Junge Frau cremt sich vor einem Spiegel ein (Quelle: imago / Westend61)
imago /Westend61
Bild: imago /Westend61

- Rosazea: Selbsthilfe für die Haut

Die Hautkrankheit Rosazea betrifft meist Frauen zwischen 30 und 50: Die Haut ist gerötet, Knötchen und Pickel sowie Schwellungen durch gestaute Lymphe sind typische Anzeichen. Eine Lymphmassage kann das Hautbild verbessern. Die rbb Praxis demonstriert, wie man die Lymphmassage auch selber hinkriegt.

Zwei Quadratmeter Haut tragen wir mit uns herum. Das zehn bis zwölf Kilogramm schwere Sinnesorgan mit seinen rund zwei Milliarden Zellen schützt uns gegen Umwelteinflüsse, es reguliert Temperatur und Feuchtigkeit unseres Körpers. Die Haut ist aber auch eine Biochemie-Fabrik, die 30 verschiedene Hormone und Botenstoffe sowohl für den Eigenbedarf als auch für den restlichen Organismus produziert.

Multitalent mit Antennen

Vor allem aber ist die Haut unsere Antenne zur Außenwelt: Neben Schweiß- und Talgdrüsen, Blutgefäßen, Pigmentzellen und Haaren sitzen in ihr über vier Millionen Sensoren, die sanftes Streicheln und einen kratzigen Pullover ebenso wahrnehmen wie Kälte, Wärme und Schmerz. Auf einem Quadratzentimeter laufen vier Meter Nervenbahnen und leiten einen Reiz mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 Metern pro Sekunde blitzschnell von der Fingerspitze ins Gehirn.

Glatt, rosig und makellos wünschen wir uns unsere Haut, denn diese Attribute stehen für Jugend und Attraktivität. Doch die Haut merkt sich jedes Lebensjahr und jedes Sonnenbad. Falten und Sonnenflecken erzählen davon, wie gut oder grob wir mit ihr umgehen. Hauterkrankungen wie Psoriasis, Neurodermitis, Akne und Weißfleckenkrankheit äußern sich mit Entzündung, Rötung, Juckreiz oder Pigmentstörungen.

Hauterkrankung mit erweiterten Gefäßen

Die Rosazea ist eine Hauterkrankung, bei der infolge einer Gefäßschwäche erweiterte Äderchen zu stark geröteter Gesichtshaut führen, vor allem an der Nase und auf den Wangen. In der Fachsprache heißen diese Gefäßerweiterungen Teleangiektasien. Der Volksmund nennt die Rosazea auch "Rosenblütchen". Die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 30. bis 50. Lebensjahr.

Schweregradeder Rosazea

Die Rosazea lässt sich in drei Schweregrade unterteilen:

1. Zunächst sind ausgeprägte Rötungen und feine rote Linien auf den Wangen erkennbar.
2. Dazu kommen entzündliche Pusteln und Eiterbläschen, das Bindegewebe schwillt an. In diesem Stadium wird die Hauterkrankung gelegentlich mit einer Akne verwechselt.
3. Bei einigen Patienten (fast ausschließlich bei Männern) vermehrt sich das Bindegewebe, insbesondere an der Nase, und es bildet sich eine Knollennase. Die Ursache für diese Entwicklung ist noch nicht zweifelsfrei geklärt.

Mitunter Augen beteiligt

In schweren Fällen kann die Rosazea bis in die Augen reichen. Die Augen sind dann dauerhaft gerötet und trocken, tränen permanent und die Lider sind geschwollen. An eine Rosazea der Augen sollte man auch denken, wenn die Augen extrem lichtempfindlich sind, oder wenn sich im Bereich der Lidränder und der Bindehaut sichtbar erweiterte Blutgefäße zeigen.

Wichtig:
- Eine Rosazea kann auch ausschließlich an den Augen auftreten.
- Bei jedem fünften Betroffenen geht sie von den Augen später auf die Gesichtshaut über.
- Bei 25 bis 50 Prozent der Betroffenen sind sowohl die Augen als auch das Gesicht gleichzeitig erkrankt.

Auslöser meiden

Auslöser für eine Rosazea können Kaffee, Sonne, Emotionen, Stress, scharfe Speisen, Alkohol, körperliche Anstrengung und starke Temperaturreize sein. Diese Auslöser sollten gemieden werden, um ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern. Betroffene Patienten müssen ihre Haut zudem intensiv und sorgfältig pflegen und vor der Sonne schützen.

Lymphdrainage besonders effektiv

Bei Rosazea empfehlen manche Dermatologen eine Lymphdrainage des Gesichts. Warum? Die Lymphbahnen sorgen dafür, dass die Lymphflüssigkeit besser aus dem Gewebe abfließen kann. Bestimmte Bewegungen an der Haut verstärken die Pulsationen der Lymphgefäße und verbessern so den Lymphabstrom, also das Abfließen der Lymphflüssigkeit. Dadurch sollen Schwellungen und Rötungen langfristig gemindert werden.

Die Massagen sind grundsätzlich für alle geeignet. Bei einer einfachen Rosazea muss der Patient die Massage bei einer Physiotherapie selbst zahlen. Bei schwereren Verläufen, beispielsweise mit einem zusätzlichen Ödem, kann der Arzt die Behandlung verordnen. Dann wird die Therapie von den Kassen übernommen.

