Eine Frau wischt sich Tränen weg (Quelle: imago/Steinach)
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Mögliche Ursachen und Behandlung - Tränende Augen – mehr als nur lästig

Wenn die Augen ständig tränen, fällt der klare Blick schwer. Dazu kommen oft ein unangenehmes Brennen und geschwollene Augenlider. Ursachen für einen gesteigerten Tränenfluss gibt es viele: Staub oder Ruß in der Luft kann die Bindehäute reizen, aber auch trockene Luft, Sonne oder Wind tun den Augen nicht gut.

Der weitaus häufigste Grund für permanentes Augentränen sind trockene Augen. Das klingt schon fast paradox, ist aber wahr: Denn die trockene Hornhaut reagiert mit einer übermäßigen "Wasserproduktion". Dadurch werden diese Tränen zu dünnflüssig und wässrig. Der Mangel an Lipiden und Schleimbestandteilen führt dazu, dass sie nicht ausreichend an der Hornhautoberfläche haftet. Der Tränenfilm reißt rasch ein, und die Hornhaut trocknet weiter aus. Ein Teufelskreis. Schließlich wird die Flüssigkeitsproduktion immer weiter gesteigert, so dass die Augen der Betroffenen oft regelrecht überfließen.

"Augen zu und durch" ist dabei die falsche Strategie. Die Ursache für den übermäßigen Tränenfluss sollte in jedem Fall geklärt werden. Beim Augenarzt werden zunächst Ursachen wie eine Bindehautentzündung oder ein Fremdkörper im Auge ausgeschlossen. Gründe können veränderte Hormonspiegel sein oder auch Umwelteinflüsse.

Dann wird objektiv untersucht, wie "hochwertig" die Tränen tatsächlich sind. Dies gelingt mit einem kleinen Filterpapier-Streifen, der in den Augenwinkel eingelegt wird. Je weiter sich der Streifen färbt, desto höher ist die Qualität der Tränen. Bei einem schlechten Ergebnis sind spezielle Augentropfen hilfreich, die einen künstlichen Tränenfilm liefern.

Den Engpass finden

Der Arzt prüft auch, ob die Tränenkanäle verstopft sind. Ursachen können Entzündungen sein oder Verletzungen. Um die Engstelle nachzuweisen, spritzt man eine Kochsalzlösung in die Tränenwege. Sind die Kanäle verstopft, kann die Verengung operativ beseitigt werden. Dies gelingt meist unter örtlicher Betäubung.

Mit einem Mini-Endoskop wird der Engpass gesucht und dann mit einem winzigen Messerchen oder dem Laser beseitigt. In den Kanal kann noch ein Röhrchen eingesetzt werden, eine Art Stent, der denn Abfluss weiter gewährleistet.

In selteneren Fällen reicht die endoskopische Methode nicht aus und es muss offen operiert werden. Gelegentlich kann auch Botulinumtoxin helfen die Überproduktion der Tränendrüse zu stoppen. In den meisten Fällen gibt es gegen krankhaft tränende Augen Hilfe. Im einfachsten Fall reicht es schon, mehr zu trinken oder häufiger zu lüften.


Infotext: Susanne Faß