Mann führt eine Bauchdialyse durch (Quelle: imago/Frank Müller)
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Bild: imago/Frank Müller

- Nierenkrank in Coronazeiten

Nierenkranke können ohne Dialyse nicht überleben. Auch in der Coronazeit müssen sie sich mehrmals in der Woche einer Blutwäsche unterziehen: Entweder am Dialysegerät in einem dafür vorgesehenen Zentrum oder sie führen eine Bauchfell-Dialyse zu Hause durch. Patrick Habermann ist seit über 20 Jahren nierenkrank. Wie hat sich sein Leben durch die Coronazeit verändert?

Täglich muss Patrick Habermann eine Bauchfelldialyse durchführen. Dafür muss alles desinfiziert sein - auch rund um die Gerätschaften. Den implantierten Bauchkatheter verbindet er dafür mit dem Dialysebeutel. 1,5 Liter Lösung laufen anschließend in seinen Bauchraum. Die Speziallösung verbleibt dann vier Stunden in seinem Bauch und soll dort die Giftstoffe aus seinem Körper ziehen. Das Bauchfell ersetzt die Nierenfunktion. Am Schluss wird die Flüssigkeit wieder ausgeleitet.

Lieferengpass in der Coronazeit?

Von der Lieferung der Dialysebeutel, Schläuche und Desinfektionsmittel ist der Nierenpatient abhängig: Ohne Materialien keine Dialyse. Zu Beginn der Coronazeit hat sich der 41-Jährige Sorgen gemacht, dass es zu Lieferengpässen kommen könnte.

Doch Patrick Habermann hatte Glück: Bisher ist jede Bestellung pünktlich nach Hause geliefert worden. Die Sorge schwindet aber nicht ganz: "Man denkt schon darüber nach, was passiert, wenn vielleicht mal irgendwann gar keine Medikamente mehr kommen, ist schon ein komisches Gefühl."  

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Interview | Task-Force in Dialysezentren - Corona - erhöhte Gefahr für Dialyse-Patienten

Für Patienten, deren Nieren nicht mehr funktionieren, ist die Dialyse essentiell. Ohne die Blutwäsche durch Dialysegeräte oder die Bauchfelldialyse würden sie sterben. Die meisten Dialyse-Patienten müssen dreimal in der Woche in ein Zentrum fahren, um dort mit anderen Patienten dialysiert zu werden. In Corona-Zeiten ist das ein Problem. Wie haben sich Dialysezentren in Berlin auf diese Situation eingestellt?

Nierenkrank gleich Risikopatient?

Patrick Habermann gehört mit seiner Nierenerkrankung zur Risikogruppe, doch Ärzte raten auch ihm nichts anderes als anderen Menschen: "Die Ärzte sagen, genauso schützen wie alle anderen, 'normalen' Menschen auch, also Händewaschen, viel darauf achten, wie man mit den Menschen so umgeht, nicht so viel im Gesicht rumfummeln usw".

Trotz Coronakrise geht der Leiter der Lackierabteilung einer großen Autowerkstatt in Ludwigsfelde noch Vollzeit arbeiten. Mit der richtigen Disziplin geht auch das.

Filmbeitrag: Cornelia Fischer-Börold

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