Senior mit Smarthome Bedienung und Tee auf Sofa (Bild: Colourbox)
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- Selbstbestimmt leben im Alter – mit cleveren Lösungen für die Wohnung

Fortschritte in Medizin, bei Ernährung und Arbeitsbedingungen haben dafür gesorgt, dass Menschen heute um ein Doppeltes älter werden können als noch vor 100 Jahren. Mit der Pflege zu Hause sind aber viele Angehörigen schnell überfordert. Eine spezielle Wohnung in Berlin-Marzahn zeigt Lösungen dafür, wie man im Alter zu Hause leben kann. Regale, die herunterfahren; ein Bett, das beim Aufstehen hilft: Machen sie mit der rbb Praxis eine Reise in die Zukunft, die schon heute Realität ist.

Zeit, Zärtlichkeit, Zuwendung: Zukünftig brauchen viele ältere Menschen zusätzliche Aufmerksamkeit. Die Lebenserwartung steigt alle fünf Jahre um ein Jahr. Doch mit dem demografischen Wandel gibt es auch immer mehr alte und kranke Menschen. Bis zum Jahr 2030 wird jeder zweite Deutsche über 50 Jahre alt sein. Der Anteil der Menschen über 80 wird um fast 60 Prozent steigen. Viele ältere Menschen können sich in ihren Wohnungen nicht mehr allein versorgen.

Gleichzeitig wünschen sich einer aktuellen Meinungsumfrage zum Thema "Wohnwünsche und barrierearmer Wohnkomfort" zufolge rund 90 Prozent der Befragten, so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben zu wollen. Das ist durch Umgestaltung, Nachrüstung oder Umbau möglich. Welche neuen Ideen gibt es durch die Digitalisierung im Gesundheitswesen und in der Pflege? Welche IT-Lösungen können zum Beispiel ein selbstbestimmtes Leben im Alter in den eigenen vier Wänden ermöglichen?

Ermündigung zum alltagsgerechten Wohnen

Die Bandbreite an möglichen digitalen Alltagshelfern für ältere Menschen ist eindrucksvoll in Berlin-Marzahn zu sehen: Dort zeigt die sogenannte Ermündigungswohnung, wie sich der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben erfüllen lässt – eine "Ermündigung" zum alltagsgerechten Wohnen. Die deutschlandweit bisher einzigartige Musterwohnung für "Ambient Assisted Living" (AAL) entstand in einem Projekt, für das sich mehr als 44 Partner aus Forschung, Industrie und Dienstleistung zusammengeschlossen haben.

Auf einer Gesamtwohnfläche von 140 Quadratmetern wird eine typische Wohnsituation dargestellt: Gegliedert in Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Badezimmer, Gäste-WC und Flur stellt ein auf orthopädische und technische Hilfsmittel spezialisierter Gesundheitsdienstleister Assistenzsysteme vor, die den Alltag älterer Menschen erleichtern können. Das Ziel soll sein, aufzuzeigen, wie Menschen durch innovative Technik zu bezahlbaren Preisen in die Lage versetzt werden, ihr Leben so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu organisieren.

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Zur Ausstattung zählen zum Beispiel:

- ein elektrischer Kleiderlift, der Bekleidung platzsparend oben in Schränken verstaut und auf Knopfdruck herunterfährt
- eine Sensormatte auf dem Schlafzimmerboden, die Alarm schlägt, wenn der Schläfer aus dem Bett gefallen ist oder selbstständig aufsteht, obwohl er das nicht kann
- beleuchtete und mit einem Bewegungsmelder gekoppelte Sockelleisten, die nachts den Weg leuchten
- Absenkbare Küchenoberschränke
- ein automatisch abschaltbarer, mit einem Bewegungssensor kombinierter Herd
- multifunktionale Fenstergriffe im Bad, die sich bei hoher Luftfeuchtigkeit verfärben
- ein Wasserflusssensor, der ein Signal abgibt, wenn tagelang kein Wasser fließt.

Die Musterwohnung ist angelegt wie ein Supermarkt – jeder Interessierte kann durch die Wohnung gehen und letztendlich die digitale Lösungen kaufen, die ihm zusagen. Alle intelligenten Lösungen bieten dem Hersteller zufolge:
1. Sicherheit
2. technische Effizienz
3. großen Komfort
4. hohe Benutzerfreundlichkeit
5. Marktreife

Und nahezu alle vorgestellten Lösungen lassen sich den Projektleitern zufolge in Eigenheimen oder Geschosswohnungen nachrüsten, ohne dass Wände aufgerissen werden. Vielfach unterstützen die Pflegekassen den Kauf einzelner solcher Elemente - egal von welchem Hersteller - wenn sie effizient sind, teilweise auch, wenn sie zertifiziert sind.

Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Beate Wagner

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