Lymphdrainage für zu Hause

Wer sich eine Behandlung beim Profi nicht leisten kann oder will, bekommt hier eine Anleitung zum selber machen. Die Massage dauert etwa 5 bis 15 Minuten und kann täglich durchgeführt werden.

1. Gesicht gut eincremen, um die Haut durch die Massage nicht zusätzlich zu reizen
2. Schultern, Gesicht und Hände lockern und entspannen
3. Den Venenwinkel am Hals massieren, um den Abtransport der Lymphe zu aktivieren. Als Venenwinkel bezeichnet man in der Anatomie den Zusammenfluss der beiden größten Venen am Brusteingang – etwa in Höhe Schlüsselbeingruben.
4. Mit kreisenden Bewegungen vom Unterkiefer außen nach innen massieren, dabei immer Richtung der Venenwinkel ausstreichen
5. Hocharbeiten Richtung Wangen, Nase, Jochbein, Tränensäcke, Oberlider/Augenbrauen, Schläfe und Stirnn, dabei stets in Richtung Venenwinkel ausstreichen.

Massieren Sie an jeder Stelle etwa sieben bis zehn Sekunden mit kreisenden Bewegungen, danach ausstreichen. Wenn Sie die Massage allein zu Hause durchführen, massieren Sie erst eine Seite, dann die andere. Beidseitige Massagen könnte zu schwierig werden!

Bauen Sie die Massage in Ihren Alltag ein und führen Sie die Massage möglichst täglich durch. Das Gesicht kann dadurch erröten, die Rötung lässt aber schnell wieder nach. Sie werden schnell eine Entspannung im Gesicht spüren, Druck und Spannungsgefühl lassen nach. Manche Patienten profitieren auch von nachlassenden Kopfschmerzen durch die Massage.

Bei Verdacht auf Rosazea zum Arzt

Betroffene sollten bei Verdacht in jedem Fall einen Haut- oder einen Augenarzt aufsuchen. Je nach Schweregrad verschreibt er Salben oder auch eine Laserbehandlung. Patienten, deren Augen betroffen sind, sollten täglich ihre Wimpern säubern. Das gelingt zum Beispiel mit einem Waschlappen, der mit mildem Shampoo getränkt ist. Damit fahren Sie langsam über das geschlossene Augenlid. Ablagerungen und Sekrete können auch vorsichtig mit einem feuchten Wattestäbchen entfernt werden.

Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Constanze Löffler

weitere Themen der Sendung

Arzt in OP-Kleidung beugt sich über Patienten (Bild: imago images/Westend61)
imago images/Westend61

Krankenhäuser öffnen Regelbetrieb - aber wie?

Als die Corona-Pandemie Deutschland erfasste, wurde der Regelbetrieb in den Krankenhäusern heruntergefahren: Alles, was verschoben werden kann, verschieben - freie Kapazitäten für COVID-Patienten schaffen, so die Ansage von Bund und Senat. Ziel: Die Bilder aus Italien vermeiden. Jetzt wird der Regelbetrieb wieder hochgefahren - wichtig, denn auch wenn manche OPs verschiebbar sind - sie können überlebenswichtig sein.

Beine liegen auf einem Kissen, um Krampfadern entgegenzuwirken (Quelle: colourbox.de)
colourbox

Laser gegen Krampfadern

Krampfadern sind mehr als ein kosmetisches Problem: Der Blutstau in den Venen verursacht Druckgefühl und Schmerzen in den Beinen. In fortgeschrittenen Fällen können Thrombosen und sogar "offene Beine" entstehen. Außer der herkömmlichen Operation, dem Venen-Stripping, lassen sich die ausgesackten Venen mit Laserenergie beseitigen. Wie gut ist die Methode? Die rbb Praxis ist live bei so einem Eingriff dabei.

Junge Frau raucht eine Zigarette (Quelle: imago/Petra Schneider)
imago/Petra Schneider

Corona: Besonderes Risiko für Raucher - und was hilft

Rauchen fördert schwere Erkrankungen, insbesondere der Lunge und Atemwege. Ein erhöhtes Risiko für Raucher wird auch bei Infektionen mit dem neuartigen Corona-Virus beobachtet. Experten raten daher zu besonderem Schutz von Rauchern. Noch besser: Komplett aufs Rauchen zu verzichten. Denn beim Rauchen wirken außer Nikotin viele weitere giftige Stoffe auf den Körper ein. Die rbb Praxis gibt hilfreiche Tipps für ein rauchfreies Leben.

Frau klebt sich Wirkstoffpflaster auf Oberarm (Bild: imago images/Science Photo Library)
imago images/Science Photo Library

Wirkstoffpflaster: Kleben statt Schlucken

Drei Millionen Pflaster ersetzen jedes Jahr in Deutschland Tabletten. Die Wirkstoffe werden über die Haut ins Blut abgegeben, belasten so nicht den Magen-Darm-Trakt. Wirkstoffpflaster werden vor allem in der Hormonersatztherapie, gegen Parkinson oder Schmerzen eingesetzt. Aber es gibt Gefahren, die Patienten kennen sollten.