Mann hält sich schmerzenden Bauch, auf dem grafisch der Darm abgebildet ist (Bild: Colourbox)
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Appendizitis - Blinddarmentzündung: Symptome & Behandlung

Bauchschmerzen & Übelkeit, mögliche Symptome für Blinddarmentzündung. Wichtig: Schnelle Behandlung, sonst droht Blinddarmdurchbruch & Blinddarm OP.

Wenn Bauchschmerzen und Übelkeit nicht aufhören, kommt irgendwann der Verdacht: Sind das Anzeichen für Blinddarmentzündung? Und tatsächlich gehört die Blinddarm OP laut Statistischem Bundesamt zu den häufigsten Eingriffen in Deutschland.
 
Für Kinder wie auch Erwachsene kann der entzündete Blinddarm zur Gefahr werden - denn schlimmstenfalls kann es zum Blinddarmdruchbruch kommen.
 
Hier erfahren Sie, was eine Blinddarmentzündung auslöst, welche Ursachen sie haben kann, wie sie die Symptome erkennen und welche Behandlung wann helfen kann.

Was ist Blinddarmentzündung?

Es heißt zwar "Blinddarmentzündung", aber genau genommen stimmt das nicht. Denn bei der sogenannten Appendizitis entzündet sich nicht der Blinddarm, sondern ein kleines Anhängsel am Blinddarmabschnitt des Dickdarms, dem Wurmfortsatz, auch Appendix genannt. Dieses Anhängsel ist etwa zehn Zentimeter lang.

Wie kommt es zu einer Blinddarmentzündung?

Warum es zu einer Entzündung kommt, kann unterschiedliche Ursachen haben: Harter Stuhlgang, eine ungünstige Lage im Bauchraum oder eine Verstopfung der winzigen Öffnung zwischen Wurmfortsatz und Blinddarm können dazu führen, dass sich ich Bakterien an der engen Verbindung zwischen Blinddarm und Wurmfotsatz sammeln und die Entzündung verursachen.

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Wichtigstes Symptom: Starker Schmerz im Bauchraum

Betroffene berichten häufig von stechenden und ziehenden Schmerzen überhalb des Bauchnabels. Diese wandern nach ein paar Stunden in den rechten Unterbauch.
Es kann aber auch sein, dass die Schmerzen in die andere Bauchhälfte oder in den gesamten Bauchraum ausstrahlen - hier kommt es auch auf die genaue Lage des Appendix an.
 
Häufig kommen noch Symptome wie Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Appetitlosigkeit dazu.
 
Wer diese Beschwerden hat, sollte schnell handeln und zum Arzt gehen.
Am Wochenende ist die Notaufnahme des Krankenhauses die richtige Anlaufstelle. Aber
 
Achtung: Bei älteren Menschen sind die typische Symptome wie Schmerzen und Erbrechen häufig nur schwach ausgeprägt.

Wie gefährlich ist eine Blinddarmentzündung?

Wer zu lange zögert, riskiert schlimmstenfalls einen Blinddarmdurchbruch. Durchbricht der Wurmfortsatz, gelangten die Bakterien mit dem Darminhalt in die Bauchhöhle, breiten sich dort aus und bilden Eiterherde.
 
Dadurch wird eine Bauchfellentzündung ausgelöst: Dabei nehmen die Schmerzen plötzlich zu und breiten sich im gesamten Bauchraum aus. Die Muskulatur verspannt sich, die Bauchdecke wird bretthart.
Ohne schnelle Blinddarm OP verläuft die Bauchfellentzündung dramatisch und kann sogar tödlich enden.

Behandlung von Blinddarmentzündung

Damit es nicht soweit kommt, sollte die Blinddarmentzündung schnell behandelt werden. Da das Risiko eines Blinddarmdurchbruchs hoch ist, wird der er häufig in den ersten ein bis zwei Tagen entfernt.
 
Ist die Entzündung weit fortgeschritten, muss diese erst mit Antibiotika behandelt werden. Ist der Patient oder die Patientin dann erst einmal stabil, können Ärztinnen und Ärzte operieren.
 
Bei Kindern und Jugendlichen kann manchmal auf die Operation verzichtet werden - in einigen Fällen reicht hier die Behandlung mit Antibiotika. Das hängt aber von der individuellen Situation und Lage des Blinddarms ab.

Wie lange bleibt man im Krankenhaus?

Wem der Blinddarm entfernt wurde, muss meistens noch vier bis fünf Tage im Krankenhaus bleiben.
 
Essen und Trinken ist schon am Tag der OP wieder erlaubt, allerdings sollten Betroffene leicht bekömmliches Essen zu sich nehmen, zum Beispiel Zwieback, Suppen oder Joghurt.

Kann man Blinddarmentzündung vorbeugen?

Grundsätzlich vorbeugen und sich schützen kann man vor einer Entzündung des Blinddarms nicht. Aber wer sich gesund ernährt und beispielsweise die Darmbewegung durch ballaststoffreiche Kost fördert, macht eine bakterielle Entzündung im oben beschriebenen Sinne weniger wahrscheinlich.
 
Lebensmittel, die reich an Pflanzenfasern und Ballaststoffen sind, können also das Risiko etwas mindern, weil sie die Verdauung und Darmbewegung anregen. Auch Bewegung tut dem Darm gut - es gibt auch Training, dass die Darmbewegung fördert.

Beitrag von Laura Will

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