheiden Ärzte daher bei jedem Patienten individuell. Bei schon lange bestehenden Rissen, die starke Beschwerden machen, raten sie eher zur Operation. Bei einem nicht traumatisch entstandenen Riss, bei dem aber viel Meniskusgewebe entfernt werden muss, bevorzugen sie wahrscheinlich die konservative Methode. Denn je mehr Faserknorpel entfernt wird, desto größer ist auch das Risiko für die nachfolgende Arthrose, also den Gelenkverschleiß. Auch das Alter wird in die Entscheidung einbezogen, bei älteren Patienten rät der Experte immer öfter von einer OP ab.

Anders aber ist es bei einem sogenannten Lappenriss: Dabei löst sich ein Teil des Meniskus als Lappen ab. Geschätzt betrifft das ein Viertel aller Risse. Der Lappen kann dann in das Gelenk hineinragen und Schmerzen verursachen. Hier raten die Fachleute in den meisten Fällen zur Operation.

Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Beate Wagner

weitere Themen der Sendung

Frau meditiert auf Balkon (Quelle: imago / Westend61)
imago / Westend61

Achtsamkeit – Wie geht das?

Die Zeit des Rückzugs ist für viele ziemlich langweilig. Aber: Man kann diese momentane Phase der Entschleunigung, in der man vielleicht sogar endlich mal MEHR Zeit hat, auch nutzen – etwa um bewusster mit sich selbst und anderem umzugehen, achtsamer zu sein. Aber wie kann man das lernen und einüben?

Brotscheiben ohne Belag am 1. April (Quelle: imago / Steinach)
imago / Steinach

Gesundheitlicher Aprilscherz

Fake-News gibt es nicht erst seitdem das Internet existiert oder seitdem Donald Trump auf die Presse schimpft. Wir von der Praxis haben schon Fake-News verbreitet, da nannte man das noch Aprilscherz. Wir haben im Archiv gewühlt und die drei Lustigsten herausgesucht.

Schwangere Frau hält sich Bauch und Rücken zugleich (Quelle: imago / Panthermedia)
imago / Panthermedia

Wirbelkörper gebrochen in der Schwangerschaft

Sandra Bringmann wurde nach der Geburt ihrer Tochter völlig unerwartet schwer krank. Sieben Wochen lang hatte sie  Rückenschmerzen. Dann kam der große Schock: Sie konnte sich gar nicht mehr bewegen. Nachts kam der Notarzt, um sie abzuholen.