Frauenbeine und das Aufgussgefäß in einer Sauna (Quelle: colourbox)
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Tipps zum richtigen Schwitzen - Wie gesund ist Sauna?

Die hohen Temperaturen in der Sauna regen den Stoffwechsel an. Das Herz schlägt schneller. Die Blutgefäße weiten sich. Der Blutdruck sinkt. Durch die Abkühlung ziehen sich die Blutgefäße schlagartig zusammen, der Blutdruck steigt wieder an. Der Wechsel zwischen warm und kalt stabilisiert das Herz-Kreislaufsystem und stimuliert das Immunsystem. Die rbb Praxis gibt Tipps, wie der Saunabesuch auf ganzer Linie ein Erfolg wird.

Für die Sauna packen Sie sich zwei große Handtücher, Badelatschen und Waschzeug ein. Noch kuscheliger wird’s mit einem Bademantel. Den können Sie sich in vielen Thermen und Saunen auch vor Ort ausleihen. Vergessen Sie nicht, ein Flasche Wasser einzupacken.

Nehmen Sie sich für einen Saunabesuch mit zwei bis drei Saunagängen etwa zwei bis drei Stunden Zeit.

Die letzte Mahlzeit vor dem Saunieren sollte mindestens zwei Stunden zurückliegen. Sonst belastet die Verdauung den Kreislauf zusätzlich. Verzichten Sie vor der Sauna auf Zwiebel und Knoblauch; durch das Schwitzen verstärken sich Körperausdünstungen, von denen sich andere Saunagäste möglicherweise belästigt fühlen.

Wer noch kein geübter Saunagänger ist, sollte es langsam angehen: Starten Sie mit einer milden Sauna, beispielweise dem Saunarium mit 50 bis 60 Grad. Acht bis zehn Minuten reichen fürs Erste.

Legen Sie sich anfänglich auf die unteren Stufen. Denn je höher Sie kommen, desto heißer und belastender wird die Wärme für den Kreislauf.

Dass man eine Erkältung wegsaunieren oder den Ausbruch stoppen kann, ist ein Märchen. Wer akut krank ist, hat im Schwitzraum nichts zu suchen. Die Viren belasten das Herz und können von Rhythmusstörungen bis zur Herzmuskelschwäche alle möglichen Gesundheitsprobleme auslösen. Insbesondere bei Fieber ist die Sauna tabu.

Menschen mit entzündlichen Hauterkrankungen und akuten oder entzündlichen Venenerkrankungen haben in der Sauna ebenfalls nichts zu suchen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob das auf Sie zutrifft, halten Sie am besten vorher kurz Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt.

In der finnischen Sauna machen Sie zwei bis drei Durchgänge. Um besser zu entspannen, sollten Sie liegen. Jeder Saunagang dauert acht bis 15 Minuten. Wenn Ihnen das zu heiß wird oder Sie sich unwohl fühlen, verlassen Sie die Sauna früher. Bevor Sie rausgehen, setzen Sie sich noch mal ein bis zwei Minuten auf, um den Kreislauf wieder anzuregen.

Der Aufguss ist für viele der ersehnte Hitze-Kick. Die höhere Luftfeuchte belastet den Kreislauf allerdings zusätzlich. Wer niedrigen oder hohen Blutdruck hat, sollte Aufgüsse deshalb meiden.

Oft werden den Aufgüssen ätherische Öle zugesetzt. Diese Aromastoffe können Bronchien und Lunge reizen und zu unangenehmen Hustenattacken führen. Das gilt besonders für Kinder und Allergiker, die deshalb auf den Aufguss verzichten sollten. 

Nach jedem Saunagang heißt es Abkühlen – egal, ob mildes Dampfbad oder finnische Sauna. Gehen Sie dafür zuerst ein paar Minuten an die frische Luft. Hier kühlen die Lungen ab, und Ihr Körper findet in eine Übergangsphase. Bleiben Sie nicht zu lange draußen, denn Sie dürfen nicht auskühlen.

Jetzt beginnen Sie vorsichtig, sich mit einem kalten Wasserstrahl, Schlauch oder Dusche abzuspülen. Dafür führen Sie den Duschstrahl vom rechten Fuß, Bein und Arm langsam zur linken Körperhälfte bis zum Herzen. Dadurch ziehen sich die erweiterten Gefäße zusammen, der gesunkene Blutdruck normalisiert sich.

Sie leiden unter Bluthochdruck? Dann sollten Sie es mit der Abkühlung in der Sauna langsam angehen lassen. Das Tauchbecken ist keine gute Wahl, denn durch den Kälteschock schnellt der Blutdruck nach oben; das Risiko für einen Schlaganfall steigt. Besser ist es, wenn Sie sich mit dem Kaltwasserschlauch abkühlen.

Warmes Duschen nach der Sauna ist obsolet. Die Gefäße würden sich dadurch noch mehr weiten, so dass Sie einen Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps riskieren.

Nach der Abkühlung gönnen Sie sich ein warmes Fußbad. Dadurch wird die Haut besser durchblutet, was für ein anhaltend wohliges Wärmegefühl im ganzen Körper sorgt.

Wer unter kalten Füßen leidet, kann den Saunabesuch auch mit einem warmen Fußbad beginnen. In der Sauna wärmt sich der Körper dann schneller auf.

Den Saunagang lassen Sie am besten mit einer Ruhephase ausklingen. Gönnen Sie sich dafür mindestens doppelt so viel Zeit wie Sie in der Hitze waren.

Dabei sollten Sie viel trinken, um die ausgeschwitzte Flüssigkeit und die verlorenen Mineralien zu ersetzen. Mineralwasser oder Frucht-Schorlen eignen sich dafür besonders gut.

Alkoholhaltige Getränke sollten Sie dagegen meiden. Sie trocknen die Schleimhäute aus, die jedoch zur Abwehr von Infekten am besten feucht bleiben. 

Beitrag von Constanze Löffler