Symbolbild: Psychologische Resilienz (Bild: Colourbox/ Alena Ozerova)
Bild: Colourbox/ Alena Ozerova

- Wie Resilienz durch Krisen hilft

Resilienz bei Menschen bedeutet, dass sie Krisen und Belastungen durchstehen und dabei gesund aus ihnen hervorgehen. Warum das einige Menschen besser können als andere, damit beschäftigt sich die Resilienzforschung. Wir alle befinden uns gerade in der Corona-Krise. Kann die Resilienzforschung uns helfen, sie besser zu überstehen?

Einige Menschen haben mehr Resilienz als andere

Menschen, die auf sich selbst und ihre Fähigkeiten vertrauen, fühlen sich widrigen Umständen nicht hilflos ausgeliefert. Sie gehen davon aus, auch schwierige Situationen aktiv mitgestalten zu können. Das macht sie stark im Umgang mit Belastungen. Psychologen bezeichnen diese Fähigkeit als "Resilienz". Das Wort Resilienz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie "Zurückspringen" oder "Abprallen". Wer resilient ist, wer also eine psychische Widerstandsfähigkeit hat, besitzt die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, ohne an ihnen zu zerbrechen.

Seit etwa 30 Jahren beschäftigen sich Forscher mit dieser seelischen Widerstandsfähigkeit. Anders als anfangs vermutet, ist sie kein angeborenes Privileg, das den Starken in die Wiege gelegt ist. Resilienzstrategien entwickeln sich im Laufe des Lebens und lassen sich auch im Erwachsenenalter lernen. Wissenschaftler kennen verschiedene Faktoren, die begünstigen, dass ein Mensch widerstandsfähig ist.

Dazu zählen zum Beispiel:
• soziale Unterstützung,
• Optimismus,
• das Gefühl, Dinge kontrollieren zu können,
• die Fähigkeit, trotz schlimmer Situationen oder Stress auch Gutes zu sehen,
• seine Aufmerksamkeit auf die positiven Dinge zu richten.

Resilienzforscher betrachten Resilienz heute also ganz klar als das Ergebnis eines Prozesses – der sich vor allem an dem individuell empfundenen Stress der Betroffenen misst. Resilienz ist immer entsprechend der persönlichen Belastung zu sehen. Einige Leute können sehr viel Stress ertragen und bleiben gesund, manche Leute sind mit wenig Stress schon psychisch beeinträchtigt. Die erste Gruppe ist demnach also hochresilient, die andere Gruppe wenig resilient. Resilienz ist ein Ergebnis, ein Outcome und keine Charaktereigenschaft.

Zum Weiterlesen

Frau reckt vor untergehender Sonne Arme in die Luft (Bild: imago images/Panthermedia)
imago images/Panthermedia

Was die Seele stark macht - Resilienz stärken: Gesund bleiben trotz Stress

Stress, Zeitdruck, Schicksalsschläge - Belastungen im Alltag sind vielfältig und gehören zum Leben. Woran manche lange knabbern, meistern andere unbeschadet. Die Wissenschaft nennt das: Resilienz. Die Fähigkeit und seelische Kraft, mit Krisen und stressigen Zeiten umzugehen - und das kann man lernen. Die rbb-Praxis hat Tipps zusammengestellt, mit denen Sie gelassen durch den Alltag kommen.

Starke Strategien

In Zeiten der Coronakrise haben viele Experten Tipps, wie wir mit Stress und Ängsten klarkommen – und unsere Resilienz erhöhen können. Die amerikanische Psychologenvereinigung beispielsweise schlägt zehn Verhaltensweisen vor, die zur psychischen Widerstandsfähigkeit beitragen:

1  Soziale Kontakte aufbauen, Unterstützung suchen und annehmen
2  Nicht gleich aufgeben, lösungsorientiert denken
3  Veränderungen offen gegenüberstehen. Akzeptieren, was nicht zu ändern ist
4  Realistische Ziele setzen und kontinuierlich verfolgen
5  Probleme aktiv angehen, keine Vogel-Strauß-Politik betreiben
6  Sich selbst besser kennen lernen, Dinge tun, bei denen die eigenen Möglichkeiten und Stärken zutage treten
7  An sich glauben, in Krisensituationen den eigenen Fähigkeiten vertrauen
8  Langfristig denken, aktuelle Probleme nicht überbewerten
9  Optimismus pflegen, mehr auf positive Erwartungen als auf Ängste konzentrieren
10 Für sich selbst sorgen, die eigenen Bedürfnisse und Gefühle achten. Körper und Geist aktiv stärken und entspannen.

Filmbeitrag: Svenja Weber
Infotext: Beate Wagner

weitere Themen der Sendung

Hand hält Diabetesmessgerät mit Teststreifen (Bild: imago images/CHROMORANGE)
imago images/CHROMORANGE

Erhöhtes Covid-19-Risiko für Diabetiker?

Diabetiker sind seit Wochen verunsichert, weil sie als Corona-Risikogruppe eingestuft werden. Denn: Das Robert-Koch-Institut zählt sie zu den Personengruppen, die ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben. Andererseits betont die Deutsche Diabetes Gesellschaft, dass Diabetiker kein erhöhtes Risiko haben. Mit diesen Einschränkungen: Wenn sie ansonsten gesund sind, und nicht zu viel Übergewicht haben.

Frau mit Brustkrebsschleife trägt rosa Shirt und Mund-Nasen-Schutz (Bild: imago images/Westend61/Michael Weber/Panthermedia)
imago images/Westend61/Michael Weber

Brustkrebsbehandlung in Zeiten von Corona

Große Verunsicherung gab es zu Beginn der Coronakrise, ob Krebspatienten noch adäquat behandelt werden können. Absagen von Krebsoperationen, Lieferengpässe bei Krebsmedikamenten, all das hat Betroffene in Sorge versetzt. Inzwischen hat sich die Situation stabilisiert.  

Die Beine einer Frau im Wasser (Quelle: imago/viennaslide)
imago /viennaslide

Serie - Kneipp – Knieguss

Der Kneipp-Knieguss hilft, wenn die Beine geschwollen und müde sind. Günstig ist er bei venösen Durchblutungsstörungen, Krampfadern oder ständig kalten Füßen. Aber er wirkt, wie jeder Kneipp-Guss, auch stärkend auf das Immunsystem.