Bundeswehrkrankenhaus in Berlin (Quelle: imago/STPP)
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- Das Berliner Bundeswehrkrankenhaus: Unterwegs mit Bauch-Doc Dr. Hauer

Viele wissen es nicht: Im Berliner Bundeswehrkrankenhaus werden keineswegs nur Soldaten betreut. Auch Zivilisten werden hier untersucht und behandelt. Vor allem die Bauchchirurgie genießt einen hervorragenden Ruf. Die rbb Praxis hat den erfahrenen Chirurgen Dr. Thorsten Hauer mehrere Tage lang begleitet – bei der Untersuchung seiner Patienten, im OP und bei Einsätzen als Notarzt auf einem Rettungswagen.

Das Bundeswehrkrankenhaus (BwKrhs) in Berlin Mitte ist die größte militärische Behandlungseinrichtung im Nordostdeutschen Raum. Doch nicht nur das: Sowohl die Klinik als auch ihr Rettungsdienst sind fest in das zivile Gesundheitsnetz der Bundeshauptstadt integriert. Das bedeutet: Alle ambulanten, stationären und rehabilitativen Einrichtungen des BwKrhs stehen Soldaten und zivilen Patienten offen. Zudem versorgt die Klinik als "Regierungskrankenhaus" zahlreiche oberste Bundesbehörden.

Zu den Kernaufgaben der Klinik zählen:

• die optimale regionale und überregionale medizinische Versorgung, auch auf dem Rettungswagen der Bundeswehr,
• die Ausbildung und das ständige Training von militärischem Sanitätspersonal für die Auslandseinsätze der Bundeswehr, zum Beispiel in Mali
• die Durchführung von Lehrveranstaltungen als "Akademisches Lehrkrankenhaus" der Charitè Universitätsmedizin.

Die medizinischen Schwerpunkte des BwKrhs

• Rettungs- und Notfallmedizin / traumatologische Akutversorgung
• Chirurgisches Zentrum mit den Teilbereichen Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Gefäßchirurgie, Plastische und Handchirurgie sowie Orthopädie und Unfallchirurgie
• Prostatazentrum Berlin Mitte
• Psychotraumatologie (unter anderem PTBS-Behandlung)
• Infektologie und Tropenmedizin mit drei ausgebildeten Tropenmedizinern

Da die Klinik bereits im Namen das Wort "Bundeswehr" trägt, wird das Haus jedoch von vielen zivilen Patienten – zu Unrecht – als Krankenhaus wahrgenommen, das ausschließlich Soldaten und andere Mitlieder der Bundeswehr betreut. Dabei genießen die Ärzte und Pfleger bestimmter Abteilungen, wie zum Beispiel in der Bauchchirurgie, auch in der normalen Bevölkerung einen hervorragenden Ruf.

Spezialisierte Bundeswehr-Chirurgen

Die Bundeswehr hält gerade in der Bauchchirurgie eine Gruppe von spezialisierten Chirurgen vor. Sie sind geschult in der Versorgung schwieriger Verwundungen im Bauch. Ein Gebiet, in dem deutsche Ärzte normalerweise nicht ausgebildet werden. Denn zusätzlich zur hiesigen alltäglichen Versorgung der Berliner Patienten gehen alle Ärzte des Bundeswehrkrankenhauses regelmäßig verpflichtend auf Auslandseinsätze wie zum Beispiel in Krisengebiete in Afghanistan oder Mali.

Die Expertise der Mediziner bei herkömmlichen Bauchoperationen kommt aber so auch der deutschen Zivilbevölkerung zugute. Im Bundeswehrkrankenhaus werden zivile Patienten mit Darmkrebs genauso operiert wie alle Berufsgruppen der Bundeswehr. Dabei geht es nicht nur um Schussverletzungen, sondern auch um Bundeswehrsoldaten, die im Dienst z.B. mit einem Gallengangverschluss hierherkommen.

Der Standardeingriff bei der Galle ist in den meisten Fällen eine laparoskopische Entfernung - also die Gallenblasenoperation per Schlüsselloch-Chirurgie. Bei dem minimalinvasiven Eingriff machen die Chirurgen vier kleine Schnitte, durch die eine Kamera und verschiedene Arbeitsinstrumente in die Bauchhöhle eingeführt werden. Neben der professionellen Tumorchirurgie ist sie ein häufiger Eingriff im BwKrhs.

 

Filmbeitrag: Cornelia Fischer-Börold
Infotext: Beate Wagner

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