3D-Herz mit Rhythmusdarstellung (Bild: Colourbox)
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- Herzinfarkt – jede Minute zählt!

Auch wenn sich die Überlebenschancen für Infarktpatienten in den letzten Jahren deutlich verbessert haben: Ein Herzinfarkt bedeutet Lebensgefahr. Laut Deutscher Herzstiftung stirbt jeder dritte Patient mit einem Herzinfarkt, bevor er die rettende Klinik erreicht. Deshalb kommt es darauf an, schnell und richtig zu reagieren.

Den Rettungsdienst zur rufen, ist für die meisten eine Überwindung. Deshalb warten viele erst einmal ab, ob die Beschwerden wieder von alleine verschwinden. Beim Verdacht auf einen Herzinfarkt muss aber sofort gehandelt werden. Warten ist in dieser lebensgefährlichen Situation nicht angebracht! Prinzipiell sollte bei stärkeren, mehrere Minuten anhaltenden Beschwerden, die auf einen Infarkt hindeuten könnten, schnellstmöglich der Rettungsdienst gerufen werden. Man spricht bei der Infarkttherapie von der "goldenen ersten Stunde", weil in dieser Zeit die gestörte Durchblutung des Herzmuskels am ehesten wiederhergestellt werden kann. Nach sechs Stunden sind die Folgen des Sauerstoffmangels im Herzen kaum noch zu beheben.

Die Deutsche Herzstiftung rät, auf Folgendes zu achten:

Nicht warten: Viele Patienten zögern vor allem in der Nacht und am Wochenende, den Rettungsdienst zu rufen. Sie sollten aber niemals in der Nacht auf den Morgen warten, niemals am Samstag oder Sonntag auf den Montag!

Rettungswagen alarmieren und Verdacht auf Herzinfarkt äußern: Verlieren Sie keine Zeit mit einem Anruf beim Hausarzt! Denn bei einem Herzinfarkt geht es nicht um einen ärztlichen Rat oder eine normale Behandlung, die Stunden Zeit hat. Die Betroffenen müssen ohne Zeitverzögerung ins rettende Krankenhaus gebracht werden.

Wählen Sie 112: Wenn Sie die 112 anrufen, äußern Sie sofort den Verdacht auf Herzinfarkt! Dann wird Ihnen umgehend ein Rettungswagen mit Defibrillator geschickt, der jederzeit die lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (Kammerflimmern) beenden kann. Sagen Sie Ihren Namen, Ihre Adresse und hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer für Rückfragen.

Ein Mitarbeiter der Leitstelle der Berliner Feuerwehr nimmt einen Notruf entgegen. (Bild: imago)

Beim Notruf nicht vorzeitig auflegen: Immer wieder gehen bei Leitstellen Notrufe ein wie: "Kommen Sie sofort, mein Mann ist zusammengebrochen", und ohne die Adresse anzugeben, wird der Hörer eingehängt. Folglich weiß die Leitstelle nicht, wohin der Rettungswagen fahren soll. Warten Sie daher immer ab, ob noch Rückfragen kommen! Das Gespräch beendet die Leitstelle.

Ärztlicher Bereitschaftsdienst ist kein Rettungsdienst: Der Name "Ärztlicher Notfalldienst" kann zu dem Missverständnis führen, dass es sich dabei um einen Dienst mit Ärzten im Rettungsdienst handelt. Die Ärzte nehmen im Rahmen des Ärztlichen Notfalldienstes aber hausärztliche Aufgaben in der Nacht, an Wochenenden und an den Feiertagen wahr. Für die Versorgung von Herzinfarkten ist der Ärztliche Notdienst nicht vorrangig zuständig. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Herzinfarkt vorliegt, wählen Sie die 112!

Nicht mit dem Auto in die Klinik: Menschen mit einem Herzinfarkt lassen sich immer wieder von Freunden, Bekannten oder Verwandten ins Krankenhaus fahren. Manch Betroffener setzt sich sogar selbst ans Steuer. Davon ist in jedem Fall abzuraten! Tritt das lebensbedrohliche Kammerflimmern auf, kann nur der Defibrillator helfen, mit dem jeder Rettungswagen ausgestattet ist. Außerdem setzt die Therapie in der Regel schon im Rettungswagen, spätestens aber in der Klinik wesentlich schneller ein, wenn der Patient im Rettungswagen eingeliefert wird.

Beitrag von Nadine Bader

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