Hand hält Diabetesmessgerät mit Teststreifen (Bild: imago images/CHROMORANGE)
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- Erhöhtes Covid-19-Risiko für Diabetiker?

Diabetiker sind seit Wochen verunsichert, weil sie als Corona-Risikogruppe eingestuft werden. Denn: Das Robert-Koch-Institut zählt sie zu den Personengruppen, die ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Andererseits betont die Deutsche Diabetes Gesellschaft, dass Diabetiker kein erhöhtes Risiko haben. Mit diesen Einschränkungen: Wenn sie ansonsten gesund sind, und nicht zu viel Übergewicht haben.

Diabetiker, ganz gleich ob Typ 1 oder Typ 2, sind es gewöhnt, ihren Alltag auf die Krankheit abzustimmen. Daran ändert auch die Coronakrise nichts: Wie alle anderen Menschen sollten Diabetiker
• sich an die empfohlenen Abstandsregeln halten,
• ihre Kontakte generell minimieren
• einen Mundschutz tragen.

Ob sie zudem zu der Gruppe von Risikopatienten zählen – die bei einer Coronainfektion mit einem schwereren Verlauf rechnen müssen – darüber streiten die Experten derzeit. Das Robert-Koch-Institut (RKI) zählt Diabetiker ähnlich wie Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen zu den Risikopatienten. Bei ihnen scheint, so die Auffassung der Behörde, das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf erhöht zu sein.

Anders klingt die Einschätzung der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG): Zwar gäbe es Hinweise darauf, dass der Krankheitsverlauf bei Diabetikern schwerer sein kann. Doch die meisten an COVID-19 Verstorbenen mit Diabetes waren hochbetagt und hatten weitere Erkrankungen. Es gibt derzeit nur wenige Studien zum Zusammenhang von COVID-19 und Diabetes. Diese Daten lassen jedoch vermuten, dass ein Diabetes an sich kein Risikofaktor ist, so die DDG. Eher sei es die Kombination aus Diabetes mit Alter und Begleiterkrankungen, die einen schweren Verlauf provoziert.

Diabetiker sollten nicht stigmatisiert werden

Vor allem jetzt, wo die Lockerungsmaßnahmen in Deutschland zu einem wichtigen Schritt in Richtung einer Normalisierung des öffentlichen Lebens führen, sind viele Diabetiker verunsichert, ob sie eventuell aufgrund ihrer Erkrankung von Arbeitgebern, öffentlichen Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten ausgeschlossen werden könnten. Diese Angst scheint nicht unbegründet. Denn viele öffentliche Einrichtungen und Arbeitnehmer orientieren sich allein an den Vorgaben des RKI und treffen für ihre Kindergartenkinder, Schüler und Mitarbeiter entsprechende Entscheidungen.
Wenn der Blutzucker von Menschen mit Diabetes Typ 1 oder Typ 2 gut eingestellt ist und sie, wie alle anderen Menschen auch, Abstand halten, auf ihr Gewicht, ihre Ernährung und regelmäßige Bewegung achten, sind die Patienten der DDG zufolge aber nicht besonders gefährdet. Die DDG warnt daher vor einer Stigmatisierung der Patienten.

Bei stabilem Stoffwechsel ist Arbeiten möglich

Grundsätzlich könnten, so die Experten in einem Positionspapier der DDG, Berufstätige mit Diabetes mellitus ihre Tätigkeit während der Corona-Pandemie fortsetzen, wenn sie die erforderlichen Schutzmaßnahmen einhalten. Betroffene sollten allerdings einen stabilen Diabetes-Stoffwechsel haben und nicht an anderen schweren Risikofaktoren wie Erkrankungen an
• Gefäßen
• Lunge
• Herz
• Nieren oder Leber leiden

Bei stark gefährdeten Patienten müssten behandelnde Ärzte, Betriebsärzte und Gesundheitsbehörden individuell über die berufliche Teilhabe entscheiden. Grundsätzlich halten die DDG-Experten bei einer stabilen Infektionssituation eine dauerhafte Einschränkung der Teilhabe von bestimmten Bevölkerungsgruppen aus menschlichen, ethischen, juristischen, ökonomischen und psycho-sozialen Gründen für weder sinnvoll noch zulässig.

Filmbeitrag: Heike Schüler
Infotext: Beate Wagner

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