Arzt in OP-Kleidung beugt sich über Patienten (Bild: imago images/Westend61)
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- Krankenhäuser öffnen Regelbetrieb - aber wie?

Als die Corona-Pandemie Deutschland erfasste, wurde der Regelbetrieb in den Krankenhäusern heruntergefahren: Alles, was verschoben werden kann, verschieben - freie Kapazitäten für COVID-Patienten schaffen, so die Ansage von Bund und Senat. Ziel: Die Bilder aus Italien vermeiden. Jetzt wird der Regelbetrieb wieder hochgefahren - wichtig, denn auch wenn manche OPs verschiebbar sind - sie können überlebenswichtig sein.

Eigentlich sollte KFZ-Meister Lutz Baltzer aus Berlin-Reinickendorf längst eine neue Herzklappe bekommen haben. Dann aber kam die Corona-Krise und er musste erst einmal warten. Auf Anweisung von Bund und Ländern hatten die Krankenhäuser verschiebbare geplante OPs verschoben, um Ressourcen für COVID-19-Patienten frei zu machen.

Überlastungen des Gesundheitssystems, zu denen es z.B. in Italien kam, blieben Deutschland zum Glück erspart. Jetzt, knapp zwei Monate nach seiner ursprünglich geplanten OP, wird Lutz Baltzer also nun vermutlich  als einer der ersten "nicht so dringenden Fälle" operiert. Dringend notwendig, denn er braucht eine neue Herzklappe.

Die Auslastung steigt erst langsam wieder

Insgesamt ist die Auslastung der Krankenhäuser aber noch gering. Für Berlin liegen aktuelle Zahlen vor: Coronabedingt wurde die Auslastung von 85% auf 55% heruntergefahren. Statt 75.000 Patienten pro Monat sind es derzeit nur 50.000 in ganz Berlin. Und von insgesamt 1.500 Intensivbetten sind derzeit 433 frei.

Am Campus Mitte der Charité wurden die Operationen sogar auf 30 Prozent heruntergefahren. Ersatzoperationen von Knie- und Hüftgelenken beispielsweise wurden erstmal komplett verschoben. Prof. Carsten Perka, Ärztlicher Direktor am Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie, ist Teil eines Teams, das jetzt an einer Rückkehr zum Normalbetrieb arbeitet: "Die Herausforderung, wenn man das Ganze wieder hochfährt, ist natürlich, die Balance zu wahren. Dinge, die sich so einfach anhören, wie: 'Patient mit einem Wahleingriff' - das kann natürlich einer sein, der sich problemlos verschieben lässt. Das kann aber auch einer sein, der eigentlich in sechs Wochen wieder arbeiten möchte. Oder die ältere Dame, die nicht mehr laufen kann - die aber im Moment nicht von ihrer Tochter versorgt werden kann, weil die wiederum auf den Enkel aufpassen muss. Also es ist nicht nur Medizin, es ist sehr sehr viel Medizinisch-Soziales, was wir mit zu berücksichtigen haben. "Hier am Centrum finden mittlerweile schon wieder etwa 70 Prozent der geplanten OPs statt.

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