Frau liegt krank, mit Tee und Taschentüchern, auf Sofa (Bild: imago images/Westend61)
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5 Fragen, 5 Antworten l Impfung - Grippeschutz 2020 - das sollten Sie wissen

Eine echte Virusgrippe (Influenza) ist eine ernstzunehmende Krankheit. Besonders chronisch Kranke, Menschen ab 60 Jahren sowie Schwangere sind in besonderer Gefahr und sollten sich impfen lassen. Aber wie und wie gut ist der Schutz? Und was muss man alles bedenken, wenn man sich gegen die Virusgrippe impfen lässt? Antworten von Dr. Frank Fechteler, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Berlin Charlottenburg.

Schwangere, chronisch Kranke, Kinder und Menschen über 60 Jahren - sie alle sind in Gefahr, wenn die echte Grippe sie trifft, denn ihre Abwehr ist tendenziell anfälliger und gerade Grippeviren haben es in sich. In der Regel setzen sie auch gesunde Menschen mehrere Wochen schachmatt, so sich die Viren ausbreiten können.

Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich natürlich auch ihnen zu begegnen, wenn man mit "Opfern der Viren" beruflich zu tun hat. Darum gilt die Impfempfehlung für medizinisches Personal - also Krankenschwestern, Pfleger, Ärzte - gleichermaßen. Die Vielzahl enger Patientenkontakte bedingt grundsätzlich eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Zudem besteht das Risiko, dass sie die Grippeviren an ihre Patienten weiter übertragen.

Doch was muss man alles bedenken, wenn man sich gegen die Virusgrippe impfen lässt?

Herr Dr. Fechteler, laut Hausärzteverband haben sich in diesem Jahr viele Menschen in Berlin und Brandenburg schon früh in der Grippesaison impfen lassen. Die läuft seit Oktober. Aber bedeutet das einen hundertprozentigen Schutz?

Es gibt einzelne Studien, wo dann Patienten beobachtet werden, und da findet man von Jahr zu Jahr eine unterschiedliche Erfolgsquote. Rund 40%, 50 % - aber das ist eine Abdeckung, es geht ja auch um das Graduelle, also was heißt denn erkranken? Leicht erkranken? Voll erkranken? Auch in diesen Abstufungen muss man schon den Gewinn sehen. Also: "Wirkt nicht" ist in der Regel die Ausnahme. Aber "Wirkt schwächer" - das ist durchaus oft möglich.

Eine Grippeimpfung schützt also nicht in jedem Fall. Warum sollten Berliner und Brandenburger sie trotzdem nutzen?

Erstens mal sollten Sie sich impfen lassen, weil sie dann oft nicht erkranken. Und wenn sie zu denen gehören, die dennoch erkranken, erkranken Sie aber in der Regel weniger schwer. Das heißt: Es gibt eigentlich nur Gründe für die Impfung.

Fakt ist: Eine ausgewachsene Grippe ist nicht zu unterschätzen - im schlimmsten Fall kann sie tödlich ausgehen. Allein im vergangenen Jahr gab es in Deutschland rund 25.000 Todesfälle, die Experten auf eine Influenza zurückführen. Was bedeutet "Zurückführen" in dem Zusammenhang?

Die erhöhte Todesquote, die ja durch die Influenza in den Statistiken beschrieben wird - da steht ja auf dem "letzten Zettel", den wir alle irgendwann mal kriegen, nicht "Influenza", sondern dann steht drauf "Schlaganfall", "Herzversagen" oder ähnliches.

Dass das  aber die Destabilisierung der Grunderkrankung durch die Influenza war, das ergibt sich nicht aus diesen Bögen, aber das ist aufgrund der Häufigkeit in der Influenza-Saison dann abzuleiten.

Vorerkrankte gehören zur Risiko-Gruppe. Genauso wie Schwangere, Medizinisches Personal und alle über 60-Jährigen. Für Senioren gibt es speziell angereicherte Impfstoffe - wie sinnvoll sind die?

Diese Verstärkung kann sinnvoll sein bei Leuten mit einem deutlich geschwächten Immunsystem - zum Beispiel durch eine Grunderkrankung, die sie noch haben. Bestimmte Medikamente, ich sag mal: Rheumatiker zum Beispiel, die immunsysuprimierende Medikamente bekommen, haben vielleicht nicht so ein gutes Ansprechen auf die normale Impfung.

Wichtiger Hinweis zur Spritze selbst

Die empfohlenen 4-fach-Impfstoffe lösen 2019 die 3-Fachen als Standard ab - die meisten Krankenkassen wollen jetzt die höherwertigen Substanzen bezahlen. Doch gerade wer sich diese Saison vielleicht zum ersten Mal impfen lässt, sollte an eingenommene Medikamente denken.

Beispiel: Vorsicht, falls Sie Blutverdünner nehmen! Dann darf die Impfung nur subkutan
- also flach unter die Haut - gespritzt werden und nicht, wie üblich, mitten in den Muskel, erklärt Frank Fechteler: "Die Blutgerinnung wird ja deutlich herabgesetzt durch diese Blutverdünner. Und wenn sie dann die Nadel wieder herausziehen, dann blutet es in diesen Stichkanal ein aber es blutet und blutet  und blutet. So dass sie dann einen größeren Bluterguss haben können, der dann an sich schon ein Problem bringen kann - manchmal sogar so schlimm, dass er ausgeräumt werden muss."

 

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