Kind bei der Impfung, Quelle: dpa
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Infos zu Ansteckung, Symptomen und Behandlung - Masern: Fragen und Antworten

Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit. Die Erkrankung ist hochansteckend und kann erhebliche Komplikationen und Folgeerkrankungen mit sich bringen oder gar zum Tod führen. Welches sind die Symptome, wie steht es um die Verbreitung und wie lässt sich eine Erkrankung verhindern. Fragen und Antworten zu Masern.

Was sind Masern?

Masern sind eine hoch ansteckende Krankheit, die zu schweren Komplikationen wie einer Hirnhautentzündung führen kann. In 0,2 Prozent der Fälle verläuft sie sogar tödlich. In Deutschland zählen Masern zu den meldepflichtigen Infektionen.

Ansteckung

Masern werden leicht von Mensch zu Mensch übertragen, indem sie infizierte Tröpfchen einatmen, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen. Fast jeder Kontakt - sogar auf mehrere Meter Entfernung - führt zu einer Ansteckung, wenn ein Mensch nicht immunisiert ist. Schon fünf Tage vor dem typischen roten Hautausschlag sind Infizierte ansteckend.

Symptome

Zunächst setzen grippeähnliche Anzeichen wie hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit ein. Wenige Tage später bilden sich auf der Haut großflächige Flecken, welche die Tendenz haben, miteinander zu verschmelzen. Das Fieber steigt dann in der Regel erneut. Nach etwa vier Tagen verschwindet der Ausschlag.

Komplikationen und Folgeerkrankungen

Masern schwächen das Immunsystem. In dieser Konsequenz können Bronchitis, Mittelohr- oder Lungenentzündungen die Folge sein. In seltenen Fällen kommt es auch zu Gehirnentzündungen. 20 Prozent der Betroffenen sterben an diesen Folgeerkrankungen. Bei fast einem Drittel bleiben schwere Folgeschäden wie geistige Behinderung oder Lähmungen.

Behandlung

Die Masern selbst können nicht behandelt werden, sondern nur die Krankheitsanzeichen wie Fieber, Husten oder Schnupfen. Antibiotika sind bei Masern wirkungslos, da es sich hierbei um eine Virus-Erkrankung handelt. Antibiotika helfen nur bei bakteriellen Erkrankungen.

Verbreitung

2015 ist das Jahr mit den bundesweit meisten Masernfällen seit Beginn der Meldepflicht von Maserninfizierungen 2001. Bisher hielt den traurigen Rekord das Jahr 2013, doch die jüngste Masernwelle, die seit Oktober des vorigen Jahres über Berlin hinwegschappt, ist noch aggresiver: Bis zum 23.02.2015 haben sich 574 Menschen mit dem ansteckenden Masernvirus infiziert, Tendenz: steigend.

Schutz

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut in Berlin (STIKO) empfiehlt die Schutzimpfung für Kinder ab dem vollendeten elften Lebensmonat. Sie passiert meist in Kombination mit der Immunisierung gegen Röteln, Mumps und auch Windpocken. Wichtig ist, dass der Wiederholungstermin, vier Wochen nach der ersten Impfung, eingehalten wird: Seit 2001 ist die zweimalige Impfung üblich.

Geht das Kleine schon vor dem ersten Lebensjahr in eine Kinderkrippe oder hat es ältere Geschwister, raten Kinderärzte oft auch zu einer früheren Impfung. Wichtig ist in jedem Fall, dass ein Kind beim Impftermin gesund ist. Nur dann kann ein optimaler Impfschutz auch tatsächlich aufgebaut werden. Ein Schnupfen oder eine leichte Erkältung sind nach Ansicht von Kinderärzten kein Grund, eine Masern-Schutzimpfung abzusagen.

Auch Erwachsene sollten sich impfen lassen, wenn sie noch nie Masern hatten oder über keinen Impfschutz verfügen. Der Schutz kann auch noch drei Tage nach dem Kontakt mit einer infizierten Person durch die Impfung aufgebaut werden.

Trotz aller Warnungen gibt es nach wie vor Eltern, welche die Impfung ihrer Kinder scheuen – vor allem aus Angst vor Nebenwirkungen. Häufige Erscheinungen wie Schwellungen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit sind jedoch völlig harmlos. Allergische Reaktionen sind rar; Gehirnentzündungen treten pro einer Million Impfung gar nur ein Mal auf.